Frankfurt/Main (dpa) - Aufbruchstimmung im deutschen Basketball: Nach der hoffnungsvollen EM sowie dem Doppeldeal mit Namenssponsor und Fernsehen geht es vom 9. Oktober an in der Bundesliga wieder unter den Körben zu Sache. Spannung ist dabei garantiert.
Wohl noch nie war die deutsche Eliteklasse so ausgeglichen besetzt wie in dieser Saison. Es würde deshalb nicht verwundern, wenn es am Ende der 44. BBL-Saison wieder einen neuen Meister geben würde - den dann fünften in fünf Jahren. «Keine Ahnung», lautet daher auch die Antwort von Bundestrainer Dirk Bauermann auf die Frage nach seinem Titelfavoriten. «Oldenburg, ALBA Berlin, Bonn, Bamberg, Frankfurt - es gibt viele Teams, die ganz oben landen können.»
In der Rolle des Gejagten finden sich erstmals die EWE Baskets Oldenburg wieder. Der Überraschungsmeister der vergangenen Spielzeit setzt wie im Vorjahr auf Kontinuität. Den Baskets ist das Kunststück gelungen, das Meisterteam um Spielmacher Jason Gardner und MVP Rickey Paulding zusammenzuhalten. Hinzu kommt mit Joshua Carter ein hoch veranlagter Spieler vom amerikanischen College.
Die Zuversicht ist dementsprechend groß bei den Niedersachsen. «Wir wollen wieder ganz vorne dabei sein und auch in der Euroleague eine gute Rolle spielen», sagte Geschäftsführer Herrmann Schüller. Die Euphorie rund um die «Donnervögel» ist unbeschreiblich. Der Dauerkartenverkauf wurde bei 1700 Tickets gestoppt, die EWE-Arena dürfte bei allen Heimspielen wieder zu klein sein. «Es herrscht weiter Basketball-Fieber in Oldenburg», so Schüller.
Neben den Oldenburgern hofft eine ganze Reihe anderer Clubs auf den großen Wurf. Allen voran der achtfache Champion ALBA Berlin strebt nach dem Halbfinal-Aus in der Vorsaison wieder den Titel an. «Wo Alba ist, geht es um Platz eins», sagte Berlins Geschäftsführer Marco Baldi. ALBA-Coach Luka Pavicevic ficht das nicht an. «Wenn wir den Titel nicht holen, ist die Saison kein Erfolg für uns.»
Neben Berlin und Oldenburg gelten die Telekom Baskets Bonn und die Brose Baskets Bamberg als Anwärter auf die Basketball-Krone. Vor allem in Bonn ist nach der bitteren Finalpleite in der vergangenen Runde, dem «schlimmsten Erlebnis, das man als Basketballer haben kann» (Bonns Trainer Michael Koch), die Sehnsucht nach dem ersten Titel der Vereinsgeschichte größer denn je. In Jared Jordan, Bryce Taylor, Chris Ensminger und Nationalspieler Tim Ohlbrecht scheinen sich die Rheinländer gut verstärkt zu haben. In Bamberg setzen sie vor allem auf den Ex-Berliner Casey Jacobsen.
Ähnlich spannend wie das Titelrennen dürfte der Kampf um die Playoff-Plätze werden. Neben den letztjährigen Viertelfinalisten Deutsche Bank Skyliners Frankfurt, ratiopharm Ulm und MEG Göttingen wollen die Artland Dragons und die Eisbären Bremerhaben (mit Ex-NBA- Profi Rodney Buford) unbedingt wieder in die K.o.-Runde. Ambitionen auf einen Platz unter den letzten Acht haben auch Braunschweig (mit den beiden Nationalspielern Heiko Schaffartzik und Yassin Idbihi) sowie die ENBW Ludwigsburg mit neuer Arena.
Für die beiden Aufsteiger Phoenix Hagen und den Mitteldeutschen BC geht es hingegen erst einmal um den Klassenverbleib. In der Liga- Zentrale hoffen sie auf eine spannende Saison und darauf, dass es nicht wieder so viele finanzielle Wackelkandidaten gibt wie zuletzt. «Wir haben unsere Hausaugaben gemacht, jetzt sind die Vereine in eine Beweisschuld», sagte BBL-Geschäftsführer Jan Pommer. ALBA-Macher Baldi sieht die Liga auf dem richtigen Weg. «Ich sehe keinen, aber absolut keinen Grund, weshalb die BBL mittel- bis langfristig nicht zur stärksten Liga Europas aufsteigen sollte.»


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Kommentare 1 - 1 of 1
dass die BBL Zur stärksten Liga Europas aufsteigen wird kann man sehr stark bezweifeln, und auch diese Saison wird es wieder finanzielle und wirtschaftliche Dramen geben (Beispiel Ulm)
Achja, nicht Ricky Paulding war MVP sondern Jason Gardner, kann aber zur abwechslung mal passieren, denn wenn ich mich richtig erinnere war Paulding Finals-MVP
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