US Open - Djokovic im Finale von New York

Eurosport - So 09.Sep. 00:08:00 2007

Novak Djokovic steht nach einem 6:4, 6:4, 6:3-Erfolg über David Ferrer als erster Finalist bei den US Open in New York fest. Der favorisierte Serbe musste sich trotz des glatten Dreisatz-Erfolges kräftig strecken, um das erste Grand-Slam-Finale seiner Karriere zu erreichen.

TENNIS 2007 U.S. Open Serbia Djokovic - 0

Doch nicht nur für ihn, sondern auch für sein Land ist es die erste Teilnahme an einem der wichtigsten Endspiele im Tennis. "Es ist natürllich toll für mich und mein Land, als erster Serbe in einem Grand-Slam-Finale zu stehen", freute sich der Sieger noch im Interview auf dem Platz.

Djokovic braucht Zeit

Ferrer, der im Laufe des Turniers überraschend seinen spanischen Landsmann Rafael Nadal ausgeschaltet hatte, kam gut in die Partie. Mit einem schnellen Break legte der 25-Jährige eine 3:0-Führung vor und ließ damit aufhorchen. Djokovic hingegen schien in der ersten Satzhälfte unkonzentriert und leistete sich viele unnötige Fehler. Erst nach einer halben Stunde legte der Weltranglisten-Dritte seine Anfangs-Nervosität ab. Zwei Breaks in Folge und der Durchgang war zu Gunsten des Serben gedreht.

Die Zuschauer im Arthur Ashe Stadium glaubten, dass der Favorit nun zu seiner Linie gefunden hätte. Sah es nach einem weiteren Break zu Beginn des zweiten Satzen auch ganz danach aus, schlich sich in der Folge der "Schlendrian" im Spiel von Djokovic ein. Ferrer nutzte die Schwächephase seines Kontrahenten, der sich sogar zweimal den Physiotherapeuten rufen ließ, und holte sich das Rebreak zum 2:2. Fortan entwickelte sich eine enge Partie, in der beide Akteure Probleme bei eigenem Aufschlag hatten. Erst das Break zum 4:3 aus Sicht des Serben brachte die Entscheidung in diesem Durchgang.

Erlaubtes Doping

Im dritten Satz sollte ein frühes Break die Entscheidung bringen. Nach einer erneuten Behandlungspause, in der sich Djokovic Pillen geben ließ, war der Serbe der konzentriertere Spieler. Ferrer, der während der Partie ein enormes Laufpensum absolviert hatte, unterliefen nun leichte Fehler. Beim 5:3 und Aufschlag des Spaniers zeigte Djokovic sein ganzes Können. Mit drei erfolgreichen Netzangriffen holte er sich erst den Matchball und dann auch den Sieg in dem umkämpften Match. "Es war unglaublich, ich habe nervös angefangen. Ich habe viele schwierige Matches gespielt, ich hatte nicht mehr so viel Energie. David hat großartig gekämpft und jeden Punkt gespielt", schien Djokovic sichtlich ermattet.

Zu den vom Physiotherapeuten verabreichten Tabletten sagte der Serbe mit einem breiten Grinsen: "Ich habe ein paar Pillen genommen, aber es war alles erlaubt." David Ferrer konnte sich auch nach seinem Aussscheiden aus den US Open über seine Leistung freuen: "Ich habe gut gespielt, aber nicht so gut wie gegen Rafa. Und er hat in den wichtigen Momenten einfach besser aufgeschlagen als ich. Aber ich bin trotzdem sehr glücklich, das war das beste Turnier meines Lebens."

Spaß darf nicht fehlen

Auch die spaßige Seite von Djokovic kam nach diesem so wichtigen Spiel nicht zu kurz. Er antwortete auf die Frage nach seinem Zeitvertreib bis zum Finale: "Ich werde ein paar Bälle mit John McEnroe schlagen. Wie geht es dir Johnny?", fragte der Serbe den auf der Tribüne sitzenden Altprofi und hatte wieder einmal die Lacher auf seiner Seite.

Viola Dietrich / Eurosport