Tour de France - Cavendish wieder nicht zu stoppen

Eurosport - Mi 08.Jul. 21:55:00 2009

Mark Cavendish hat bei der zweiten Sprintetappe der Tour de France von Marseille nach La Grande-Motte seinen zweiten Sieg gefeiert. Der Brite vom Team Columbia gewann im Touristenort am Mittelmeer vor dem Norweger Thor Hushovd (Cervélo) und dem Franzosen Cyril Lemoine (Skil-Shimano).

CYCLING 2009 Tour de France Cavendish - 0

Eine Vorentscheidung im Kampf um den Tagessieg fiel 35 Kilometer vor dem Ziel: Die berüchtigten Winde der Camargue rissen das Feld auseinander. Das Team Columbia führte rund 25 Fahrer an, die vom Rest des Pelotons nicht mehr einzuholen waren. Vorne dabei war Cavendish, der sich nach 196,5 Kilometern den Sieg von seinem einzigen ernsthaften Konkurrenten Hushovd nicht nehmen ließ.

Mark Renshaw als Anfahrer machte den Weg für den schnellen Briten frei, der kaum Mühe hatte einen verzweifelten Versuch des Norwegers abzuwehren. "Hushovd ist einer der besten Sprinter auf dem Planeten. Aber Mark hat den Sprint optimal vorbereitet. Ich musste ihn nur noch vollenden", meinte Cavendish nach dem Rennen.

Armstrong vs. Contador

Ebenfalls in der Spitzengruppe kam Fabian Cancellara ins Ziel und verteidigte das Gelbe Trikot für das Team Saxo Bank. Neuer Zweiter ist der Tages-15. Tony Martin, (Columbia), der mit 33 Sekunden Rückstand auf den Schweizer im Teamzeitfahren das Weiße Trikot des besten Nachwuchsfahrers trägt.

"Das Weiße Trikot ist natürlich eine tolle Belohnung", strahlte Martin. "Darüber bin ich hocherfreut, aber es ist vor allem die Belohnung für die Arbeit der ganzen Mannschaft." Mit Andreas Klöden (heute 93.) auf Rang sechs und Linus Gerdemann (heute 10.) als Siebtem liegen zwei weitere Deutsche in den Top Ten.

Für Brisanz sorgte das Team Astana: Obwohl der nominelle Kapitän Alberto Contador als 49. nicht in der ersten Gruppe war, trugen Haimar Zubeldia (24.) und Yaroslav Popovych (11.) zur Führungsarbeit bei. Warum? Lance Armstrong war vorne dabei und ließ seine Teamkollegen arbeiten. Als 19. schob sich der US-Amerikaner auf den dritten Gesamtrang und ist jetzt bester Astana-Profi direkt vor Contador.

Flucht mit der Startflagge

Unmittelbar nach der Startfreigabe machten sich die beiden Franzosen Maxime Bouet (Agritubel) und Samuel Dumoulin (Cofidis), der später zum käpferischsten Fahrer gewählt wurde, aus dem Staub. Nur wenig später schlossen sich Ruben Perez Moreno (Euskaltel) aus Spanien und der Holländer Koen de Kort (Skil-Shimano) mit dem Duo zu einem Führungs-Quartett zusammen und fuhren schnell einen Vorsprung von bis zu 13 Minuten auf das Feld heraus.

Erst im zweiten Anlauf des die meiste Zeit auf sich allein gestellten Team Saxo Bank wurde das Bummeltempo endgültig abgelegt. Zu diesem Zeitpunkt lag man bereits 25 Kilometer hinter der Marschtabelle mit dem langsamsten veranschlagten Schnitt. 65 Kilometer vor dem Ziel übernahmen dann diversen andere Teams die Regie im Feld.

Columbia profitiert vom Wind

Dann begann auch die kritische Phase der Etappe. Im Feld musste man auf der Hut sein, um nicht den Naturgewalten Tribut zollen zu müssen. Die Gegend des Rhone-Deltas in der Camargue ist bekannt für ihre auflandigen Winde an der Küste des Mittelmeers. Wer im hinteren Teil des Feldes unterwegs war, lief Gefahr einer Windkante zum Opfer zu fallen und wertvolle Zeit auf die Fahrer weiter vorne zu verlieren.

Wenig später sorgte Columbia im Stile des morgigen Mannschaftszeitfahrens dafür, dass eine entstandene Lücke von den Verfolgern nicht mehr geschlossen werden konnte. Im hinteren Teil entschlossen sich einige Teams zu spät für die Nachführarbeit, als man sich vorne bereits einig war. Die Ausreißer wurdem nach über 160 Kilometern an der Spitze eingesammelt und erreichten mit der ersten Gruppe das Ziel.

Entscheidung um die Trikots?

Für das Grüne Trikot kommen nach der Etappe fast nur noch Cavendish und Hushovd in Frage, weil sonst keiner der Top-Sprinter Punkte holte - und einige nach gestern bereits zum zweiten Mal. In der Gesamtwertung waren die meisten Anwärter auf das Gelbe Trikot geschlossen in der zweiten Gruppe vertreten. Nur die Fronten im Team Astana haben sich verhärtet. Armstrong versetzte Contador im Kampf um das Kapitänsamt eine empfindliche Niederlage.

TV-Tipp:

Der Kampf ums Gelbe Trikot täglich Live: Verfolgen Sie das Mannschaftszeitfahren auf der 4. Etappe der Tour de France mit Start und ZIel in Montpellier am Dienstag ab 14:15 Uhr hautnah in unserer ausführlichen TV-Übertragung, mit dem Eurosport Player oder im Live-Ticker bei eurosport.yahoo.de!

Jonathan Schwarz / Eurosport

Kommentare 1 - 6 of 66

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  1. :) armstrong kommt morgen übernimmt er gelb und am­ freitag gewinnt er die bergetappe :)

    Von Jan, am Mo 6.Jul. 18:50
  2. Wenn man mal genau überlegt warum sollteen Sie­ Armstrong zurückpfeifen??? Er kann so auch Zeit auf­ Leute wie Schlecks usw gutmachen und hinten ham sich­ Lotto und Liquigas kaputtgefahren und Morgen wird­ Astana zeigen was sie können Armstrong in Gelb und von­ Contador wird jeder Druck genommen....könnte sihc noch­ auszahlen!!!

    Von nixgud90, am Mo 6.Jul. 18:44
  3. ist doch richtig bekloppt ARMSTRONG,popovych und­ zubeldia ziehen los und­ verfolgen(unterstützen)columbia...das ist doch kein­ team(astana)mehr...contador eig. souverän vor­ armstrong(gesammtklasement)wird nicht unterstützt...das­ ist völlig unkontrolliert da bei astana

    Von Brais G, am Mo 6.Jul. 18:33
  4. Gerdi-Babys grosser Coup. Das Hackmesser ging durchs­ Hauptfeld (wegen Seiten-Wind) und er war in der­ Spitzen-Gruppe mit Armstrong und Cancellara. Damit 38­ sec. vor Hauptfeld um Contador im Ziel. Dadurch jetzt­ auf Platz 7 im Gesamt-Klassement! Ein Hoch auf die­ Abmargerungskur (er sah ja ziemlich dünn aus bei der­ Team-Präsentation, hat sich aber offenbar gelohnt nach­ der schwachen Tour de Suisse).
    :-)

    Schade dass er kein­ gutes Team hat und morgen im MZF Zeit verlieren wird­ (hoffe nicht zuviel) .
    :-(

    Von Foxxy Brown, am Mo 6.Jul. 18:32
  5. Sehr Seltsam, was sich Astana geleistet hat! Team­ Livestrong gegen Contador.

    Von bagdad187, am Mo 6.Jul. 18:32
  6. Columbia wird einfach durch solche Aktionen sympatisch­ und Respekt vor Gerdemann das er *wach* war Milram kann­ nach den beiden Etappenankünften mehr als zufrieden­ sein mit sich und dem Stand wie sie sich bisher­ präsentieren und Columbia???? Das ist Überragend!!!

    Von nixgud90, am Mo 6.Jul. 18:26
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