Tour de France - Schumacher sorgt für Sensation

Eurosport - Mi 09.Jul. 09:40:00 2008

Stefan Schumacher hat beim Einzelzeitfahren über 29,5 Kilometer rund um Cholet für eine Sensation gesorgt. Der 26-Jährige hat die starke Zeitfahrkonkurrenz in die Schranken verwiesen und sich neben dem ersten Etappensieg bei der Tour de France auch das Gelbe Trikot gesichert.

CYCLING 2008 Tour de France Cholet - Cholet Stefan Schumacher Gerolsteiner - 0

Fast zwei Stunden hatte der Amerikaner Danny Pate die Bestzeit inne, bevor der Garmin-Profi vom Berliner Jens Voigt an der Spitze verdrängt wurde. Der CSC-Fahrer stellte mit 36:19 Minuten eine starke neue Bestmarke auf und belegte am Ende den guten siebten Rang. Der Zeitfahrweltmeister Fabian Cancellara kam als nächster auf die Strecke und schien seiner Favoritenrolle gerecht zu werten. Der Teamkollege von Voigt nutzte die Marke des Deutschen als Richtzeit und erkämpfte sich um zwei Sekunden die Führungsposition.

Alle scheitern an Fabelzeit

Dann kam der große Moment von Schumacher. Niemand rechnete in diesem kurzen Zeitfahren mit dem Stuttgarter, der bei der ersten Zwischenzeit bei Kilometer 11 die Bestzeit von Jens Voigt völlig überraschend um 15 Sekunden pulverisierte. Der Gerolsteiner-Profi konnte das hohe Tempo halten und nach dem Wendepunkt im Rückenwind sogar noch zulegen. Im Ziel lag er 33 Sekunden vor Cancellara und das große Warten auf die verbleibenden Favoriten konnte beginnen.

Als Erster griff der Vorjahreszweite und Sieger des Zeitfahrens von Albi 2007 Cadel Evans die Bestzeit von Schumacher an. Doch der Australier im Dienst von Silence-Lotto verlor im Gegenwind-Abschnitt zu viel Zeit und musste sich am Ende mit Rang vier (+0:27 Minuten) begnügen. Als auch der Schotte David Millar (Garmin) deutlich an der Marke von Schumacher scheiterte (3.,+0:18) konnte nur noch Kim Kirchen den Schwaben verdrängen. Der Luxemburger vom Team Columbia beeindruckte zwar mit einer starken Vorstellung, konnte aber die Fabelzeit von 35:44 Minuten (Durchschnittsgeschwindigkeit von 49,5 km/h) ebenfalls nicht knacken und fuhr mit einem Rückstand von 18 Sekunden auf den zweiten Rang. Der Sensationserfolg von Schumacher war perfekt.

Schumacher: "Ein Traum ist wahr geworden"

"Ein Traum ist wahr geworden. Ich weiß einfach nicht, was ich sagen soll", sagte ein sichtlich überwältigter Schumacher nach dem zweiten Tour-de-France-Etappensieg in der Geschichte von Gerolsteiner. "Es ist einfach irre. Aber ich habe an mich geglaubt. Ich wusste, dass ich mehr zeigen kann, als auf den für mich enttäuschenden ersten zwei Etappen. Die Strecke war einfach optimal, als wenn ich sie für mich selbst gemacht hätte", freute sich der 26-Jährige über den zweiten Saisonsieg nach einem Etappenerfolg bei der Bayern-Rundfahrt.

Im Gesamtklassement liegt Schumacher nun zwölf Sekunden vor Kirchen und Millar sowie 21 Sekunden vor Evans. Der bisherige Leader Romain Feillu (Agritubel) büßte für die gestrige Marathonflucht über 208 Kilometer und belegte mit fünf Minuten Rückstand nur den 169. Rang. Auch seine Fluchtkollegen Paolo Longo (Barlowold) und William Frischkorn (Garmin) fielen wie erwartet weit zurück.

Valverde der große Verlierer

Zu den Siegern der Klassements-Fahrer gehörten neben Kirchen und Evans vor allem Andy Schleck und Denis Menchov. Der russische Rabobank-Kapitän kam auf den guten sechsten Tagesrang (+0:34) und liegt damit im Gesamtklassement neu auf Rang elf. Der jüngere der Schleck-Brüder belegte Platz 20 (+1:29) und schlug sich damit besser als seine CSC-Teamkollegen Carlos Sastre (28.,+1:43) und Bruder Fränk (46.,+2:14). Der große Verlierer war der Spanier Alejandro Valverde (Caisse d'Epargne), der nur 23. (+1:34) wurde und im Gesamtklassement neu auf Position 17 geführt wird.

Schumacher darf auf der 5. Etappe über 232 Kilometer von Cholet nach Chateauroux das Maillot Jaune tragen und hat gute Chancen, das begehrte Leibchen auf der Flachetappe zu verteidigen. Das Grüne Trikot trägt weiterhin Kirchen, Thomas Voeckler (Bouygues) ist im Bergtrikot unterwegs. Das Weiße Trikot des besten Jungrofis eroberte sich der Schwede Thomas Lövkvist von Liquigas als Tageselfter (+0:47).

Mattias Wieland / Eurosport

Kommentare 4 - 23 of 23

Kommentare sortieren: Aktualität | Meist bewertet
  1. man kann nur hoffen,es gibt gerechtichkeit,und doping-schummi wird bis nach ganz hinten durchgereicht

    Von seife1001, am Mi 9.Jul. 14:22
  2. Es gibt noch mehr in Schumachers Vergangenheit, was auf einen Grenzgänger in Sachen unterstützende Mittel hinweist.
    Aber trotzdem: Glückwunsch für diese hoffentlich saubere Leistung. Alles andere wäre der Dolchstoß für Holczer.

    Von triroli71, am Mi 9.Jul. 9:53
  3. Zum Thema Doping: Fakt ist, dass Schumacher vor der WM 2007 mit einem Hämatokritwert von 50,5 Prozent erwischt wurde. Dies ist nicht erlaubt und normalerweise nur durch Doping zu erklären. Auch der Hämoglobinwert von 16,9 g/dl (erlaubt sind 17,0) lässt daruaf schließen, dass er sich beim klassischen Herandopen etwas verzockt hat. Exploits wie sein gestriger wurden später nur zu oft auf Doping zurückgeführt, man kann also nur hoffen...

    Von Mattias W, am Mi 9.Jul. 9:08
  4. ihr mit euerm scheis doping gelabber geht mir auf den kecks
    wenns euch nich gefällt dann verzieht ihr flachzangen euch von hier u schaut fussball
    anstatt dasse sich freun das ein deutscher gewonn hat labbern se nur üba die selbe scheise

    Von eurosportfan, am Mi 9.Jul. 0:44
  5. Rebellin radelt derzeit durch österreich, um auf die frage von crashbow zu antworten. warum so entschieden wurde ist mir aber heut bei der übertragung des ORF nicht zu ohren gekommen.

    desweiteren sollte sich hier einige user zurückhalten mit ihren doping-anschludigungen - auch wenn sie das von zuhause von pappa oder onkel usw ... aufgeschnappt haben. zu dieser thematik kann man auch anders beitragen als ständig auf dem selben punkt zu treten oder im kreis zu radeln ;-).
    verschweigen wollen wir nichts, aber wenn schon anschuldigungen dann bitte mit nivau!

    Von n0name4me, am Di 8.Jul. 22:44
  6. Natürlich sind 2minuten ein klacks und die sind schnell eingefahren, aber ich denke, dass Frank (leider) nur noch eine Chance bekommt von Bjarne Riis, wenn Andy oder Carlos einen schlechten Tag erwischen sollten, denn es war glaube ich schon eine kleine Vorentscheidung in Sachen Kapitänsrolle, daher gehört er für mich zu den Verlierern und nicht wegen der 2Minuten! Denn wenn man es in relation zu den anderen Favoriten setzt, mit Ausnahme von Evans oder Kirchen ist er wirklich mit denen auf einem Niveau und er hat wirklich ein gutes Zeitfahren hingelegt, das steht ausser Frage!

    Von Andre Sacha, am Di 8.Jul. 22:39
  7. evans bestätigt seine vorschusslorbeeren, valverde im vergleich zur dauphiné schwach, cunego erwartet gut, genau wie sastre. menchov auch hervorragend, kirchen trau ich nicht, der ist mir nicht geheuer.
    mein favorit andy schleck mit einer ordentlichen vorstellung, in den bergen werden er und cunego das tempo vorgeben, valverde wird mindestens einen schwachen tag erwischen.

    Von schlecka, am Di 8.Jul. 21:54
  8. etienne0817,

    wie: "keiner dopt genauso wie Armstrong nie gedopt hat"?
    Was ist das denn für ein verblödeter Satz?!

    Von crashbow11, am Di 8.Jul. 21:13
  9. Thomas Lövkvist bei Liquigas ist mir aber neu?
    Und zum Thema Doping, keiner dopt genauso wie Armstrong nie gedopt hat!!!

    Von etienne0817, am Di 8.Jul. 21:03
  10. Mal eine Frage:
    Warum fährt eigentlich nicht Davide Rebellin mit?
    Hab ich da was nicht mitbekommen?

    Von crashbow11, am Di 8.Jul. 20:13
  11. Valverde als "den großen Verlierer" des Tages zu bezeichnen, halte ich für übertrieben. Dass er nicht zu den Besten gehören und vor allem auf Evans Zeit verlieren würde, war abzusehen - mit 67 Sekunden hält sich der Rückstand auf Evans noch im Rahmen. In diesem Zusammenhang verstehe ich auch nicht, warum Andy Schleck im gleichen Atemzug als großer Sieger tituliert wird, wobei er doch lediglich 5 Sekunden schneller als Valverde war; dass Andy Schleck ein solides Zeitfahren abliefern kann, ist spätestens seit dem Giro 2007 (6. Platz im Zeitfahren am vorletzten Tag) bekannt.
    Überrascht hat mich von den Classementfahrern lediglich Kim Kirchen überrascht - klar, auch er kann Zeitfahren, aber mit einer derart grandiosen Leistung hätte ich nicht gerechnet.
    Etwas stärker hätte ich dagegen Stijn Devolder eingeschätzt.

    Von frederik_toepel, am Di 8.Jul. 19:51
  12. Fränk Schleck, der Verlierer des Tages?!? Zeitfahren ist nun mal seine Schwäche, da soll er doch lieber die Kräfte für die Berge sparen und 2 Minuten ist für ihn auch nicht so viel.

    Der einzige wirkliche nicht zu erwartende Verlierer des Tages ist eindeutig Valverde.
    Erstens er ist schon zu früh in Topform und verliert trotzdem bei einem 30 km Zeitfahren 1,30 min, wie sieht das dann erst in der 3. Woche aus beim 53 km Zeitfahren?!?

    Von moehermann, am Di 8.Jul. 19:44
  13. Warum hackt ihr alle an Frank Schleck rum???Er ist ein Bergfahrer!!!Schon vergessen???Und die ,die nur von Doping sprechen sollten sich zu erst ihr Gehirn dopen und mal bisschen nachdenken was für ein Scheiß sie von sich geben

    Von Gilles S, am Di 8.Jul. 19:42
  14. Doping, Doping,ich höre immer nur Doping! Irgendwann muss doch mal "gut sein". Ist doch schön, wenn ein Schumi wieder gewinnt. So etwas brauchen wir! Weiter so Schumi!
    Sportler erreichen manchmal mehr als "jede Politik" ;-)

    Von jeh_buxtehude, am Di 8.Jul. 19:31
  15. an alle die jetzt hier wieder von Doping reden, sei gesagt dass dieser Sieg der beste Beweis dafür ist dass diese Tour sauberer ist als alle vorheerigen. Favoriten wie Frank Schleck oder Evans, usw. hätten nicht 2 Minuten gegen einen Schumacher verloren wenn sie gedopt wären. Endlich kann man wieder Radrennen geniessen in denen auch die Stärkeren ganz einfach mal einen schlechten Tag erwischen. Die Zeiten eines Floyd Landis, Armstrong % co. sind vorbei

    Von ratm_9_11, am Di 8.Jul. 19:27
  16. Da generell alle Fahrer gedopt sind, kann man das nun auch wieder ausblenden und zum Sieg gratulieren.

    Von bzbub, am Di 8.Jul. 19:08
  17. Bravo an Stefan Schumacher!!!!!
    Super Tagessieg und die eigentlichen Zeitfahrfavoriten förmlich abgewatscht!
    Man fragt sich, warum Cancellara, Valverde, etc. so schlecht bei der Etappe waren!
    Aber auch ein Markus Fothen hat wieder mal auf ganzer Linie enttäuscht!!!
    Und noch zu dem Kommentar von "seife1001":
    wer hier im Zusammenhang des Tagessieges von Doping redet, sollte mal überlegen, was er schreibt!

    Von masterofdesaster67, am Di 8.Jul. 18:58
  18. Für Andy Schleck ist diese Tour nicht die wichtigste,da er am Anfang seiner Karriere steht.Er selbst sagt auch, dass er diese Tour mitfährt um einen Überblick zu erhalten.
    Frank schont noch seine Kräft,weil er ein Bergfahrer ist!!!Deshalb kann man nicht von einer Enttäuschung bei Franck sprechen,außerdem hat er für seine Leistung im Zeitfaheren nicht Enttäuscht!!!Der Kim IST DER HAMMER.Der kämpft jetzt bis er das gelbe Trkot hat.Er ist in Topform.Er wird Schumacher das Trikot in kürze schon wegnehmen, da bin ich sicher!!Und Kim ist in der Tour der beste Fahrer,denn er hat sein Niveau die ganze Zeit gehalten!!!Frank greift später an,glaubt mir!
    ALLEZ LUX

    Von Gilles S, am Di 8.Jul. 18:49
  19. besser gedopt als Kirchen, die Schleck-Brüder und Valverde

    Von hans_dierke, am Di 8.Jul. 18:02
  20. Kirchen und Evans, sowie Menchov sind die Gewinner des Tages, große Verlierer sind Ricco und Frank Schleck. Die Kapitänsrolle bei CSC wird sich jetzt wohl zwischen Andy und Carlos Sastra vollziehen, doch es bleibt abzuwarten was morgen passieren wird. Werden Ricco oder Frank Schleck attackieren, denn sie können frei auffahren und müssen unbedingt Zeit aufholen. Was macht Kirchen, wird er seinen agressiven Fahrstil durchhalten können? Es ist spannend denn die huete verlorene Zeit muss erst wieder aufgeholt werden.
    Mal sehen es ist auf jeden Fall für Spanung gesorgt und die Fahrer überraschten, denn alle gingen sie Vollgas, obwohl man davon ausging, dass sie noch nicht die Karten aufdecken würden.
    Schumacher kann man nur zu seiner Leistung beglückwunschen, er kann den Tag morgen im geben Trikot genießen, denn es könnte auch schon der letzte gewesen sein, aber in dieser Form muss man schauen was er noch leisten kann, ein Favorit auf den Toursieg stellt er trotzdem noch nicht da.

    Von Andre Sacha, am Di 8.Jul. 17:56
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