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Großer Empfang für Nationalelf in Berlin trotz Niederlage

Mo 30 Jun, 10:22 Uhr


Frankfurt/Main (AP) Mit einer riesigen Party dankt die deutsche Nationalmannschaft nach der 1:0 Niederlage gegen Spanien am (heutigen) Montag ihren Fans für die Unterstützung. Gegen 14.30 Uhr sollen die Spieler in Berlin empfangen werden. Nach dem Abpfiff am Sonntagabend im Wiener Ernst-Happel-Stadion herrschte auf deutscher Seite allerdings Enttäuschung: Mit hängenden Köpfen verließen gegen 23.00 Uhr Hunderttausende deutsche Fußballfans die Public-Viewing-Gelände. In einigen Städten schlug der Frust in Gewalt um.

Allein in Berlin drängten sich rund um das Brandenburger Tor rund 500.000 Menschen. Bundespräsident Horst Köhler gratulierte der deutschen Mannschaft zum zweiten Platz und gab sich optimistisch: «Diese Mannschaft hat alle Möglichkeiten, noch mehr zu erreichen.» Auch Kanzlerin Angela Merkel lobte das gute Spiel der Mannschaft. Nach dem dritten Platz bei der WM 2006 und dem zweiten Platz bei der EM arbeite sich das Team mit Blick auf die WM in Südafrika immer weiter nach oben.

In Berlin nahm die Polizei 65 Menschen fest, meist wegen Körperverletzung, Sachbeschädigung, Beleidigungen und Widerstand gegen Polizeibeamte. In 57 Fällen wurde Strafanzeige erstattet, es gab drei Leichtverletzte. In Wien wurden zehn deutsche Fans festgenommen. Ansonsten zeigten sich die Deutschen überwiegend als gute Verlierer: Auf der Fanmeile in der österreichischen Hauptstadt, auf der fast 70.000 Menschen das Match verfolgt hatten, feierten viele deutsche Fußballanhänger zusammen mit Spaniern, wie die österreichische Nachrichtenagentur APA berichtete.

In der Schweriner Innenstadt setzten dagegen laut Polizei etwa 100 Randalierer Container in Brand, warfen Flaschen und Steine auf Beamte und zerstörten ein Auto. Die Polizisten setzten Reizgas ein, drei wurden verletzt. Auch in Magdeburg warfen Fans Steine und Flaschen auf Polizisten, setzten Container in Brand und beschädigten Autos. Als die Reifen eines Polizeifunkwagens zerstochen und dessen Besatzung bedroht wurde, griffen die Beamten zum Pfefferspray. Acht Polizisten wurden leicht verletzt, 37 Fans zeitweise in Gewahrsam genommen. Gegen mehr als 20 Personen wurden Strafanzeigen erlassen.

In Halle-Neustadt in Sachsen-Anhalt blockierten rund 400 Fans die Magistrale und randalierten in der Stadt. Dabei wurden 17 Beamte verletzt und 23 Personen vorläufig festgenommen. Im sächsischen Bautzen besetzten 400 enttäuschte Fußballfans eine Bundesstraße, einige bewarfen Beamte mit Steinen und Flaschen. Auch in Thüringen kam es zu Zusammenstößen zwischen Fans und Polizei. In Würzburg wurde kurz nach Mitternacht ein Mann mit einer leichten Stichverletzung im Rücken gefunden. Ob ein Zusammenhang mit dem Fußballspiel bestand, war laut Polizei aber zunächst unklar.

Enttäuschung herrschte auch in Hamburg, wo sich etwa 70.000 Fans das Spiel auf öffentlichen Plätzen angeschaut hatten. In St. Pauli wurden jedoch meist wegen Körperverletzungen 13 Personen festgenommen und 61 in Gewahrsam genommen. In München blieb es überwiegend ruhig. Hier hatten 50.000 Fans das Spiel im Olympia-Stadion verfolgt. In Frankfurt zerstreute sich die Menge rasch, auch in Köln war die Stimmung gedrückt. «Es gibt wenig Aggressionen. Die Stimmung ist nicht auf Krawall angelegt, sondern auf Nachhause-Gehen», sagte ein Polizeisprecher.

Ganz anders dagegen in Spanien: Nach dem Schlusspfiff im Wiener Stadion ertönten dort Hupkonzerte, Feuerwerksraketen stiegen auf. Auf der zentralen Plaza Colón in Madrid, wo 35.000 Menschen das Spiel beim Public Viewing verfolgt hatten, schwenkten viele Fans rot-gelbe Nationalflaggen. Ähnliche Jubelszenen spielten sich in zahlreichen Städten des Landes ab.

 

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