Wien (AP) Die Türkei ist der Gegner der deutschen Nationalelf im EM-Halbfinale am kommenden Mittwoch in Basel. Das Team von Trainer Fatih Terim besiegte am Freitagabend Kroatien nach Elfmeterschießen mit 4:2.
Nach 90 Minuten hatte es vor mehr als rund 50.000 Zuschauern im ausverkauften Ernst-Happel-Stadion in Wien 0:0 gestanden. In der Verlängerung traf zunächst der eingewechselte Ivan Klasnic von Werder Bremen in der 119. Minute für Kroatien. Wenige Sekunden vor Schluss glich der ebenfalls eingewechselte Semih Sentürk aus. Im Elfmeterschießen schossen dann die Kroaten Luka Modric und Ivan Rakitic den Ball am Tor vorbei, Mladen Petric scheiterte an Torhüter Recber Rüstü, während alle türkischen Spieler sicher verwandelten.
Nach dem Spiel zeigte sich Terim begeistert: «Wir sind eine starke Mannschaft, wir haben sehr gut gespielt», sagte er im ZDF und fügte an: «Wir haben gekämpft, die Spieler übertreffen sich selbst. Das ist wirklich einmalig in der Geschichte. Wir gehören zu den besten Fußballnationen in Europa.»
Zu Beginn zeigten die Kroaten eine disziplinierte Defensivleistung, kontrollierten das Spiel über weite Strecken und kamen zu einer Reihe guter Chancen. So traf Ivica Olic vom Hamburger SV in der 19. Minute aus wenigen Metern Entfernung nur die Latte. Glück hatten sie jedoch in der 36. Minute, als Josip Simunic von Hertha BSC Berlin Tuncay Sanli im Strafraum zu Fall brachte, der italienische Schiedsrichter Roberto Rosetti aber weiterlaufen ließ.
In der zweiten Hälfte kam die türkische Elf kein einziges Mal wirklich gefährlich vor das Tor des Gegners. Die Kroaten wiederum konnten ihre Überlegenheit in einer mäßigen Partie nicht in Tore umsetzen. In der Verlängerung übernahmen zunächst die Türken die Offensive, erspielten sich durch Tuncay Sanli zwei gute Möglichkeiten. Als der eingewechselte Klasnic kurz vor Ende der Verlängerung traf, wähnte sich Kroatien schon im Halbfinale. Doch die Türken schafften wie schon in ihren Vorrundenspielen gegen die Schweiz und Tschechien einen ganz späten Treffer, kamen so ins Elfmeterschießen und gewannen schließlich noch mit Glück und dank ihrer Nervenstärke.
Der kroatische Trainer Slaven Bilic hatte der Startelf vertraut, die die deutsche Nationalelf mit 2:1 besiegt hatte. Der türkische Coach Terim musste sein Team dagegen auf insgesamt sieben Positionen umbauen, neben fünf Verletzten fehlte nach seiner roten Karte gegen Tschechien Stammtorhüter Volkan Demirel sowie der gelb-gesperrte Mehmet Aurelio.


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