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Türkischer Jubel in deutschen Innenstädten

Mo 16 Jun, 16:20 Uhr


Frankfurt/Main (AP) Zehntausende türkische Fans in ganz Deutschland haben bis tief in die Nacht den dramatischen 3:2-Sieg ihrer Nationalelf bei der Fußball-EM über Tschechien gefeiert. In zahlreichen Städten gab es Autokorsos. Allein in Berlin rollten mehrere hundert Fahrzeuge über den Kurfürstendamm, in München zählte die Polizei sogar rund 1.500 Autos. Die Feiern blieben weitgehend friedlich.

In den Innenstädten jubelten fahnenschwingende Türken auch lange nach dem Abpfiff noch über das Erreichen des Viertelfinales. Die Türkei hatte in der letzten Viertelstunde der Partie gegen Tschechien einen 0:2-Rückstand noch zu einem 3:2-Sieg gedreht.

«Wir haben uns von einer großen Last befreit», sagte der türkische Trainer Fatih Terim. «Wir sind im Viertelfinale! Geht alle feiern, geht auf die Straßen, genießt dieses Gefühl, das uns die Spieler heute gegeben haben.» Das beherzigten viele Fans.

Etwa 25.000 feiernde Anhänger der türkischen Elf legten in der Nacht zum Montag die Berliner Innenstadt lahm. Mit 500 Fahrzeugen rollten sie in einem Autokorso über den Kurfürstendamm, der gegen 23.00 Uhr gesperrt werden musste, wie die Polizei mitteilte.

Auch beim Public Viewing in Spandau, Treptow und Prenzlauer Berg feierten Hunderte von Fans den 3:2-Sieg der türkischen Mannschaft über Tschechien, der ihr den Einzug ins Viertelfinale der Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz sicherte.

In Kreuzberg sei es kurz zu Auseinandersetzungen zwischen türkischen und kurdischen Jugendlichen gekommen, berichtete die Polizei. Acht Beteiligte wurden den Angaben zufolge wegen Körperverletzung und Verstößen gegen das Waffengesetz festgenommen. Dennoch bewertete die Polizei die Feiern als überwiegend friedlich.

7.000 türkische Fans feierten auf der Leopoldstraße in München den Einzug ihres Teams ins Viertelfinale bei der Euro 2008. Die Polizei hatte die Straße deswegen bereits kurz vor Spielende zu großen Teilen vorsorglich gesperrt. Den Angaben zufolge fuhren bis zu 1.500 Pkw aus dem gesamten Stadtgebiet in Richtung Leopoldstraße; der Verkehr kam dort teilweise zum Erliegen. Insgesamt sei die Stimmung unter allen Fans äußerst friedlich gewesen. Die Polizei nahm lediglich drei Personen wegen des Abbrennens von pyrotechnischen Gegenständen fest. Bis 01.00 Uhr endeten die Feierlichkeiten.

In Freiburg kam es bei einer Siegesfeier von türkischen Fans zu einer tätlichen Auseinandersetzung: Ein 26-jähriger Türke musste mit einer Stichverletzung in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Sein 27-jähriger Kontrahent wurde nur leicht verletzt. Beim Einschreiten der Polizei wurde ein 33-jähriger Türke von einem Polizeihund in den Arm gebissen und leicht verletzt.

In der Mainzer Innenstadt wurden unmittelbar nach Spielende bengalische Feuer abgebrannt. Türkische Fans griffen Polizeibeamte an. Nur durch massive Kräfte konnte die Lage beruhigt werden, wie die Polizei mitteilte.

 

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