Eurosport - Fr 08.Mai. 17:28:00 2009
Der Giro feiert 2009 seinen 100. Geburtstag - und zum Jubiläum haben sich die Organisatoren eine ganz besondere Mischung von Spektakeln einfallen lassen. Die 3454 Kilometer von Venedig nach Rom stecken voller Überraschungen, die aber bei den Fahrern nicht nur auf Begeisterung stoßen dürften.
Gestartet wird diesmal in Venedig, als Zielort wurde nicht wie sonst üblich Mailand ausgewählt, sondern Italiens Hauptstadt Rom. In den drei Wochen vom 9. bis 31. Mai stattet die Rundfahrt nicht nur Frankreich und der Schweiz unterwegs kurze Besuche ab, sondern macht auch mit zwei Etappenorten in Österreich Station.
Insgesamt fünf Bergankünfte und zahllose Bergwertungen machen den 92. Giro zu einem Fest für Kletterer. Allein ein extrem langes Einzelzeitfahren dürfte den Spezialisten im Kampf gegen die Uhr die Chance geben, verlorenes Terrain zurück zu gewinnen. Wenige Chancen haben die Sprinter, nur vier Etappen scheinen ihnen in jedem Fall sicher, ansonsten spricht das Profil oft eher für zähe und tempoharte Ausreißer.
Die Streckenführung garantiert Spektakel, aber die Veranstalter schießen dabei mehrfach über das Ziel hinaus. Vier Etappen mit über 235 Kilometern Länge, dazu mit etlichen Anstiegen bzw. sogar als Bergankunft sind schlichtweg nicht mehr zeitgemäß. Gleiches gilt für das Zeitfahren auf schwerem Kurs und über 60,6 Kilometer - von solch extremen Prüfungen waren Rennchefs in den letzten Jahren zurecht abgekommen.
1. Woche: Vom Lido nach Österreich
Grandiose Bilder sind fast immer sicher, wenn ein Mannschaftszeitfahren auf dem Programm steht. Beim Giro 2009 wird auch die Kulisse ein Übriges dazu beitragen: Auf dem Lido von Venedig werden die Teams 20,5 Kilometer mit Höchstgeschwindigkeit absolvieren. Zwei lange Geraden und eine völlig flache Strecke dürften für einen Rekord in dieser Disziplin sorgen.
Nach zwei Teilstücken für die Sprinter wird es bereits auf der 4. Etappe mit der ersten Bergankunft ernst: Die 162km nach San Martino di Castrozza (1466m) sind aber nur eine erste "Vorspeise". Denn gleich am nächsten Tag gilt es, im Finale die Seiseralm bei Bozen (1844m) zu erklimmen. Diese 5. Etappe ist zwar nur 125km lang, doch allein der Schlussanstieg selbst zieht sich über 25km.
Aus Südtirol führt der Parcours dann nach Mayrhofen in Österreich, wobei das Feld auf einer Marathon-Distanz von 248km zwei längere Anstiege bewältigen muss und dabei den Felbertauern-Tunnel durchqueren wird. Tags darauf geht es von Innsbruck aus über 244 nicht gerade flache Kilometer mit einem langen Abstecher in die Schweiz zurück nach Italien. Während die 8. Etappe nach Bergamo ideal für Ausreißer scheint, kommen danach in Mailand die Sprinter zum Zuge: Dort werden acht Runden auf einem Rundkurs in der Altstadt gedreht, dort wo 1909 der erste Giro gestartet wurde und sonst meist die Schlussetappe ausgetragen wird.
2. Woche: Marathons in Bergen & Zeitfahren
Im Anschluss an den ersten Ruhetag wartet die mit 262km längste und vielleicht auch schwerste Etappe: Das 10. Teilstück von Cuneo nach Pinerolo führt auf über 2000m Höhe, bevor es aus Sestriere hinunter zum Zielort geht.
Da dürfte auf der 11. Etappe Richtung Genua Durchatmen angesagt sein, besonders bei den Favoriten auf den Gesamtsieg. Denn ihnen steht auf dem 12. Tagesabschnitt das extrem lange Einzelzeitfahren durch die malerische "Cinque Terre" bevor. Eine solche Distanz, noch dazu auf einem so anspruchsvollen Profil, hat es seit Jahren nicht mehr gegeben.
Wie gerufen wird danach der flache Ausflug nach Florenz sein, bevor gen Bologna wieder andere Saiten aufgezogen werden: Fast pausenlos geht es auf und ab und zu guter Letzt wartet zum Ziel eine kurze, aber steile Rampe. Auch die 15. Etappe nach Faenza wäre mit "wellig" nur unzureichend umschrieben, für Ausreißer und Überraschungs-Coups der Stars bieten diese beiden Tage beste Voraussetzungen.
3. Woche: Finale an Vulkan & Forum Romanum
Der Auftakt in die Schlusswoche bringt den nächsten "Berg-Marathon": Die vier Anstiege sind zwar längst nicht so lang wie jene in Alpen oder Dolomiten, doch an Steilheit müssen sie sich nicht verstecken - zumal auch die Distanz von 237km ihren Teil beitragen wird. Das Ziel in Monte Petrano liegt am Ende einer 10,4km langen Bergwertung mit rund 8% durchschnittlicher Steigung.
Am zweiten Ruhetag zieht der Tross noch einmal weiter südwärts, bevor auf der 17. Etappe ein "Berg-Sprint" zum Blockhaus ansteht. Nur 83km ist die Strecke lang, die sich letztlich in den Anlauf zum Schlussanstieg und die 17km mit rund 7% hoch auf 1631m teilt. Doch damit nicht genug der Kletterei: Das 19. Teilstück endet am Vesuv bei Neapel und vor dem Härtetest am Vulkan wird sich keiner der Fahrer seines Platzes in der Gesamtwertung sicher sein können. Denn es geht 10km bei über 8% hinauf, wobei die letzten knapp 2000m sogar fast 10% vorzuweisen haben.
Den krönenden Abschluss erleben Fans und Fahrer schließlich zwei Tage später beim abschließenden Einzelzeitfahren durch Roms Stadtkern. Die 15,5km sind aber flach und so dürfte dieser Kampf gegen die Uhr nur bei sehr knappen Abständen im Klassement noch über den Sieg entscheiden. Vorbei am Petersplatz, Forum Romanum, Circus Maximus und Colosseum - ein großartigeres Panorama kann man sich kaum wünschen.
TV-Tipp:
Verfolgen Sie den Giro d'Italia LIVE ab 9. Mai bei Eurosport-TV, im Eurosport Player und im Ticker bei eurosport.yahoo.de! Den Kampf um das "maglia rosa" mit jeder Menge Topstars präsentieren Ihnen Ulli Jansch und Karsten Migels.
Kommentare 1 - 10 of 10
Im Tal der Ahnungslosen (Doping wegen schwerer Etappen, so ein Quark):
Gedopt wird um zu gewinnen, nicht weil Etappen zu schwer oder zu lang sind. Ben Johnson war voll bis über den Kopf. Für 100 meter !!
wenn es den fahrern zu schwer ist, müssen sie einfach etwas langsamer fahren!! damit reduziert sich uch die belastung! es ist doch schwachsinn sich ständig über die schwere der rundfahrten aufzuregen! wir wollen spitzensport sehen und nicht die kleine friedensfahrt. es sind profis!!
sportler dopen nicht weil die strecken zu schwer sind sondern weil sie gewinnen wollen. ich seh es zwar auch so dass heuer bei der streckenführung übertrieben wurde aber es ist nicht in ordnung doping mit schweren etappen zu "entschuldigen". würden sie nur 10 flache km im kreis fahren würden manche trotzdem dopen um zu gewinnen!
Die Streckenführung garantiert Spektakel, aber die Veranstalter schießen dabei mehrfach über das Ziel hinaus. Vier Etappen mit über 235 Kilometern Länge, dazu mit etlichen Anstiegen bzw. sogar als Bergankunft sind schlichtweg nicht mehr zeitgemäß. Gleiches gilt für das Zeitfahren auf schwerem Kurs und über 61,7 Kilometer - von solch extremen Prüfungen waren Rennchefs in den letzten Jahren zurecht abgekommen.
Da sieht man es die schreiben es sogar selber!!!!!
Habt ihr auch mal was anderes als eure scheiss Dopinggerüchte
dies ollten mal die strecken kürzen und nicht so viele berge in eine etappe reinbauen
dann würde es auch nicht so viele doper geben
und das einzelzeitfahren ist ja schon ein mannschaftszeitfahren in dieser ländge
ein einzelzeitfahren sollte am besten maximal 45 km lang sein
überraschung?
was ist denn da überraschend?
daß gedopt wird?
tolle überraschung, das ist ganz was neues!!!
61km Einzelzeitfahren? Bei hartem Profil? Welcher Nicht-Zeitfahrer soll das innerhalb der Karenzzeit schaffen?
Bei dem Giro fahren ja auch viele, die durchaus nicht unverdächtig sind. Ist die Strecke jetzt dem Doping angepasst oder wird das Doping der Strecke angepass?
Die sind bekloppt, die 'Römer'.
Bei solch einem Terrain brauch sich keiner wundern, warum da gedopt wird.
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