Eurosport - Do 08.Mai. 22:16:00 2008
Kimi Räikkönen und Felipe Massa befinden sich beim Großen Preis der Türkei wieder in der Rolle der Gejagten, doch diese werden sie auch am Bosporus dankend annehmen. Nach drei Siegen in vier Rennen ist Ferrari bereits zu diesem frühen Zeitpunkt der Saison das Maß aller Dinge.
Die Konkurrenz wird mit Schrecken die Historie einer der modernsten Formel-1-Strecken der Welt im Blick haben, denn seit dem ersten Grand Prix im Jahr 2005 konnten am Istanbul Racing Circuit nur aktuelle Ferrari-Piloten gewinnen. 2005 war es Kimi Räikkönen, damals noch im McLaren-Mercedes, und in den beiden letzten Jahren siegte der Brasilianer Felipe Massa im Ferrari. Ein gutes Omen also für die Scuderia, die Dominanz im Formel-1-Zirkus weiter auszubauen.
Wenn aktuell überhaupt von Verfolgern gesprochen werden kann, dann ist es sicherlich BMW Sauber mit Robert Kubica und Nick Heidfeld sowie McLaren-Mercedes mit Lewis Hamilton und Heikki Kovalainen. "Wenn man nicht Erster und Zweiter werden kann, dann sollte man versuchen, Dritter und Vierter zu werden. Dann ist man punktemäßig nicht zu weit weg", gibt sich Mercedes-Sportchef Norbert Haug bescheiden. "Wir hatten drei durchaus problematische Rennen hinter uns gebracht, wo Ferrari den Speed diktiert hat und wir Punkte haben liegen lassen. Das sollten wir möglichst umdrehen", sagte der 55-Jährige.
Theissen: "Ferrari ist die Messlatte"
Auch BMW Sauber ist sich der Vormachtstellung der "Roten" bewusst, hat jedoch mit dem Polen Robert Kubica (3.) und dem Deutschen Nick Heidfeld (5.) zwei Fahrer in aussichtsreicher Verfolgerposition. "Wir wollen uns weiter in der Spitzengruppe behaupten, in der Ferrari die Messlatte ist", sagte Motorsportdirektor Mario Theissen. Nach seinem enttäuschenden neunten Rang beim Großen Preis von Spanien ist der Mönchengladbacher Heidfeld sicherlich auf Wiedergutmachung aus.
Und das gilt nicht nur für den erfahrenen BMW Sauber-Piloten. Nicht ein deutscher Fahrer konnte in Barcelona in die Punkteränge fahren - zudem droht die Konkurrenz im eigenen Team Timo Glock (Toyota) und Adrian Sutil (Force India) den Schneid abzukaufen. Und Sebastian Vettel wäre froh, mit seinem Toro-Rosso-Boliden wenigstens einmal durchs Ziel zu fahren. Allein Willams-Pilot Nico Rosberg könnte nach den Punkterfolgen in Australien und Bahrain wieder einmal unter die ersten Acht kommen. "In den letzten Jahren war das unser stärkstes Rennen im Vergleich zu den Spitzenteams. Wir greifen an. Aber Ferrari ist natürlich die Nummer 1", sagte der 22-Jährige zuversichtlich.
"Iceman" zuversichtlich
Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen gibt sich vor dem fünften WM-Rennen der Saison wie gewohnt recht cool: "Ich mache mir keine Sorgen, weil wir in Istanbul stark sein werden. Wir wollen bis zum Saisonende vorn bleiben." Bezüglich der WM-Aussichten äußerte er sich jedoch ungewohnt zurückhaltend: "Es ist noch zu früh, um über mehr als den Sieg nachzudenken." Technik-Chef Luca Baldisseri hingegen strahlt großes Selbstbewusstsein aus: "Solange wir keine Fehler machen, haben wir perfekte Chancen."
Hinweis:
Verfolgen Sie den Großen Preis der Türkei in Istanbul am Sonntag, 11. Mai ab 14:00 Uhr hier bei eurosport.yahoo.de im live-Ticker!