Eurosport - Do 08.Mai. 21:06:00 2008
Eurosport Kolumnist Rudi Brückner stellt enttäuscht fest, dass Geld am Ende im Fußball leider doch die Tore schießt, Hoffenheim eben nicht Unterhaching ist und die deutschen Klubs auch im kommenden Jahr international wohl nichts bewegen werden.
Am Ende sieht es dann häufig eben doch so aus, als würde das Geld Tore schießen. Denn auf der Zielgeraden der Fußball-Bundesliga ist nicht nur Meister Bayern weit vorne weg, sondern nun auch endgültig Bremen und Schalke für das große Geld der Champions League uneinholbar bereit. Bremen trat und quälte sich zwar gegen den Hamburger SV zum Sieg, aber hat nun wieder gegenüber Schalke die bessere Ausgangsposition ohne Qualifikation das Champions-Geld einzustreichen.
Magath widerlegt Rehhagel
Eine Rolle werden dann die deutschen Vertreter wieder einmal nicht spielen, aber würden die Bundesligisten und andere nicht in diesem Wettbewerb mitkicken, wie sollten dann die englischen Teams ihre Geld-Überlegenheit zeigen können? Also freuen wir uns auf die neuen Vorrunden in der "Europaklasse".
Und das der zusammengekaufte Haufen von Felix Magath, gemeint ist der VfL Wolfsburg, nun vielleicht auch noch in den UEFA Cup kommen kann, widerlegt eben doch die alte These von Otto Rehhagel. Mit viel Geld bastelt der "Organisations-Allrounder" in der Volkswagen-Stadt sein Team aus aller Welt zusammen, das dann im Trikot des VfL Wolfsburg punktet.
Hoffenheim wie Wolfsburg
Eine Parallele übrigens zu Hoffenheim in der Zweiten Liga. Mit Trainer Ralf Rangnick aus der dritten Liga mit Geld durchgestartet, steigen sie nun wahrscheinlich direkt in die Bundesliga auf. Auf den ersten Blick so ein lustiger Exot, wie vor einigen Jahren Unterhaching. Die schafften es allerdings mit eigener sportlicher Kraft, Hoffenheim kauft sich - wie Wolfsburg - Spieler und Erfolg.
Und wenn dann dieser Erfolg planbar ist, wie es bei beiden den Anschein hat, läuft der Fußball Gefahr, an Attraktion zu verlieren. Selbst der Jubel um Start-Ziel-Meister FC Bayern hielt sich sogar bei den eigenen Fans in überschaubaren Grenzen. Auch die aufgesetzte, aus der NBA geklaute, inszenierte Meisterhuldigung nach dem 2:0-Sieg gegen Bielefeld war nicht wirklich ausgelassen und freudig. Bayern plünderte vor dieser Saison das Festgeldkonto, verpflichtete Ribery und Toni und spielten mit Routine die Bundesliga herunter. Der Rest durfte mitmachen und fünf davon sind bis zum Schluss froh, überhaupt dabei sein zu dürfen:
Hansa, "Club" und "Zebras" steigen ab
Cottbus, Bielefeld, Nürnberg, Duisburg und Rostock. Hansa ist mit einem Fünf-Punkte-Rückstand bei noch zu vergebenen sechs Punkten nur noch theoretisch zu retten, Duisburg vergab den Matchball mit der Niederlage in Nürnberg und geht zurück in Liga zwei und Nürnberg wird wahrscheinlich am letzten Spieltag zuhause ausgerechnet von den Freunden aus Schalke bitter in die Zweite Liga geschickt. Bielefeld rettet sich mit drei Heimpunkten gegen Dortmund und verinnerlicht die Erkenntnis: Solange drei noch Schlechtere als du mitspielen, ist die Klasse gesichert!
Oder du kaufst dir einfach die erste Klasse, siehe oben. Doch Achtung: Erfolgskauf, nein danke!!! Die Beispiele Wolfsburg und Hoffenheim künden nichts Gutes und erzeugen Verdrossenheit. Sollen wir also jetzt wieder hoffen, dass die Tore schießen, die kein Geld haben? Das Dilemma des Fußballs ist eben das Geld, das dann doch Tore schießt.