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Endrunden-Neuling Polen gegen DFB-Elf ohne Sieg

Do 08 Mai, 18:52 Uhr


Hamburg (dpa) - Die Wasserschlacht von Frankfurt, der Auftakt zum Sommermärchen: Bei Fußball-Weltmeisterschaften bestritt Polen bereits legendäre Spiele gegen Deutschland. Zu einem Aufeinandertreffen der Teams bei einer EM-Endrunde ist es indes noch nie gekommen.

Bislang konnte sich der osteuropäische Nachbar, der 2012 als Mitgastgeber der übernächsten Europameisterschaft schon gesetzt ist, noch nie dafür qualifizieren. Aber recht souverän löste das Team des erfahrenen niederländischen Trainers Leo Beenhakker diesmal das Ticket zur EURO 2008 in Österreich und der Schweiz. In der Gruppe A verwies Polen Vize-Europameister Portugal auf den zweiten Rang. 9 der insgesamt 24 Tore in 14 Spielen gingen auf das Konto des ehemaligen Bundesliga-Legionärs Ebi Smolarek.

Zwei seiner Landsleute und Teamkollegen in der polnischen Nationalmannschaft verdienen auch weiter ihr Geld in der höchsten deutschen Spielklasse. Jakub Blaszczykowski spielt für Smolareks Ex-Club Borussia Dortmund und Jacek Krzynowek beim VfL Wolfsburg.

Beenhakker, der 1994 Saudi-Arabien und 2006 Trinidad und Tobago zur WM-Endrunde geführt hatte, übernahm das Traineramt nach den Titelkämpfen in Deutschland. Zuvor war Pawel Janas entlassen worden. Denn trotz der starken Leistung beim Last-Minute-0:1 gegen Deutschland (Bundestrainer Joachim Löw: «Die Polen haben uns in Dortmund schon viel abverlangt») verlief die siebte WM-Teilnahme (3. Platz 1974 und 1982) des aktuellen Weltranglisten-23. enttäuschend.

Der Vertrag mit dem 65-jährigen Beenhakker, der als Vereinstrainer mit Ajax Amsterdam und Real Madrid reichlich Erfolge einheimste, wurde nach der bestandenen EM-Qualifikation bereits bis 2009 verlängert. Die Fußball-Fans in Polen hoffen auf eine neue goldene Generation rechtzeitig vor der EM in rund viereinhalb Jahren im eigenen Land und in der Ukraine.

Die Statistiken weisen Polen zwar bereits beim Wettbewerbs-Auftakt 1960 mit dem sogenannten «Europapokal der Nationen» als Achtelfinalist aus. Doch wurde die Endrunde damals nur mit den vier besten der insgesamt nur 17 gemeldeten Teams ausgespielt.

Die größte Unruhe wird aus der Heimat an das Team herangetragen. Der Gastgeber für die EM-Endrunde 2012 versinkt mehr und mehr in einer schier endlos anmutenden Korruptionsaffäre, die auch vor dem Vorstand des Polnischen Fußballverbandes (PZPN) nicht halt gemacht hat. Nach Angaben von Justizminister Zbigniew Cwiakalski im April sind mindestens 29 Mannschaften in den Skandal verwickelt. Die Staatsanwaltschaft in Wroclaw führte seit 2005 Ermittlungen gegen korrupte Trainer, Schiedsrichter, Spieler und Funktionäre. Inzwischen wurde Anklage gegen rund 120 Personen erhoben.

Die Hochzeit erlebte Polens Nationalmannschaft in den 70er Jahren. Unumstrittener Star war damals Grzegorz Lato, der mit sieben Treffern auch Torschützenkönig der WM '74 in Deutschland wurde. Damals war es auch zur berühmten Wasserschlacht von Frankfurt gekommen. Und einem weiteren Sieg der DFB-Elf, die in insgesamt 15 Partien ungeschlagen gegen Polen ist. Viermal trennten sich die Teams remis.

Deutsche Bilanz nach 15 Spielen gegen Polen:

Siege: 11

Unentschieden: 4

Niederlagen: 0