Eurosport - Mi 08.Apr. 15:42:00 2009
Stars werden teurer, die Konkurrenz größer. Für Uli Hoeneß ein Grund, mehr Geld für die Vereine zu fordern. Bayerns Champions-League-Gegner FC Barcelona zeigt, dass auch die Investition in die Jugend durchaus von Erfolg gekrönt sein kann.
Schon 2005 mahnte Hoeneß: "Auf Dauer sind wir mit unseren wirtschaftlichen Möglichkeiten international nicht mehr konkurrenzfähig. Wenn das so bleibt, bin ich skeptisch für den gesamten deutschen Fußball." Anno 2009 machte sich Hoeneß für eine monatliche Fußball-Gebühr von zwei Euro stark - zu zahlen nicht nur von den Fans, sondern von allen TV-Zuschauern.
Immer mehr Geld für immer bessere Spieler - eine Formel, die zwar logisch klingt, aber dennoch nicht zwangsläufig zum Erfolg führt. Bestes Beispiel aus der jüngsten Vergangenheit ist Manchester City. Die Engländer warfen in den Transferperioden mit den Millionen nur so um sich - mehr als Platz zehn sprang für das Star-Ensemble um den Brasilianer Robinho bislang jedoch nicht heraus.
Jugendarbeit mit Tradition
Zwischendurch hatte der Bayern-Boss vorgerechnet, der FC Barcelona und Real Madrid hätten zwischen 80 und 90 Millionen Euro mehr als der FC Bayern zur Verfügung, die sie für Personal ausgäben. Gekauft ist beim FC Barcelona derzeit allerdings nicht einmal die Hälfte der Stammformation. Barca - gewiss auch ein Verein, dem Geld nicht ganz fremd ist - zeigt, dass es auch anders geht: Gegen den FC Bayern stehen zu Beginn gleich sechs Spieler auf dem Platz, die das Fußballspielen bei den Katalanen gelernt haben.
Beginnend bei Victor Valdez im Tor über Kapitän Carles Puyol und Gerard Piqué, die Mittelfeldzwerge Xavi und Andres Iniesta bis zum Super-Dribbler Lionel Messi - alle durchwanderten den "cantera", den Steinbruch, wie die Jugendabteilung in Spanien heißt. Zufall ist das nicht. Erfolgreiche Jugendarbeit hat in Barcelona Tradition. Seit Johan Cruyff 1988 das Ruder bei den "Azulgrana" übernahm, wird die Talentförderung groß geschrieben. Einer der ersten, dem aus diesem System erfolgreich der Sprung in die erste Mannschaft gelang, war Josep Guardiola - heute Trainer des spanischen Tabellenführers.
Über 30 Barca-Bubis in der ganzen Welt
Einen kleinen zweistelligen Millionenbetrag stecken die Katalanen pro Jahr in die Jugendarbeit. Schon früh werden die Talente gebunden - Messi kam ebenso mit 13 nach Barcelona wie Iniesta. Xavi, wertvollster Spieler bei der EM 2008, war elf, als er zum ersten Mal das Barca-Dress trug. Nicht alle Spieler, die bei den Katalanen ausgebildet wurden, konnten in Team unterkommen. Youngster Bojan Krkic ist meist der Rohdiamant auf der Ersatzbank, auch Kollege Pedro Ledesma wartet noch auf den großen Durchbruch. Andere, wie Giovani oder Arsenals Cesc Fabregas, haben ihr Glück in der Ferne gefunden - insgesamt kommen über 30 aktuelle Erstliga-Spieler aus der Barca-Jugend.
Wo andere Vereine von Philosophie sprechen, pflegt Barcelona seinen eigenen Stil. Schnell, flüssig und dynamisch soll es auf dem Platz zugehen - und genau das wird auch in der Jugend vermittelt. Gelaufen wird nur selten, den Kraftraum bekommen die Jugendlichen erstmals mit 16 zu Gesicht - Schnelligkeit, Kraft und Ausdauer verbessern sie am Ball. Ein Konzept, das aufgeht - schon seit über 20 Jahren. So mancher Bundesliga-Manager übersieht das gerne einmal.
Kommentare 20 - 39 of 39
leute ihr seid wirklich armselig.
ihr tut wirklich so, als ob ihr alles wüsstet und könntet aber in wirklichkeit wisst ihr so wenig...
oder kennt jemand auch mehr infos zu anderen vereinen, die z.B. nicht mehr in der CL sind???
kennt ihr z.B. einen spieler von porthmouth oder sogar den ganzen sturm???
glaub ich nicht jedenfalls nicht ohne nachgucken
also schreibt nur wenn ihr wirklich ahnung habt, dann fallen auch die ganzen unnötigen kommentare weg!!!
trotz allem:
Barca - Bayern 3:1
@ 40,
psssst, nicht so laut, sonst wird aus der deutschen Liga in 7 Jahren doch noch was;)
ich wäre so froh wenn das barca konzept auf die buli-vereine übertragen würde...dortmund und schlake wollen ja dahin....viel in die jugend investieren...un aus diesen juwelen stars machen. das wäre das konzept mit dem deutschland wieder eine topliga wird.
felix w ,ronaldinho war auch arm und wurde zum superstar
@ volker armin h.
den von dir genannten trainern würde ich das geld nur zur verfügung stellen, um von der jugend an eine modernde jugendarbeit auf die füße zu stellen. ich habe allerdings meine zweifel, ob die genannten trainer dazu in der lage sind. magath lässt gerne und viel kondition bolzen, was für die erwachsenen profis durchaus sinn macht. aber das timing muss stimmen - anders kann ich mir die niederlagen des vfl wolfsburg im dfb-pokal (zu hause gegen bremen?!) und im uefa-pokal kaum erklären.
wie kann der autor herr kunze behaupten, hoeness wolle die zwei euro von allen tv-zuschauern haben? es ist eine frechheit das ein journalist so schlecht hinhört! oder will er hoeness einfach nur als bösen mann hinstellen. herr hoeness hat im interview in bayern 3 deutlich zu verstehen gegeben das die zwei euro NUR derjenige zahlen solle, der auch fussball sehen möchte!!! durch diese falsche einleitung wird der kern des themas in den meisten beiträgen mal wieder total verfehlt und hoeness, der sicherlich beste manager der bundesliga (oder deutschlands) wird zur zielscheibe.
generell wird es zeit das die finanzschraube im fussballzirkus wieder nach unten geschraubt wird denn so langsam hängen die millionensummen den zuschauern zum hals raus.
Das Hauptproblem ist , dass in unserer übersättigten Gesellschaft in Deutschland gar nicht genug Kinder und Jugendliche Sport treiben. Sie spielen lieber Playstation oder hängen rum, statt sich den Nachmittag auf dem Platz zu schinden. Als ich (1975er Baujahr) jung war, haben wir uns darum prügeln müssen, wer auf den vorhandenen öffentlichen Plätzen kicken darf und hatten einen Kader von über 40 Buben im Verein!
Wenn ich Heute an den Stätten meiner Jugend vorbeikomme, spielt dort fast nie jemand Fussball und der örtliche Verein kämpft jede Woche darum 15 Mann aufbieten zu können.
In Ländern wie Spanien oder Portugal ist das anders, da ist Sport bei fast allen höchst beliebt und gehört zum Tagesablauf dazu. Bei Jugendspielen ist meist das ganze Dorf auf den Beinen und ich denke das liegt daran, dass dort das Leben noch nicht ganz so Steril und vom Konsumdenken und Fernsehen bestimmt ist.
Fakt ist, die Generation Strassenfussballer gibt es seit Jahren nicht mehr wirklich bei uns...das ist in Spanien anders. Ich finde das sieht man auch an der Deutschen Nationalmannschaft, es sind irgendwie alles verweichlichte Millionäre, welche ja auch teilweise ihren eigentlichen Heimatländern abgeworben wurden und abgesehen vom Geld sowieso keinerlei echte Motivation haben.
Für unsere Klub Bosse erscheint es halt einfacher einen fertigen 21 jährigen Osteuropäer für 900.000 Euro zu holen, als eigene Spieler zu Weltstars zu machen...aber die Konsequenz, nämlich den langfristigen Abstieg von Liga oder Nationalteam im internationalen Vergleich, lassen sie aussen vor...
es gibt millionen von menschen die hungern und so jemand wie hoeness will noch mehr geld fuer die ueberbezahlten profis.pfui.
Weniger gehalt für Hoenß Spieler dann hat er auch ein paar Millionen mehr zur verfügung....der komplette Fußball ist überbezahlt!
@Hans, gib Schaaf, Magath, Babbel, Labbadia, Funkel, das Geld, das damals Bayern hatte (in Relation, nicht Absolut) und schon gäbe es wieder deutsche CL Sieger ...
Die Leistungen in der Jugendarbeit der spanischen Vereine sollte man neidlos anerkennen.
Ich denke nicht, dass wir in Deutschland zu wenige junge Talente hätten. Aber deren Ausbildung bis hin zu internationalem Topniveau klappt zu selten. Und ich denke es liegt daran, dass wir in Deutschland keine Top-Trainer mehr haben. Der letzte und der einzige deutsche Trainer, der die Champions League gewann, ist (war) Ottmar Hitzfeld. Derzeit sehe ich keinen deutschen Trainer, der Gleiches erreichen könnte.
offenbar gibt es in deutschland nicht genügend jugendarbeit.nicht nur bei bayern.schliesslich haben wir mit 80mio leuten die größte bevölkerung in europa.da müssen doch ein paar leute dabei sein die kicken können.und da wir keine scheichs oder zaren als föreder haben sollten wir in diesen kampf nicht einsteigen sondern es lieber barca gleichtun
Sobald die neuen fifa Regeln kommen, wird sich dieser Wahn hoffentlich etwas legen. Immer mehr Geld für immer schlechtere Spieler. Warum soll man den Schwachsinn noch mitmachen? Bundesliga hat die meisten Tore im Schnitt. Das ist wenigstens interessant. Internationale Spiele? Davon gibt es inzwischen soviele, daß es nur noch langweilig ist. Vor 20 Jahren war ein Spiel gegen Barca, Manu und Konsorten was besonderes. Heutzutage gibt es das jede zweite Woche. Langweilig. Sollen doch andere Geld verbrennen. Man muß nicht jeden Schwachsinn mitmachen.
Toni Kroos hat das Kicken doch in Rostock gelernt!
Versteht ihr den Unterschied nicht? Bayern holt gute A oder B Jugendliche während Barcelona da bei den viel Jüngeren anfängt.
Wie wär es denn mal, wenn die Bayern das Geld nehmen und nen anständigen Manager verpflichten... Ich würde auch spenden!!
Hitzlsperger kam mit 17, Guerrero mit 18... das ist nicht wirklich Jugendarbeit!
Misimovic war jünger, aber den hat man ja auch ziehen lassen ohne sein Potenzial zu erkennen!
@ andreas
Trochowski hat das Kicken bei St. Pauli gelernt und kam erst sehr spät zu Bayern.
Barcelona nimmt dagegen schon 10 bis 12jährige auf und formt sie dadurch viel mehr
Barcelona ist ein Verein mit einem sehr hohen Identifikationspotenzial. Wenn Junge Menschen in die Jugend von Barca kommen, dann nicht, um mit 20 wieder wegzugehen und zu irgendeinem Top-Verein zu wechseln, weil sie ganz einfach schon bei einem sind! Bei Ajax ist das doch das Gleiche, mit dem Unterschied, dass man in Holland eben nicht so viel Kohle machen kann. Barca hat in allen Sach einfach eine lange und gute Tradition: Umfeld, Spielanlage und Jugendarbeit. Ein Verein, hinter dem Bayern trotz seiner Buddha-Figuren usw. noch ewig hinterherhinken wird. Barcelona ist einfach hoch seriös und solche Eskapaden wie bei Ronaldinho wird es meiner Meinung nach in Zukunft nicht mehr geben, denn Messi als künftiger Weltfussballer wird sich solche Scharmützel mit Sicherheit nicht leisten.
Grundsätzlich spricht dieser Artikel ein wichtiges Thema an:
Vor 30 Jahren war Deutschland fußballerisch noch ein großes Exportland und Spanien/ Italien die großen Importeure. Das hat sich dramatisch verändert. Während hier mittlerweile kaum noch deutsche Namen in den Kadern der BL zu finden sind, tauchen plötzlich jede Menge span. Namen in den europ. Ligen auf. In der von euch so gepriesenen Premier League spielen gleich 5 Spanier bei Liverpool, bei Arsenal sind es der Kapitän und der Torwart, Cuellar bei Aston Villa... Und das macht sich jetzt eben auch in der Nationalmannschaft bemerkbar!
Jugendarbeit beginnt eben nicht bei den großen Vereinen, sondern bereits in der Provinz und in den vielen Kreisklasse-Clubs. Zumindest in Köln tun sich da viele Vereine schwer geeignete Jugendtrainer zu finden. Viele von denen sind geistig so unter aller Kanone, dass sie von Heranwachsenden mit etwas Niveau auf Dauer nicht ernst genommen werden können. Schaut euch doch einfach mal bei Jugendturnieren um...
Barca fegt die Bayern heute sowas von weg!!!
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