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Einigung zwischen DFB und Ex-Schiedsrichter Hoyzer

Fr 04 Apr, 14:16 Uhr


Frankfurt/Main (AP) Schlussstrich im Fußball-Wettskandal: Ex-Schiedsrichter Robert Hoyzer soll insgesamt 126.000 Euro Schadensersatz an den Deutschen Fußball-Bund (DFB) zahlen. Diese am Freitag veröffentlichte Einigung zwischen dem Verband und dem früheren Bundesliga-Schiedsrichter ist aber an Bedingungen geknüpft. So erkennt Hoyzer die Gesamtforderung des DFB von 750.000 Euro an, wovon er 15 Jahre lang monatlich 700 Euro zahlen muss, also insgesamt 126.000 Euro. Kommt er den Verpflichtungen nach, wird die Restschuld erlassen.

Dem DFB zufolge soll Hoyzer ab 2010 mit den Zahlungen beginnen, das Geld soll sozialen Zwecken zugute kommen. Hoyzer hat dem Ergebnis bereits zugestimmt, wie sein Anwalt Thomas Hermes mitteilte. Die Restschuld wird laut DFB aber nur erlassen, wenn Hoyzer pünktlich und vollständig zahlt. Im Schadenersatzprozess hatte der DFB ursprünglich 1,8 Millionen Euro gefordert. Anfang des Jahres war eine Güteverhandlung vor dem Berliner Landgericht ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Den jetzigen Vergleich muss das Gericht noch bestätigen.

Die Einigung sieht zudem vor, dass Hoyzer keinen weiteren persönlichen wirtschaftlichen Nutzen aus dem Manipulationsskandal ziehen dürfe. Außerdem muss er sich nach Abschluss des Vergleichs noch einmal umfassend vor dem DFB erklären und seine eingegangenen Verpflichtungen im Zusammenhang mit dem Wettskandal offenlegen.

DFB-Präsident Theo Zwanziger sagte zu der Einigung: «Ich bin zufrieden, dass das Verfahren so abgeschlossen werden kann.» Der Vergleich und damit der Verzicht auf Geltendmachung möglicherweise höherer Schadenersatzansprüche «ist auch Ausdruck unserer Haltung, dass wir Robert Hoyzer nach Verbüßung seiner Haftstrafe eine Chance für seinen weiteren Lebensweg eröffnen möchten».

Dem DFB sei als gemeinnützigem Verband keine Wahl geblieben, als seine berechtigten Forderungen zu stellen. Schließlich habe Hoyzer gezielt manipuliert und dem Verband erheblichen Image- und wirtschaftlichen Schaden zugefügt.

Hoyzers Anwalt erklärte, sein Mandat habe zugestimmt, «um unter die Vergangenheit auch zivilrechtlich einen Schlussstrich zu ziehen, um für die Zeit nach der Haftentlassung eine Lebensperspektive zu besitzen und um Planungssicherheit für den Aufbau einer Existenz zu haben». Er hofft nach Worten seines Anwalts, die «Zahlungsverpflichtungen zu gegebener Zeit erfüllen zu können».

Hoyzer war 2005 wegen Beihilfe zum Betrug zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und fünf Monaten verurteilt worden. Er hatte im Strafverfahren gestanden, gegen Geld und Sachleistungen Spiele verschoben zu haben. Im Mai 2007 hat er in Berlin seine Gefängnisstrafe angetreten, die er derzeit im offenen Vollzug verbüßt.

Knapp anderthalb Jahre vor Beginn der Fußballweltmeisterschaft in Deutschland hatte die Wett-Affäre Anfang 2005 für großes Aufsehen gesorgt. Hoyzer räumte vor Gericht ein, 2004 unter anderem die Regionalliga-Spiele Braunschweig gegen St. Pauli und Wuppertal gegen Werder Bremen Amateure, die Zweitligapartie Ahlen gegen Burghausen sowie das DFB-Pokalspiel Paderborn gegen den HSV manipuliert zu haben. Er hat dafür nach eigenen Angaben 67.000 Euro und einen 3.700 Euro teuren Plasma-Fernseher bekommen.