Eurosport - So 08.Mrz. 15:07:00 2009
Der frühere Radprofi Jan Ullrich will in einem Buch die Frage beantworten, ob er jemals gedopt hat. "Diese Frage ist nicht so einfach zu beantworten. Solche Dinge werden alle in meinem Buch stehen, das ich für die Fans und auch für meine eigene Verarbeitung schreiben werde", sagte Ullrich.
Hierfür würde er sich "so viel Zeit nehmen, wie ich brauche", sagte der Tour-de-France-Sieger von 1997 in einem Interview der "Bild am Sonntag". Zugleich deutete Ullrich an, dass zu seiner aktiven Zeit nicht alles sauber ablief. "Wer immer noch nicht eins und eins zusammenzählen kann, was im Radsport los war, dem kann ich auch nicht helfen", meinte der 35-Jährige.
Ullrich immer noch verbittert
Sein Manager Wolfgang Strohband erklärte, dass mit dem Buch noch nicht in Bälde zu rechnen sei. "Ich weiß, dass er mit den Arbeiten an diesem Buch noch nicht angefangen hat", sagte Strohband am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur dpa. Er glaube aber nicht, dass Ullrich, der sich derzeit bei einem Rennen in Südafrika aufhalte, "Leute in die Pfanne hauen wird".
Ullrich sagte, er verspüre noch immer "eine große Verbitterung" über sein erzwungenes Karriereende. Der Olympiasieger von 2000 war kurz vor der Tour 2006 vom früheren T-Mobile-Team wegen vermuteter Verbindungen zum mutmaßlichen Doping-Arzt Eufemiano Fuentes suspendiert worden. Im Februar 2007 trat Ullrich, der Doping trotz belastender Indizien stets bestritten hat, endgültig vom Radsport zurück.
Millionen-Angebote
Er habe einige lukrative Offerten gehabt, auszupacken, sagte der Wahl-Schweizer. "Die Angebote gingen in die Millionen." Die Kronzeugen Jörg Jaksche und Patrik Sinkewitz, die umfassend über Doping im Radsport ausgesagt hatten, hält der gebürtige Rostocker für Heuchler. "Sie haben nur das gesagt, was ihnen genutzt hat." Dem widersprach Jaksche: "Wo ist der Nutzen, wenn ich jetzt arbeitslos bin?", fragte der Franke. "Ich habe wenigstens meine Vergangenheit offengelegt, bei mir kann nichts mehr kommen", sagte er der dpa.
Das Comeback seines langjährigen Rivalen Lance Armstrong begrüßte Ullrich. "Für den Radsport ist die Aufmerksamkeit, die Lance mit sich bringt, auf jeden Fall gut", sagte Ullrich. Dem Texaner prophezeit er eine schwierige Rückkehr. Es werde für den siebenfachen Tour-Sieger nicht leicht, wieder an alte Erfolge anzuknüpfen, meinte Ullrich.
Eine Rückkehr in den Profi-Radsport wollte der frühere Profi nicht ausschließen. Momentan strebt er aber keinen Posten an, da er sehr enttäuscht von den diversen Radsport-Verbänden sei, sagte Ullrich. "Wenn sie schützen sollen, dann schauen sie weg. Und wo Ruhm ist, da stehen sie in der ersten Reihe. Der Fahrer ist immer unwichtiger geworden, weil der Verband immer mieser wurde."
Kommentare 1 - 10 of 10
und nun noch ein Denkanstoß:
der Antrieb (nicht der letzte Impuls) zum Dopen bzw. Betrügen in Technik-Sportarten wie F1 etc. liegt einerseits, in der RückVersicherung die der Sportler sich einholt, im Wettbewerb zu bestehen, aber auch (und das muss im ProfiSport einfach impliziert werden) darin, möglichst viel Geld zu verdienen.
man braucht sich als REALIST doch nur mal die Gehälter der Sportler und die Gewinne für die Manager und Betreuerstäbe ansehen, dann kann man vielleicht auch einschätzen, wie wahrscheinlich es ist, dass es den Leuten egal ist, ob sie selbst (Sportler), ihre Schützlinge (Trainer; Doktoren), oder Werbeträger (aus Sicht der Sponsoren) als Sieger und immer im Bilde (auf Höhe des Geschehens an der Spitze) oder unter "ferner liefen" bei Sportereignissen teilnehmen.
Es gibt keine saubere (frei von Betrugsversuchen) Sportart..
das fängt schon damit an, dass Tour de France Teams als Trick für Bergzeitfahren ausprobiert haben, Wasser in einen Rennradrahmen einzulassen und zu gefrieren. Mit diesem Schritt würde das Rad bei der Gewichtskontrolle vor dem Start das Mindestgewicht deutlich überschreiten. AmStart jedoch und auf dem Weg zum Ziel würde es leichter sein und werden, und so eine bessere Zeit für den Fahrer ermöglichen..
aktuellstes Beispiel: F1 - Hamilton; SafetyCar.Phase
Natürlich ist unser Ulle verbittert, er hatte ja die ganze Zeit die Deckung von den Obersten..(BDR; UCI; ARD...)
die müssen ihm doch alle nur mal in die Augen geschaut haben, und die sahen nicht nur direkt nach den Etappenankünften verdächtig glasig und verfärbt aus...
Aber alle haben an seinen und den Erfolgen der gesamten Teams Geld verdient und sich durch die Nähe zu den Vorzeigesportlern in eine gute Reputation zu rücken versucht...
Es ist niemand (außer den paar idealistischen Sportfans) an sauberem Sport interessiert, weil es damit kein Geld zu verdienen gäbe..
Auch kann niemand an einem Aufklärungsbuch von Herrn Ullrich interessiert sein, da es keine Aufklärung geben wird..
Er wird niemanden in die Pfanne hauen, und das wäre aber einhergehend mit ehrlicher Aufklärung.
Also muss keiner seiner Berater und Helfer befürchten, über seine Verfehlungen und "gut gemeinten Tipps" in einem Buch lesen zu müssen..
Und an alle, die sich den Kopf darüber zerbrechen, ob es jemals sauberen Sport geben wird:
Schaut doch mal beim Fußball nach, denn da ist es als gegeben hingenommen, dass nicht betrogen werden kann und es auch kein Spieler oder Betreuer versuchen würde...
Beweis: wenn 2 Spieler eines Bundesligisten verspätet zu einer anberaumten Wettkampfkontrolle erscheinen,
ist es Entschuldigung genug, dass ein Betreuer ihnen den Weg dorthin nicht gezeigt hat. Der WADA-Code gilt nicht, weil sie es nicht besser machen konnten an diesem Nachmittag...
Wie lächerlich, aber kein Fußball-Fan ist enttäuscht & zwar weil er ja seit Jahren gesagt bekommt, dass es beim Fußball auf die Technik ankommt, und die kann man ja nicht einnehmen, wie Epo oder Amphetamine...
Im Radsport hätte eine solche Verspätung nicht nur eine Geldstrafe für das Team nach sich gezogen, aber hier handelt es sich ja um eine traditionelle Doping-Sportart..
ZU mario Caroli: Aber wenn soll denn die unabhängige Gruppe sein, die dann entscheidet, wann und an wen die Gelder nach Wohlverhalten freigegeben werden? Da fängt das Problem doch an. Alle Insider sind mit in dem Dopingsumpf verstrickt und können sich deshalb nicht wirksam selbst kontrollieren und selbst bestrafen und Reporter sind auch in teilweise komische Machenschaften wie Schleichwerbung verstrickt und wenn man unabhängige Leute wie Gerichte von außen holt, haben die wieder nicht die nötige Ahnung vom Radsport. Es ist wie bei Ärzten und Kunstfehlern. Richter können Kunstfehler nicht beurteilen mangels Medizininsiderwissen und andere Ärzte halten immer den Mund und wollen einen Kollegen nicht hinrichten, wollen nie laut zugeben, wenn ein Kollege Fehler machte. Hier doch auch. Aldag spricht von hunderten Dopern aus allen Bereichen, aber nennt er sie auch? Nein! Eben. Wie bei den Krähen, die sich eben nie ein Auge aushacken wollen.
Da braucht er kein Buch zu schreiben, es reicht ein Satz:
Ich habe gedopt.
Björn S: das ist gar nicht realistisch, sondern Phantasie. Doping muss nachgewiesen werden - wie jede andere Art von Betrug und Gaunerei auch. In seriösen Analysen (Labor in Lausanne z.B.) wird niemals behauptet, eine Mehrheit der Radprofis würde dopen. Per Einzelnachweis ist die Prozentzahl noch geringer. Wenn Du also nicht der bösartigen Unterstellung bezichtigt werden möchtest: wo sind Deine Belege. Daß die Beteiligten so was gerne behaupten ist klar: wenn es alle tun, dann sei es doch nicht so schlimm - so denken Kinder! Wenn an einem Spieltisch nur Falschspieler sitzen, dann werden alle verhaftet und bestraft. Das ist doch völlig klar.
Jeder Doper betrügt seine Konkurrenten - jedenfalls die, die nicht des Dopings überführt sind.
...nein wirklich? Da packst du aber ganz neue Details aus. Heute ist uns wohl allen klar, was in diesem Sport abgeht...aber ich rede auch nicht von heute. Ich rede von frueheren Jahren, vor 10 - 15 Jahren. Da war Doping natuerlich auch ein grosses Thema, aber man hatte immerhin noch die Hoffnung, dass bestimmte Fahrer nicht dopen.
Aber leider wusste man auch noch nicht wie organisiert und schmutzig dieses Geschaeft ist und war.
Peace
Was macht ihr euch vor, von 100 Fahrern greifen 99 zum Doping. Warum sollte er jemanden betrogen haben? Alle dopen, aber trotzdem muss jeder für seine Leistungen trainieren. Ohne Doping kannst du einpacken, deine Regenerationsphase würde viel zu lange dauern um zwei Wochen am Stück Rad zu fahren. Wenn hier alle auf realistisch tun wollen, dann bitte. Ich bin auch nur realist und sehe, dass du ohne Doping im Profi-und Amateur-Radsport nicht gewinnen kannst, so traurig es auch sein mag.
Mit besten Grüßen
Noch mal zur "Generalamnestie":
Wer soll amnestiert werden? Alle Beteiligten? Die Ärzte, die Sportler, die Manager? Das ist unrealistisch: in zahlreichen Ländern ist Doping eine Straftat (z.B. Belgien, Frankreich, Italien, Spanien - alles Radsportländer!). Es gibt Resolutionen der EU und der UNESCO gegen Doping, es gibt den WADA-Code, das IOC - alle sind gegen Doping, z.T. per Satzung festgelegt.
Wer soll denn diese Amnestie beschließen? Sollen auch die amnestiert werden, die schon gesperrt sind? Was ist mit denen die gesperrt wurden und ihre Strafe absaßen (Basso. Landis?).
Das ist nur absurd.
Es ist schon erstaunlich, dass es möglich sein soll, einen solchen Doper, einen Betrüger der die Regeln des Radsports missachtete und mit Füßen trat, mit diesem geschädigten Radsport zu lieben. Hoffentlich ist allen klar, dass ein Dauerdoper wie Ullrich mutmaßlich auch den Sieg 1997 mit Doping = Betrug erreichte.
Dazu kommen die wurmartigen Windungen seit 2006: das ist kein Mensch mit aufrechtem Gang.
Der Begriff Ehre scheint mit in Bezug auf solche Personen ziemlich fehl am Platze.
Eine Generalamnestie ist völlig abwegig und wird es auch nicht geben: so sie denn erwischt werden können müssen die Täter bestraft werden - nach den geltendenRegeln aber unnachsichtig.
Der Sieg von Jan 1997 hat in Deutschland, sowohl unter dne Zuschauern als auch unter den deutschen Radsportlern und dem Radsportnachwuchs eine nie dagewesene Begeisterung ausgelöst. Alle hätten davon profitieren können. Leider aber ist derzeit jeder nur darum bemüht seine Schäfchen ins Trockene zu bringen. seien es die Sportler selbst, die Journalisten, die Politiker die mit diesem Sport zu tun haben, Organisatoren und Funktionäre. Was ich mir, und ich denke viele, sich wünschen ist endlich ein aufräumen. Alle Beteiligten an einen Tisch. eine offene, nichtöffentliche Aussprache über Hintergründe, Beweggründe, Druck, Fehler, Oportunismus usw.. Lernen wie solche Fehler die den Radsport zu Boden trampeln zu vermeiden sind und das, ohne Verbandsgrenzen. Danach eine Generalamnestie. Dafür aber in Zukunft härtere Maßnahmen, bis hin zum Ausschluß vom Profisport.
Da Geld die größte Triebkraft zum Mißbrauch darstellt, wäre auch denkbar Gelder die über ein Grundgehalt hinausgehen treuhänderisch zu hinterlegen. immer am ende einer Periode, wenn alle Ergebnisse OK sind kommt es erst zur Auszahlung. Das sollte für alle gelten, Organisatoren, Sportler, Manager etc. eine unabhängige Gruppe die Sport, Organisationsverstand, politisches Feingefühl hat und sich mit den Mechanismen des Drucks auskennt könnte die Gelder jeweils freigeben. Auf diese Weise könnten auch Manager, Organisatoren, Trainer, Sportler, evtl. auch Reporter zur Kasse gebeten werden.
Nur über Geld und auch etwas über die Ehre ist es möglich den Sumpf trockenzulegen.
Das soll nur eine Grundidee darstellen. Es sind eigene Überlegungen, weil ich den Radsport liebe.
Und da gehört auch jemand dazu, wie Jan Ullrich mit all seine Lic-ht und Schattenseiten.
Das ist keien Rechtfertigung seines Handels. Es ist ein Appell eine Lösung zu schaffen.
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