Afrika-Cup - Touré: "Favorit? Das sehe ich anders!"

Mi 08.Feb. 16:24:00 2012

Im Halbfinale des Afrika Cups trifft das Star-Ensemble der Elfenbeinküste auf das Überraschungsteam aus Mali. Ein Freifahrtschein ins Endspiel für die "Elefanten"? Von wegen, meint Yaya Touré von Manchester City und wehrt sich im Exklusiv-Interview mit Eurosport sogar gegen die Favoritenrolle.

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Das Interview führte Tom Adams

Yaya Touré, die Elfenbeinküste hat bei diesem Afrika Cup alle vier Spiele gewonnen. Ihr müsst vor Selbstbewusstsein strotzen.

Yaya Touré: Ja, wir fühlen uns ziemlich gut. Wir wissen um unsere Stärke und unser Potenzial. Wir haben uns von Spiel zu Spiel gesteigert, deshalb gehen wir jetzt selbstbewusst ins Halbfinale. Wir haben ein starkes Team und können Mali schlagen.

Davon geht doch eh jeder aus. Mali hat die Erwartungen schon übererfüllt. Ihr seid der große Favorit.

Touré: Das sehe ich anders, wir sind nicht der große Favorit. Mali hat ebenso beste Chancen. Sie haben ein bärenstarkes Team und wir werden sie sicherlich nicht unterschätzen. Sie haben ein fantastisches Viertelfinale gespielt, haben mit Gabun einen der Gastgeber vor eigenem Publikum geschlagen. Man darf ja nicht vergessen, dass Gabun bis dahin alle seine Spiele gewinnen konnte. Das ist eine sehr offensivstarke Mannschaft. Trotzdem konnten sie gegen Mail in der regulären Spielzeit nur ein Tor erzielen.

Haben Sie das Spiel zwischen Mali und Gabun gesehen?

Touré: Natürlich habe ich es gesehen. Ich war beeindruckt von Malis Organisation auf dem Platz. Sie verteidigen gut und haben sehr schnelle Angreifer. Sie sind ein sehr gefährlicher Gegner. Aber wenn man bei so einem Turnier im Halbfinale steht, darf man auch nichts anderes erwarten. Alle Halbfinalisten haben es in sich, alle haben es sich verdient. Jetzt liegt es an uns, den nächsten Schritt zu machen.

Eine der Schlüsselspieler von Mali ist Seydou Keita, ihr ehemaliger Mitspieler beim FC Barcelona.

Touré: Er war mein Mitspieler und ist mein Freund. Seydou ist ein sehr guter Spieler und bescheidener Mensch. Er ist auf dem Boden geblieben, aber auf dem Platz ist er voll da. Ich freue mich darauf, mit ihm im Mittelfeld die Klingen zu kreuzen, das wird ein cooles Duell. Aber er ist nicht Malis einziger Topspieler. Wir müssen auch auf Stürmer Modibo Maiga aufpassen. Mali hat einige gute junge Kicker.

Ägypten und Tunesien standen Euch in den vergangenen Jahren im Weg. Seid Ihr froh, dass keine Nordafrikaner mehr im Turnier sind?

Touré: Es ist tatsächlich sehr interessant, wie sich der Fußball in Afrika entwickelt hat. Ägypten und Algerien haben sich nicht qualifiziert, Ghana hat Tunesien rausgeworfen und Gabun hat sowohl gegen Tunesien als auch gegen Marokko in der Gruppenphase gewonnen. Warum aber tun sich die Nordafrikaner dieses Jahr so schwer? Es liegt wohl an der Qualitätsdichte. Gabun kombiniert Physis mit Technik und taktischer Disziplin. Früher war diese Cleverness die Stärke der Nordafrikaner, aber die anderen Nationen haben einfach aufgeholt.

Die meisten Beobachter erwarten ein Finale zwischen der Elfenbeinküste und Ghana.

Touré: Dann liegen die meisten Beobachter falsch! Sambia und Mali sind keinesfalls chancenlos. Ich habe Malis Stärke bereits erwähnt. Für Sambia gilt Ähnliches. Sie haben ihre Sache bisher exzellent gemacht. Sie haben vielleicht keine so namhaften Spieler, dafür funktionieren sie aber perfekt als Team. Sie kommen übers Kollektiv und haben dazu einige dynamische Offensivspieler mit guter Technik. Jeder, der Sambia schon draußen sieht, hat sie nie spielen gesehen.

Die "Elefanten" haben gute Chancen auf den Titel beim Afrika Cup, Manchester City könnte englischer Meister werden. Wird 2012 das Jahr von Yaya Touré?

Touré: Ich hoffe es. Der Afrika Cup und die Meisterschaft in der Premier League sind meine Ziele. Bislang läuft alles gut. Hoffentlich geht es so auch weiter.

Manchester City musste sie lange abstellen und hatte zuletzt auch einige Probleme.

Touré: Das hat mich echt gestresst! Es ist nicht einfach, seine Freunde in so einer wichtigen Phase allein zu lassen, wenn es gegen United, Liverpool und Tottenham geht, alles Gänsehaut-Spiele! Aber wir haben jetzt gegen Fulham gewonnen und sind immer noch Erster. Für mich geht es darum, dafür zu sorgen, dass das am letzten Spieltag auch noch der Fall ist. Ich bin da zuversichtlich. Schließlich haben wir so viele gute Spieler, die ein Match allein entscheiden können, wie Silva, Nasri, Aguero und auch Balotelli. Wir haben es selbst in der Hand, also sollten wir auch an uns glauben.

Yaya Touré, vielen Dank für das Gespräch.

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TV-Tipp:

Der African Cup of Nations - vom 21. Januar bis 12. Februar. Eurosport und Eurosport 2 zeigen alle 32 Spiele live und berichten ausführlich aus Äquatorialguinea und Gabun. Mehr als 200 Stunden Berichterstattung lassen für Fußballfans keine Wünsche offen.

Eurosport

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