Eurosport - So 08.Feb. 14:08:00 2009
Der Burgfrieden in Kiel hielt nur 24 Stunden. Als Meister THW im ersten Spiel nach der WM-Pause HBW Balingen-Weilstetten mit 41:33 besiegt und die Spitzenposition gefestigt hatte, meldete Nikola Karabatic erneut Ansprüche auf einen Wechsel nach der Saison zum Liga-Konkurrenten Rhein-Neckar Löwen.
"Ich hoffe, die Vereine einigen sich", sagte Karabatic und erklärte damit die vom THW verkündete Einigung für nichtig. Unterstützung erhielt er von seinem Wunsch-Arbeitgeber: Die "Löwen" erklärten, in der kommenden Woche ein verbessertes Angebot abgeben zu wollen.
Zuvor hatte der Franzose noch einmal nachgelegt und den Kielern Wortbruch vorgeworfen. "Die Pressemitteilung, die der Verein verschickt hat, ist nicht mit mir abgesprochen worden. Sie machen, was sie wollen. Wir haben uns nicht geeinigt", sagte Karabatic. Er pocht auf eine mündliche Vertragsklausel. Danach habe ihm THW-Manager Uwe Schwenker gesagt, dass er, solange er in Kiel sei, unter seinem Freund Serdarusic trainieren werde. "Deswegen habe ich bis 2012 verlängert", betonte der Welthandballer. Allerdings: Serdarusic hatte zu diesem Zeitpunkt nur einen Vertrag bis 2009 und angedeutet, dass die Saison 2008/2009 wohl seine letzte in Kiel sein werde.
"Es geht nicht ums Geld"
In diesem im Handball bislang einzigartigen Wechsel-Hickhack, für das Karabatic den Begriff "Poker" fand, droht nun das bislang so innige Verhältnis zwischen Kiel und seinem Superstar zu zerbrechen. "Ich habe viel gegeben für den Verein - und jetzt erwarte ich, dass sie mich mit Respekt behandeln", sagte der Franzose und versprach: "Ich möchte nicht, dass der Verein und ich uns im Schlechten trennen. Ich werde mich benehmen." Zumindest gegen die HBW Balingen- Weilstetten, gegen die Karabatic sechs Tore warf, zeigte er sich profihaft und erledigte seinen Job mit Anstand. Auch die Fans nahmen ihm das Wechseltheater noch nicht übel und empfingen ihn mit Beifall.
An seinem Willen, auch künftig einzig und allein unter Serdarusic trainieren zu wollen, ändert das aber nichts. Karabatic widersprach der Meinung, dass es ihm ums Geld gehen würde. "Es geht um Noka Serdarusic, glauben Sie mir. Nicht ums Geld. Wenn es mir nur ums Geld ginge, würde ich nach Spanien gehen und nicht mit den Rhein-Neckar Löwen sprechen. Ich gehe aber nicht dorthin, wo das meiste Geld fließt, sondern wo Noka Serdarusic ist", betonte er.
"Seine Vorstellungen sind okay"
Die Rhein-Neckar Löwen werden indes eine neue Offerte vorlegen. Das bestätigte Manager Thorsten Storm. Ob es die zwei Millionen Euro sind, die Ciudad Real aus Spanien angeblich bereit war zu zahlen, wurde nicht beantwortet. "Es ist ein realistisches Angebot", sagte Storm. Mit dem Spieler sind die Mannheimer bereits weitgehend einig. "Seine Vorstellungen sind okay", sagte Storm.
Die Liga-Konkurrenz hofft im Stillen, dass sich die Unruhe im Verein auf die Leistungen auswirken wird. Alle Verfolger kamen in ihren Spielen zu sicheren Siegen. Der TBV Lemgo bezwang Stralsund mit 33:20, Magdeburg gewann gegen GWD Minden 31:24. Beim Tabellen-Zwölften MT Melsungen, der bei FA Göppingen 32:37 unterlag, deutet einiges auf einen Trainerwechsel zur neuen Saison hin. Es soll eine Pressekonferenz geben, an der auch der dänische Trainer Ryan Zinglersen teilnehmen werde. Momentan wird Melsungen vom Schweden Robert Hedin betreut.
Kommentare 1 - 2 of 2
Reisende soll man nicht aufhalten! Was soll das bringen? Wie heißt es so schön: Alle Räder stehen still, wenn mein starker Arm das will!
Unglaublig
Bitte melden Sie sich an.
Kein Yahoo! User? Kostenlos Anmelden.