Bundesliga - Last-Minute-Sieg für Freiburg

Eurosport - Sa 07.Nov. 15:07:00 2009

Im Rewirpower-Stadion in Bochum erkämpfte sich Freiburg mit etwas Glück drei Punkte gegen den VfL. Die Breisgauer siegten mit 2:1 (1:0) durch Tore von Heiko Butscher (23.) und Stefan Reisinger (90.+3). Diego Klimowicz markierte den zwischenzeitlichen Ausgleich in der 65. Minute.

2009-2010 Bundesliga Bochum Freiburg Banovic Heerwagen - 0

"Für uns war es nach der emotionalen Woche ein ganz besonderer und wichtiger Sieg. Wenn er durch die letzte Aktion im Spiel zustande kommt, ist das natürlich ein Stück weit glücklich", erklärte Freiburgs Trainer Robin Dutt mit Bezug auf den am vorigen Sonntag gestorbenen Clubchef Achim Stocker. Für den langjährigen SC-Präsidenten wurde vor Beginn der Partie eine Gedenkminute eingelegt.

"Sehr enttäuscht" war VfL-Coach Heiko Herrlich. Dass in der Nachspielzeit "vier, fünf Spieler hinter dem Schiedsrichter herlaufen", um ein Freiburger Handspiel zu reklamieren, lag ihm schwer im Magen. Im Gegenzug fiel nach einem Konter das 1:2. "Das sind Fehler, die einfach nicht passieren dürfen".

Während Freiburg sich nach dem vierten Saisonsieg als Tabellen-Zwölfter Richtung Mittelfeld orientieren darf, steckt Bochum als 17. weiter tief im Abstiegssumpf.

1. Halbzeit

Beide Mannschaften begannen ziemlich verhalten, wobei Bochum etwas aktiver war, ohne aber Torgefahr auszustrahlen. Freiburg hatte allerdings Glück, dass Klimowicz in der neunten Minute im Abseits stand. Er hätte freie Bahn gehabt.

Die Gäste aus dem Breisgau kamen nach einigen Minuten aber immer besser ins Spiel. Ivica Banovic setzte mit einer feinen Einzelaktion ein erstes Ausrufezeichen: Seine scharfe Hereingabe landete in den Armen von Keeper Philipp Heerwagen (10.). In der Folge wurde Bochum spielbestimmender und so passte die 1:0-Führung für Freiburg überhaupt nicht ins Bild. Aber die Breisgauer nutzten die einzige Chance durch einen Eckball eiskalt. Banovic spielte kurz auf den Debütanten Daniel Caligiuri, der einfach mal flach in den Strafraum passte und mit etwas Glück Butscher fand, der nur noch den Fuß zur Führung hinhalten musste (23.).

Bochum reagierte wütend und etwas kopflos mit langen Bällen in die Spitze, die nicht zum Torerfolg führten. Mit der Führung im Rücken wurde Freiburg immer abgeklärter, stand sehr sicher in der Defensive und erarbeitete sich die eine oder andere Torchance. Mohamadou Idrissou kam gegen Heerwagen nur um einen Schritt zu spät, als er alleine auf das gegnerische Tor zulief (31.). Eine weitere Möglichkeit, die Führung auszubauen, verpasste Julian Schuster mit einem strammen Schuss aus 14 Metern, mit dem er am Bochumer Keeper scheiterte (35.). Der VfL konnte sich gegen die clever aufspielenden Freiburger bis zur Pause keine nennenswerten Chancen mehr erarbeiten, was mit Pfiffen zur Halbzeit quittiert wurde.

2. Halbzeit

Die zweite Halbzeit begann mit einem Paukenschlag durch Freiburg: Der zur Halbzeit eingewechselte Du-Ri-Cha war wohl noch nicht auf der Bochumer Rechnung, denn er kam aus wenigen Metern nach einer Ecke völlig frei zum Schuss. Dennis Grote war es, der für seinen bereis geschlagenen Keeper auf der Linie die Gastgeber im Spiel hielt. Freiburg war zwar nicht überlegen, hatte aber in der Folge die besseren Torchancen, die Führung auszubauen. Banovic zum Beispiel versuchte es einfach einmal aus der Distanz. Bochums Philipp Heerwagen entschärfte den Schuss mit einer tollen Parade (56.).

Eine weitere sehr gute Möglichkeit vergab Reisinger, als er von der Strafraumgrenze abzog und der Ball knapp über die Querlatte strich. Der VfL aber kämpfte sich zurück ins Spiel. Vor allem über die linke Seite, die von Zlatko Dedic beackert wurde, sorgten die Gastgeber für Gefahr. In der 65. Minute stand dann auch noch Klimowicz goldrichtig und köpfte den verdienten Ausgleich für seine Mannschaft, die nachlegte. Wieder war es Klimowicz, der nach einem Schuss von Stanislav Sestak einköpfte (73.). Die Unparteiischen aber entschieden zum Entsetzten der VfL-Anhänger auf Abseits.

Die beste Möglichkeit für die Mannschaft von Trainer Heiko Herrlich ließ Mergim Mavrai mit einem Kopfball über das Tor in der Nachspielzeit aus. Besonders dramatisch deswegen, weil der SC Freiburg in Person von Reisinger im direkten Gegenzug den Sack zumachte. Aus vollem Lauf und mit viel Risko verwertete er den langen Pass aus der eigenen Hälfte heraus zum Siegtreffer (90.+3).

Spieler des Spiels: Zlatko Dedic

Der 25-Jährige war der beste Mann auf dem Platz. Seine Flankenläufe sorgten immer für Gefahr und er war es auch, der seine Mannschaft mit seinem Einsatz mitriss, auch wenn es am Ende für Bochum nicht reichen sollte.

abk / Eurosport

Kommentare 1 - 2 of 2

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  1. Glück gehört zum Fussball auch dazu. Schade für Bochum,­ klar. Aber andererseits sehe ich Freiburg durch ihre­ ansonsten offensive Spielweise als Bereicherung der­ Liga an. Dass solch ein Spiel auch mal mit Glück­ gewonnen wird, gehört eben dazu. Das ist schon ganz­ anderen Mannschaften passiert.

    Von ThomasM, am Sa 7.Nov. 22:48
  2. Das war natürlich schon sehr bitter für Bochum, vor­ allem wegen dem nicht gegebenen Tor. Ich freu mich­ dennoch über den Freiburger Sieg, zumal Freiburg­ bislang auch nicht grade vom Glück verfolgt wurde.

    Von farms_sanctum, am Sa 7.Nov. 18:48
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