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Neuerliche Tauchgänge im geheimnisvollen Toplitzsee

Fr 26 Okt, 09:00 Uhr


Mit seinem Mini-U-Boot "Jago" nimmt Fricke Wasserproben an tieferen Stellen im See und sucht nach speziellen Bakterien. Entgegen früherern Tauchfahrten anderer Unternehmen, die vorwiegend der Schatzsuche dienten, gibt es diesmal laut "Fischerhütte"-Wirt Albrecht Syen kaum Interesse an den Vorgängen im See. Mittlerweile scheinen auch die letzten Skeptiker zu der Überzeugung gelangt zu sein, dass es tatsächlich keine verschollenen Nazi-Schütze zu finden gibt.

Zweck der biologischen "Schatzsuche" ist die Erforschung und Sammlung von Chloroflexus- und anderen Bakterien-Spezies. Fricke hatte bereits 1983 mit dem Mini-U-Boot "Geo" Tauchfahrten im See unternommen. Neben Fricke nehmen auch der Deutsche Friedrich Widdel, der Niederländer Dirk de Beer und Lubos Polerecky vom Max-Planck-Institut in Bremen an den aktuellen Forschungen teil. Vom Institut für Mikrobiologie der Universität Hannover ist Vladimir Bondarev mit an Bord. Vom Königlich Niederländischen Institut für Meeresforschung wurde Jaap S. Sinninghe Darmste entsandt.

Echte Schatzsucher warten noch zu

Laufen die Forschungsarbeiten des Biologenteams problemlos ab, werden andere hingegen bereit sseit längerem vertagt. Die schon lange angekündigten Vermessungs- und Kartierungsarbeiten im Toplitzsee durch das US-amerikanische Tauchunternehmen Global Explorations Company haben immer noch keine naturschutzrechtliche Bewilligung erhalten. Hintergrund dürfte sein, dass es dabei zwar offiziell um die Kartierung des kleinen Sees im steirischen Salzkammergut geht, doch wie schon bei den unzähligen Expeditionen der Vergangenheit dürfte man dabei auch ein wenig auf Schatzsuche gehen wollen - was den ÖBF weniger zu behagen scheint.

Aus touristischen Gründen sei die Kartierungsarbeit mittels Sonaren auf das Frühjahr und den Herbst begrenzt, hatten die Bundesforste als Grundeigentümer am See immer wieder betont. Eine Kartierung wünscht man tatsächlich bei den Bundesforsten, da man dadurch hofft, die immer wieder auftauchenden illegalen Taucher endlich loszuwerden - und zwar dann, wenn man endlich nachweist, dass es hier tatsächlich nichts außer Schlamm, Baumstämmen und Bakterien gibt. Erst dann könne der Schutz des sensiblen Ökosystems gewährleistet werden, so Vertreter der ÖBF in Presemeldungen zu diesem Thema.