Eurosport - Mi 07.Okt. 14:01:00 2009
Um seinen Sieben-Millionen-Euro-Etat macht sich Alba Berlin vor dem "Endspiel" um die Euroleague-Teilnahme keine Sorgen - aber es geht um das internationale Renommee. Sollte Alba in der heimischen Arena gegen BC Maroussi Athen nicht mit zehn Punkten Differenz gewinnen, startet er nur im Eurocup.
Für den ambitionierten Hauptstadtclub, der sich dauerhaft mit der Crème de la Crème des europäischen Basketballs messen will, wäre dies ein herber Rückschritt. "Wirtschaftlich ist das mehr oder weniger irrelevant, imagemäßig selbstverständlich nicht", betonte Alba-Geschäftsführer Marco Baldi.
Gerade deshalb wollen die Berliner über Maroussi, das sich wirtschaftlich auf Albas Augenhöhe bewegt und in der griechischen Liga im Schatten der übermächtigen Clubs von Olympiakos Piräus und Panathinaikos Athen steht, triumphieren und den Einzug in die prestigeträchtige Gruppenphase der europäischen Königsklasse schaffen. "Es ist schwierig, aber machbar", erklärte Sportdirektor Henning Harnisch und setzt auf eine heiße Heim-Atmosphäre in der O2 World: "Wer uns und unsere Zuschauer kennt, der weiß, dass wir alles tun werden, um den Rückstand aufzuholen."
Weitere Verstärkungen
Mit dem Einzug in die europäische Königsklasse, wo Alba in der vergangenen Saison mit dem überraschenden Einzug in die Zwischenrunde der 16 besten Teams für Aufsehen gesorgt hatte, hätte der Hauptstadtclub auch bei der Suche nach einem starken Flügelspieler bessere Argumente. Noch vor dem Pflichtspiel-Start war der Vertrag mit dem US-Amerikaner Lee Cummard aufgelöst worden. Er war weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Auf der Liste potenzieller Zugänge soll zum Beispiel der Israeli Tal Burstein stehen, der zuletzt beim Euroleague-Stammgast Maccabi Tel Aviv tätig war.
Die Hypothek der 70:79-Hinspiel-Pleite in der vergangenen Qualifikationsrunde wiegt schwer, Alba will jedoch auf der überzeugenden Leistung in der ersten Hälfte in Piräus aufbauen. "Die erste Halbzeit war exzellent", sagte Harnisch, der aber auch mitansehen musste, wie sich Alba vor lediglich 950 Zuschauern im Sportpalast "Frieden und Freundschaft" nach dem Wechsel durch das aggressive Auftreten der Griechen den Schneid abkaufen ließ.
"Es schmerzt, dass wir die Chance vertan haben, das Spiel zu gewinnen oder mit einem kleineren Rückstand ins Rückspiel zu gehen. Aber das bringt jetzt nichts", meinte Harnisch und fügte hinzu: "Es geht darum, die Fehler zu analysieren und daraus ganz schnell zu lernen, dann haben wir definitiv eine Chance." Bisher steht nur Meister Baskets Oldenburg als deutscher Vertreter in der Euroleague fest.
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