Hamburg (dpa) - Das ausgebliebene Doping-Nachbeben zur Tour de France 2008 ist für den früheren Gerolsteiner-Teamchef Hans-Michael Holczer keine Überraschung. «Mich erstaunt das nicht», sagte Holczer der Deutschen Presse-Agentur dpa.
Nachträgliche Doping-Fälle hätten «einen riesigen juristischen Rattenschwanz hinter sich hergezogen. Den scheut man.» Die französische Anti-Doping-Agentur AFLD hatte zuvor mitgeteilt, alle 17 Nachkontrollen seien negativ gewesen. Im Vorjahr waren Holczers ehemalige Gerolsteiner-Radprofis Stefan Schumacher und Bernhard Kohl nachträglich des Dopings mit dem EPO-Präparat CERA überführt worden. Trotz Sperre bestreitet der Nürtinger Schumacher jegliche Manipulation.
Milram-Teamchef Gerry van Gerwen war nach der Kunde aus Paris erleichtert. «So gehört es sich. Es ist besser, als wenn es drei, vier oder fünf Fälle gegeben hätte», sagte der Niederländer. Es gebe aber immer noch «Falschspieler».
Davon ist auch der Heidelberger Molekularbiologe Werner Franke überzeugt. Dass die AFLD keine weitere Doping-Fälle bekanntgegeben hat, sei nur auf die Testmethoden zurückzuführen. «Mit den unzulänglichen Testverfahren, die angewendet wurden, kann nichts herauskommen. Das ist Biochemie auf unterem Level», monierte der Anti-Doping-Kämpfer. Noch immer werde im Radsport gedopt und vertuscht. «Die Vergackeierei geht seit Jahrzehnten, und sie geht munter weiter», sagte Franke.


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Stefan Schumacher fordert nach den negativ ausgefallenen Nachkontrollen zur Tour 2008 einen Freispruch. Es bestehe die Gefahr, dass es bei ihm zu falsch-positiven Ergebnissen kam.
Nach den negativ ausgefallenen Nachkontrollen zur Tour de France 2008 fordert Stefan Schumacher nachträglich einen Freispruch für sich. "Stefan Schumacher fordert die AFLD auf, die ihm zugeordneten falsch-positiven Analyseergebnisse zurückzuziehen. Er ist durch dieses Ergebnis in erheblichem Maße entlastet worden. Er muss sich heute noch mehr als Opfer einer AFLD-Politik fühlen, mit der, aus welchen Gründen auch immer, er als "Versuchskaninchen" ausgewählt und ohne ausreichende Testgrundlage angeblich positive Analysergebnisse hervorgezaubert wurden", heißt es in einer Mitteilung von Schumachers Anwalts Michael Lehner.
Das Blutanalyseverfahren auf das Epo-Präparat Cera sei erst zum 1. Juli 2009 zugelassen worden. Die Proben von Schumacher seien dagegen im September/Oktober 2008 und somit in einem äußerst frühen Testentwicklungsstadium durchgeführt worden. Daher bestehe eine große Gefahr, dass es zu falsch-positiven Ergebnissen gekommen sei, heißt es weiter. Das gelte auch für die positive Probe Schumachers von den Olympischen Spielen in Peking, die im Frühjahr 2009 ebenfalls im Labor der AFLD untersucht worden war.
Was macht eigentlich der Schumacher?
Weiss jemand was?
Streiten die immer noch vor Gericht?
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