Tour de France - Schumacher unter Dopingverdacht

Eurosport - Di 07.Okt. 13:34:00 2008

Stefan Schumacher ist in der A-Probe positiv auf EPO getestet worden. "Ich habe eine Bestätigung von Christian Prudhomme erhalten, dass Stefan Schumacher positiv auf CERA getestet wurde", sagte sein Gerolsteiner-Teamchef Hans-Michael Holczer. Er habe den Tour-Etappensieger umgehend suspendiert.

CYCLING Tour de France 2008 Gerolsteiner Schumacher - 0

"Wir sind betrogen worden. Ich werde Stefan Schumacher bis zum letzten Cent, den ich in der Tasche habe, versuchen, juristisch zu verfolgen", sagte Holczer und stellte fest: "Ich hatte keinen Verdacht." Schließlich sei Schumacher, der WM-Dritte von 2007 aus Nürtingen, in diesem Jahr 13-mal vom Weltverband UCI überprüft worden.

Schumacher hat jegliches Doping bestritten. "Ich habe nicht gedopt und meine Blutwerte waren während der Tour völlig normal", sagte er am Mittag nach dem Bekanntwerden von Spekulationen "spox.com". Er habe nichts zu verbergen.

Der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) will gegen den zweifachen Tour- Zeitfahrsieger an diesem Dienstag ein Verfahren "mit dem Ziel der höchstmöglichen Sperre" von mindestens zwei Jahren einleiten, sagte BDR-Präsident Rudolf Scharping. Es werde zudem die Möglichkeit einer Geldstrafe und von Schadenersatz geprüft. Das Kapitel BDR ist für Schumacher wohl schon geschlossen. "Ich wage zudem die Prognose, dass Schumacher nie mehr für eine Mannschaft des BDR fahren wird", sagte Scharping, der den 27-Jährigen aufforderte, die "Hintermänner" des Dopings offenzulegen. "Es ist ein Schock, weil es ein ungeheurer Betrug ist."

Auch Piepoli positiv

Neben Schumacher ist laut der französischen Sportzeitung "L'Équipe" auch Tour-Etappensieger Leonardo Piepoli positiv auf CERA getestet worden. Damit hat die diesjährige Tour ihr Doping-Fälle fünf und sechs, sofern die B-Proben die Positiv-Befunde bestätigen. Für Scharping ist Schumachers Schuld aber schon ein "Faktum". Schumacher und sein Manager Heinz Betz waren am Montagabend telefonisch zunächst nicht zu erreichen.

Mit der mutmaßlichen Entlarvung Schumachers hat sich rund zweieinhalb Monate nach Tour-Ende der Höhenflug des Gerolsteiner- Teams, das zum Saisonende wegen erfolgloser Sponsorensuche eingestellt wird, teilweise als Produkt der Pharmazie herausgestellt.

Zwei Tests überführen Schumacher

Der Nürtinger Schumacher, der stets seine Unschuld beteuerte, hatte als erster Profi seit Lance Armstrong beide Zeitfahren der Tour gewonnen und zwei Tage das Gelbe Trikot getragen. Doch schon während der 95. Frankreich-Rundfahrt war Misstrauen sein ständiger Begleiter. Denn die Liste seiner Verfehlungen ist ähnlich lang wie die seiner Erfolge. Schon vor seinem Wechsel zu Gerolsteiner Anfang 2006 gab es erste Irritationen um einen positiven Befund wegen eines angeblich verabreichten Anti-Allergikums. Die vom BDR verhängte Sperre hob die UCI wieder auf. Vor der WM 2007, bei der Schumacher Ende September Dritter wurde, wurden bei ihm erhöhte Blutwerte festgestellt. Später schlossen drei Spezialisten eine Manipulation aus.

Die "L'Équipe" berichtete in ihrer Online-Ausgabe, dass Schumacher in einer Doping-Nachuntersuchung erst durch die Kombination von zwei Verfahren positiv auf die EPO-Variante CERA getestet worden sei. Auch Piepoli, der wie sein geständiger Team-Kollege Riccardo Ricco von der Equipe Saunier Duval bereits während der Tour suspendiert wurde, sei nachträglich überführt worden. Der Italiener ist vom Italienischen Olympischen Komitee CONI am Freitag zur Anhörung bestellt worden.

Kohl: "Will dazu nichts sagen"

Die Doping-Nachtests waren im Labor Chatenay-Malabry nahe Paris vorgenommen worden, da während der Tour auffällige Werte bei zehn teilweise prominenten Radprofis festgestellt worden waren. Deren Blut wurde mit einem neuem Verfahren auf das EPO-Präparat CERA untersucht. Neben Ricco waren während der Tour die Spanier Manuel Beltran und Moises Dueñas Nevado sowie der Kasache Dimitri Fofonow des Dopings überführt worden.

Schumachers Zimmerkollege Bernhard Kohl, der Gesamt-Dritte der Frankreich-Rundfahrt, wollte sich nicht über Schumacher äußern. "Ich habe heute Vormittag noch mit Stefan telefoniert, er müsste eigentlich der erste sein, der das erfährt. Ich will dazu nichts sagen, solange es nicht offiziell ist", sagte der Österreicher.

dpa / Eurosport

Kommentare 50 - 69 of 69

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  1. man glaubt schlimmer kanns nimmer werden,gleich 2x erwischt. ich schalte immer weniger ein. wino ,lance, basso wollen wieder nein danke

    Von rudimorath, am Di 7.Okt. 19:47
  2. @Hans_Dierke
    Sippenhaft, wo gabs und gibts das noch gleich???
    Da war die DDR und da gibts immer noch Israel. Super Vorschlag!!!

    Von v.golzheim, am Di 7.Okt. 16:57
  3. @ Roger P, kann dich beruhigen bin kein Freund von Betrüger egal ob man sie voher geliebt hat oder nicht der Frank oder Stefan und wie sie noch alle heissen haben uns was vorgemacht und das finde ich zum kotzen.

    Von differdange, am Di 7.Okt. 16:42
  4. hier geht es um einen beruf, der ausgeübt wird! jeder sollte seinen berufsstand mal hinterfragen und er wird sehen, sobald es um kohle geht wird betrogen!! man sollte auch den radsport so sehen und wir würden viel ruhiger werden. wie viele leute rennen zum wrestling und boxen, obwohl sie wissen,dass sie meistens nur eine gute show sehen. auch bei den sechstagerennen wird doch viel abgesprochen und siege verschoben. verbieten wir diese wettkämpfe deswegen. gebt doch den scheiß mal für 2 jahre frei, mal sehen was passiert. und für alle die mit vorbild kommen, dann gibt es ebend den amateur und profistatus mit entsprechenden regeln.

    Von Jörg H, am Di 7.Okt. 16:24
  5. @differdange,
    Du bist mit aller Wahrscheinlichkeit auch einer von denen , der den Brüder Schleck um den Hals gefallen wäre , hättest du sie einmal begegnet. Sprüche klopfen ist einfach !!! Ein richtiger Fan hällt auch in schweren Zeiten zu seinen Idolen.

    Von Roger P, am Di 7.Okt. 15:26
  6. Der Schleck spillt dieses Jahr den Weihnachtsmann und verteilt Geschenke von 6990 Euro an Personen die er nicht kennt:-) Bitte schreiben sie dem Herr Schleck ihre Wünsche:-)))

    Von differdange, am Di 7.Okt. 14:04
  7. Meine Begeisterung für diesen Sport ist nun nach Rückkehr von Armstrong, geplanter Rückkehr von anderen Dopern und Vorfällen wie diesem von Schumacher endgültig erledigt. Dieser Fall hat wieder einmal mehr gezeigt, dass man sich offensichtlich auf nichts verlassen kann und niemandem glauben darf. Ob Teamchef, sportlicher Leiter, Betreuer, Fahrer oder Sponsor.

    Die "Entwicklung" des Radsports über die letzten Jahre und die damit verbundenen Skandale sorgen dafür, dass der gesamte Profisektor zu einer Farce geworden ist.

    Vor einiger Zeit wurde mir von Typen wie Schumacher so schlecht, dass ich am liebsten um mich schlagen wollte.

    Mittlerweile rege ich mich nicht mehr auf, denn der gesamte Sport ist mir schlichtweg egal geworden. Ich fahre nach wie vor begeistert selber Rad, werde aber den Profisport boykottieren, wo es nur geht.

    Von wiefra, am Di 7.Okt. 13:52
  8. Zu allen Vorrednern könnte man 100 Kommentare schreiben. Einer hat mir aus der Seele geschrieben.
    Fahrt einfach nur Fahrrad!!!
    Und wen das Doping wirklich sooooo stört ......Fernseher aus. Wenn kein Sponsor mehr gesehen wird, dann sponsort auch keiner mehr. Schließlich gehts am Ende doch nur ums Geld, den Umsatz, den Absatz.

    Was das Doping freigeben angeht: Wir wären schon ziehlich armseelige Vorbilder für unsere Nachkommen, wenn uns alles egal wäre. Schon mal was von Werten gehört die wir unseren Kindern vermitteln sollten?

    Wißt Ihr was? Ich sitz auf mein Rad leg die Kette links und und tret in die Pedale. Ich kann die Welt nicht verändern, sondern nur nur mich und durch mein Verhalten anderen mit etwas Glück ein Vorbild sein.

    Die eigen Nase ist immer am weitesten weg. Wie kommt es sonst dass der Markt für Nahrungsergänzungsoptimierungssteigerungsmittelchen in den letzten Jahre zweistellige Zuwachsraten hat???? Das Zeug haben sicher nicht nur Lance Armstrong und seine Kumpels gefuttert.

    Als dann in diesem Sinne aufs Bike und das nicht nur bei Sonne

    Von schattenlaeufer_2000, am Di 7.Okt. 12:42
  9. Ja, in der Tat, man wird die B-Probe abwarten (müssen) - allerdings bewegt sich die allgemeine Quote der Abweichungen von den A-Proben in niedersten Niederungen und ist wohl auch auf Grund der Vorgeschichte von Herrn S (siehe unvollständiger Artikel oben) hier eher nicht zu erwarten.
    Was dem sogenannten Fass den Boden ausschlägt, ist doch wiederum die Haltung eines Herrn HMHolczer, welcher gerade emsig dabei ist, Erlöse von Verkäufen ehemals geschenkten Materials auf allen möglichen Wegen in die eigene Tasche zu wirtschaften? Von nichts gewusst??? Es ist nicht mit dem eigenen Saubermannimage vereinbar und konterkarriert die Pläne, mit neuem Sponsor 2010 wieder die 'höchste Bühne' des Radsports erklimmen zu können! Ich war Angestellter bei Teams und muss mich (auch von den Halbwahrheiten der Medien) nicht blenden lassen. Meine alte, immer wieder, auch in diesem Forum verhöhnte, Forderung nach der Eliminierung von Dopern aus den Teamleitungen und -fahrzeugen bekommt neue Nahrung, aber Herr Henn (ebenso wie z.B. Herr Maucher) hat ja auch bereits wieder eine neue Anstellung, ebenso wie (um auf nationalem Niveau zu bleiben) ein Herr Aldag u.a. durch die saubere Leistung eines Herrn Grabsch weiterhin fest(?) 'im Sattel' (im Teamfahrzeug) als 'Sportdirektor' von Columbia sitzt. Prost Mahlzeit. Wann wachen endlich die Sponsoren auf und schicken diese Leute nach Hause? Ich meine es wäre sogar sozialverträglich, diese müssten dann noch nicht mal zur Arbeitsagentur, würden sie doch aufgrund des anghäuften Vermögens wohl auch keine Hilfe erfahren können.
    Die gesammte Dopingthematik wäre ja eigentlich keine ohne die unkritische Haltung der sogenannten fans.
    Fahrt lieber selber (mehr) Rad!

    Von dieser.schreiber, am Di 7.Okt. 12:01
  10. das die teamchefs nichts vom doping ihrer fahrer wußten oder ahnen ist ein alter hut ,das kann man vielen erzählen und genauso viele glauben es ,ich war lange teamchef bei italienischen juniorenteams und habe die order zur leistungssteigerung gegeben ,jeder teamchef weiß davon bescheid ,schade ist nur das sie nicht dazu stehen wenn jemand erwischt wird ,ich glaube und das ist meine freie meinung ,das die ersten 20 der tour nicht clean waren ,schönen tag .....claudio

    Von claudioforli, am Di 7.Okt. 11:21
  11. Hat Lance ein neues Dopingmittel - er muss es ja testen, von daher kann er ungeniert wieder Velo fahren und in der Tour de France mitspielen. Dieser Schwindler - man sollte in an der Tour de France über den Haufen fahren!!!
    markus

    Von markus_meichtry, am Di 7.Okt. 11:12
  12. Über den heutigen Radsport gibt es meiner Meinung nach nur noch zwei Möglichkeiten, hier ein für allemal Klarheit zu schaffen: entweder gibt man das Doping frei und jeder kann soviel einnehmen wie er will und sich damit selber zu tode richten, oder es müssen Kontrollen her, die jeden Radsprofi so abschrecken, das er überhaupt nicht mehr einen Gedanken an das Doping verschwendet - hier gibt es nur einen Weg, wer erwischt wird, wird lebenslang gesperrt und kommt vorerst mindestens 5 Jahre hinter schwedischen Gardinen (Gefängnis). Nur so kann eine totale Abschreckung stattfinden und dieser Misere Hand geboten werden.
    Markus

    Von markus_meichtry, am Di 7.Okt. 11:09
  13. Jetzt alle in den gleiche Topf zu werfen ist wohl etwas übertrieben. Bei Schumacher waren ja alle erstaunt, wie gut der plötzlich war. Der positive Dopingbefund erstaunt darum wohl die Wenigsten. Auch andere, deren Leistung plötzlich erstaunlich gut war (Kohl, Andy Schleck) sind ziemlich verdächtig, egal ob sie erwischt werden. Ich glaube aber nicht, dass zum Beispiel ein Sprinter, der zwar Etappen gewinnt, aber nach der halben Tour aussteigt notwendigerweise gedopt sein muss, trotz Etappensiegen. Auch der Rest des Feldes, der so unter "ferner liefen" im Ziel einfährt, ist wohl nicht gedopt. Ich gehe davon aus, dass 80% clean sind (d.h. u.U. auch, dass sie im Rahmen des erlaubten "dopen") und vor allem diejenigen, die in den Bergen die grosse Musik machen und vorne mitfahren gedopt sind.

    Als Schweizer hoffe ich, dass Cancellara clean ist. Wäre er auch gedopt gewesen wie Schumacher, hätte er den doch locker geschlagen. Seine Leistung war allerdings sowohl an der Tour wie auch an den Olympischen Spielen schon etwas verdächtig...

    Von chiggifan, am Di 7.Okt. 11:00
  14. lancine........@
    klar dass du dich hier so vehement fuer den lance einsetzt...ist ja nur allzu offensichtlich,wenn man deinen namen und das liebe bildchen vom doping-ami dabei sieht.

    Von seife1001, am Di 7.Okt. 10:50
  15. differdange@
    falls du richtig informiert wärst,dann wüsstest du auch ,dass fr. schleck sein intervieuw im fernsehen gegeben hat (glaube letzten samstag9,wo er mit der wahrheit rausgerückt ist..........wahrscheinlich nicht nach deinem geschmack,und nicht das,was du dir erhofft hast

    Von seife1001, am Di 7.Okt. 10:47
  16. Roger P du bist zuviel einseitig alle andere sind schlecht ausser Frank Schleck ( der mit der Wahrheit nicht rauskommt)?

    Von differdange, am Di 7.Okt. 10:30
  17. Ich möchte das alles nicht schön reden hier aber ist es nicht merkwürdig, dass im Laufe des gesamten Jahres nichts passiert in sachen Doping aber ausgerechnet bei der Tour, welche verständlicherweise mit dem meisten Prestige behaftet ist, von den französischen Behörden verstärkt Tests und positive Befunde gemacht werden? Meine Meinung ist folgende: Das ist ein riesen Beschiss den Sportlern gegenüber. Wenn man sich die letzten Jahre anschaut, seitdem die französische Anti-Doping-Agentur in das Geschehen eingegriffen hat und sämtliche Kontrollen leitet wärend der Tour, wurden immer wieder Italiener, Deutsche, Spanier, Kasachen aber KEINE Franzosen auf angebliche Mittelchen getestet. Und bei allem Respekt gegenüber den ganzen Vorrednern hier. Ich finde es ist eine Schande an die Medien jeden Befund, egal woher, egal wer die Befunde macht und offen darlegt für alle,so schnell in den Dreck zu ziehen. Schumacher ist gedopt? War erst die A-Probe. Aber macht es mal so wie ein Vino oder andere vor ihm. Anzeige gegen die französische Anti-Doping-Agentur wegen Darstellung falscher Tatsachen und ungenauen Tests. Nur wer den @#$% in der Hose hat dies so zu tun wird auch seine Glaubwürdigkeit behalten. Die Franzosen haben ihre bei mir jedenfalls verspielt.

    Von Christian M, am Di 7.Okt. 10:19
  18. und das alles nur des Geldes wegen.Welcher Sport ist heute noch sauber u.claen und steht so unter Druck,von Seiten der Geldgeber (Sponsoren)die,wenn Sie was geben,auf andere Art es zurück haben möchten,sei es durch Fernseh-,Printmedien oder Erfolge der Sportler.
    Die Statisten bzw.die Sportler möchten natürlich auch was vom grossen Kuchen abhaben und bemühen sich durch unlauteren Wettbewerb,(Doping) ihre Gage mit Prämien aufzubessern,wobei ihre laufenden Verträge, je nach gezeigten Leistung,zu ihren Gunsten erhöht werden und alles,nur des Mammon´s wegen!!

    Von Karl W, am Di 7.Okt. 10:17
  19. Roger P.
    Voll deiner Meinung,und ich habe den Leistungen von Schumacher schon während der Tour nicht getraut.Bin aber weiterhin gespannt auf die weiteren Resultate in den nächsten Tage und hoffe nur dass Frank da sauber da rauskommt.

    Von , am Di 7.Okt. 10:15
  20. Ja - ja - ja - so kommt es , wenn man über andere herfällt. Die S.D.Zeitung hätte besser über Schumacher zu schreiben als F.Schleck zu beschuldigen.
    ............grins .........grins.......

    Von Roger P, am Di 7.Okt. 10:09
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