sid

Schumacher-Lager wartet mit Stellungnahme

Di 07 Okt, 12:47 Uhr


(sid) Nach der positiven Dopingprobe durch die nachträglichen Auswertungen bei der Tour de France wartet das Lager von Stefan Schumacher vor einer offiziellen Stellungnahme auf die Unterlagen aus Frankreich. "Das ist eine Scheißsache. Wir können jetzt noch kein Statement abgeben. Soweit ich weiß, sind die Unterlagen aus Frankreich unterwegs. Dann werden wir uns dazu äußern", sagte Schumachers Anwalt Michael Lehner dem Sport-Informations-Dienst (sid).

Schumacher ist bei der diesjährigen Tour positiv auf das Blutdopingmittel Epo getestet worden. Dabei ist dem Nürtinger offenbar das neue Testverfahren der französischen Anti-Doping-Agentur (AFLD) zum Verhängnis geworden. Bei der neuen Methode kann Epo im Blut noch deutlicher nachgewiesen werden als bei den Kontrollen vorher im Urin.

Der Sportausschuss-Vorsitzende Peter Danckert forderte als Konsequenz die Prüfung eines Fördergelder-Stopps für den Bund Deutscher Radfahrer (BDR). "Der Radsport ist nicht bereit, seine Strukturen zu ändern und noch strikter gegen Doping vorzugehen", sagte der SPD-Politiker dem sid und ergänzte: "Man muss nun prüfen, ob der Punkt erreicht ist, wo es zu einer Haushaltssperre kommen muss."

Schumacher, der bei der Tour der France beide Zeitfahren gewonnen und zwei Tage das Gelbe Trikot getragen hatte, wies die Doping-Vorwürfe als "Schwachsinn" zurück.

ARD denkt über Tour-Ausstieg nach

Bei den öffentlich-rechtlichen Sendern ARD und ZDF steht indes die Radsport-Berichterstattung auf der Kippe. Während bei der ARD am Dienstag hinter den Kulissen bereits intensiv über einen kompletten Ausstieg diskutiert wurde, will das ZDF zunächst die weiteren Entwicklungen verfolgen.

"Wir werden in Ruhe abwarten, was noch so alles unter dem Tisch hervorgefegt wird und ob der Radsport überhaupt noch zu retten ist", sagte ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender dem sid und stellte klar: "Alle Konsequenzen - auch ein Ausstieg - sind möglich." Anfang des nächsten Jahres wolle das ZDF eine Entscheidung fällen, so Brender.

Der neuerliche Fall sei für ihn "ein Schlag", erklärte der ZDF-Chefredakteur: "Zum wiederholten Mal wurde uns gesagt: das sind die neuen Jungen, die nichts mit Doping zu tun haben." Auch der stellvertretende ARD-Sprecher Christian Bauer betonte, die Doping-Anschuldigungen gegen Schumacher seien ein Rückschlag: "Da packt einen die kalte Wut, wenn man sieht, wie solche Betrüger den Radsport kaputt machen."

Zwar beweise die Überführung Schumachers das effektivere Kontrollnetz, "aber letztendlich stellt sich doch die Frage, wem man im Radsport überhaupt noch trauen kann", meinte Bauer.

Dagegen stellte Eurosport am Dienstag klar, dass es definitiv keinen Rückzug des Spartensenders aus der Radsport-Berichterstattung geben werde.

 

Kommentare 1 - 1 of 1

Kommentare sortieren: Aktualität
  1. so ein blödes gequatsche vom BDR: was hat Doping im Profi Radsport mit der Förderung von Kindern und Jugendlichen zu tun? Dankert? - Nein Danke!

    Von triroli71, am Di 7.Okt. 13:09
Kommentare sortieren: Aktualität

Kein Yahoo! User? Kostenlos .