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FIFA verbietet religiöse Missionen auf dem Platz

Fr 27 Jul, 14:32 Uhr

Hamburg (dpa) - Der brasilianische Stürmer Cacau widmet seine Tore für den deutschen Fußball-Meister VfB Stuttgart dem Himmel. Seine Einstellung trägt der Angreifer offensiv nach außen - doch genau das hat die FIFA nun untersagt.

Trifft er, dreht er mit nach oben gerichtetem Blick und in die Höhe gestrecktem Zeigefinger ab. Und der gläubige Christ sorgt nicht nur mit seinen Treffern und seinem Torjubel für Furore. Für Aufsehen sorgten in den vergangenen Jahren auch Botschaften wie «Jesus liebt dich», die er auf einem T-Shirt unter seinem weiß-roten Trikot trägt. Wenn er nach Spielschluss sein Jersey auszieht, ist seine Aussage in aller Öffentlichkeit zu sehen.

Aus Respekt vor anderen Glaubensrichtungen hat der Weltverband religiöse Botschaften auf dem Fußballplatz verboten. «Was dem einen lieb und teuer ist, ist für den anderen eine Provokation», erklärt Andreas Herren, Pressesprecher der FIFA. Deswegen erweiterte der internationale Fußballverband die Regelung, die Slogans und Werbung auf der Spieler-Kleidung untersagt. Die Ausrüstung darf keine religiösen, politischen oder persönlichen Botschaften aufweisen. «Diese Regelung ist der einfachste Weg, Problemen im Fußball vorzubeugen», sagte Herren.

Wie Cacau ziehen viele Bundesliga-Profis ihre Kraft für ihre sportlichen Leistungen aus ihrer Religion. Darunter sind vor allem Südamerikaner, aber auch der deutsche Christ Gerald Asamoah oder der französische Muslim Franck Ribery, umjubelter Neuzugang im überwiegend katholischen Bayern. Beim Ligapokal sahen die TV- Zuschauer erstmals wie der technisch versierte Mittelfeldmann vor dem Anpfiff mit offener Handhaltung Kraft im Gebet suchte.

Der Glaube führt die Profis zu Erfolgen und hilft ihnen bei Niederlagen oder Verletzungen. Durch die FIFA-Regel sollen Diskriminierungen und Provokationen verhindert werden. Widersetzt sich ein Spieler den Anordnungen und trägt ein T-Shirt mit einer Aufschrift, erwarten nicht nur ihn Sanktionen, sondern das ganze Team kann dafür bestraft werden. Wie die Strafe ausfällt, hängt vom Einzelfall ab. Der Schiedsrichter muss den Vorfall vermerken, der DFB oder die FIFA legen dann das Strafmaß fest.

Laut FIFA soll die Religion eine persönliche Sache bleiben, aber nicht ganz aus dem Profisport verbannt werden. Der Weltverband hat in seinem neuen Hauptsitz in Zürich gerade einen Raum für Gebete eingerichtet, um seinen Respekt vor den Gläubigen zu demonstrieren. Als Motivationsquelle können die Bundesliga-Profis ihren Glauben weiterhin nutzen. Asamoah darf sich beim Einlaufen bekreuzigen, Ribery beten und Cacau darf nach seinen Toren weiterhin gen Himmel blicken.

 

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