Hamburg (dpa) - Es gibt nicht viele Tennis-Turniere, die in seiner Titelsammlung noch fehlen. Die French Open gehören dazu. Auch in diesem Jahr scheiterte Roger Federer im Finale am übermächtigen «Sandmann» Rafael Nadal.
Doch mehr noch als die verpassten Chancen in Paris ärgert den Schweizer die fehlende Olympia-Medaille. «Peking hat in diesem Jahr Priorität in meiner Planung», sagt der 26-Jährige. Er hofft, dass er wie in Athen vielleicht wieder als Fahnenträger seines Landes in das «Vogelnest» genannte Nationalstadion einlaufen darf. «Für mein Land zu spielen, das ist immer ein besonderes Gefühl für mich.»
Bei Nicolas Kiefer ist das nicht anders. Die bitteren Tränen nach dem verlorenen Doppel-Endspiel vor vier Jahren in Athen an der Seite von Rainer Schüttler sind zwar längst getrocknet. Doch die Enttäuschung von damals, als die Chilenen Fernando Gonzalez und Nicolas Massu ihnen das Gold aus der Hand rissen, kehrt immer wieder zurück, wenn der Hannoveraner die silberne Medaille aus dem Safe holt.
«Es gibt ja den Spruch vom "Dabeisein ist alles". Den teile ich aber nicht», sagt Kiefer, der sich sowohl im Einzel als auch im Doppel einiges vorgenommen hat. «Dabeisein ist bei Olympischen Spielen sehr viel. Aber der Erfolg übertrifft alles», betonte der eigenwillige Niedersachse, der am 5. Juli 31 Jahre alt wird. Feiern will er im August auch im olympischen Dorf; aber erst, wenn es einen Grund dafür gibt.
Philipp Kohlschreiber möchte diese Party auch erleben. Zunächst sah es für ihn jedoch alles andere als gut aus mit der Reise nach Peking. Die hochgesteckte Norm des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) konnte der Augsburger nicht erfüllen. Mit dem Einzug ins Finale des Rasenturniers in Halle machte er dann aber Werbung in eigener Sache. Für die anderen deutschen Tennisspieler gab es dagegen kein Pardon: Sie sind in Peking nicht vertreten.
In «Klein Wimbledon» musste sich Kohlschreiber nur Federer beugen. Der Branchenprimus demonstrierte seine Klasse, die er endlich auch bei Olympia unter Beweis stellen will. Im dritten Anlauf soll klappen, was in Sydney und Athen durch Thomas Haas bzw. den Tschechen Tomas Berdych vereitelt wurde. Dennoch hat der Eidgenosse nicht nur schlechte Erinnerungen an Olympia. Federer: «In Sydney 2000 habe ich meine Freundin Mirka kennengelernt, in Athen 2004 war ich Schweizer Fahnenträger.»


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