München (dpa) - Erstmals seit den Boykott-Spielen 1984 findet Olympia wieder ohne Birgit Fischer statt, aber auch nach dem Karriereende der achtmaligen Olympiasiegerin sind die deutschen Kanuten gut für Peking gerüstet.
Allen voran Andreas Dittmer, der sich einen goldenen Olympia-Abschied bescheren will. Insgesamt plant der Deutsche Kanu-Verband (DKV) bei den Rennsportlern sechs bis acht Medaillen ein, davon sollen drei oder vier golden glänzen. Bei den Slalom-Kanuten sollen mindestens zwei Podestplätze her.
Neben dem 36-jährigen Dittmer, der seine vierten und letzten Olympischen Spiele in Angriff nimmt und im Canadier-Einer über 500 und 1000 Meter startet, sind auch die anderen sechs noch aktiven Sieger von Athen dabei. «Ich freue mich, wenn ich irgendein olympisches Souvenir mit nach Hause nehmen darf», sagte der dreimalige Olympiasieger Dittmer.
Dittmer kann ebenso wie die dreimalige Goldmedaillen-Gewinnerin Katrin Wagner-Augustin (Potsdam), die in Peking im Kajak-Einer und im Kajak-Vierer startet, in die Top-Fünf der erfolgreichsten deutschen Olympia-Teilnehmer vorstoßen. Die größte Gold-Hoffnung, ja fast schon ein Sieggarant, ist der Kajak-Zweier mit Ronald Rauhe und Tim Wieskötter. Das Potsdamer Duo ist nach Olympia 2000 bei Titelkämpfen über 500 Meter ungeschlagen. «Für uns zählt nur Gold», lautet auch die klare Ansage der beiden.
Neben den Routiniers, zu denen sich noch die Athen-Gewinner Carolin Leonhardt, Tomasz Wylenzek und Christian Gille gesellen, sind auch Olympia-Debütanten am Start. Dazu gehört Fanny Fischer, die Nichte von Birgit Fischer. «Unsere Einsatzkonzeption ist auf Gold ausgerichtet, es geht nicht um die Vielzahl der Medaillen. Deshalb gehen wir das Risiko», sagte DKV- Sportdirektor Jens Kahl.
Bei den Rennsport-Kanuten ist die eine oder andere goldene Medaille fest eingeplant, bei den Slalom-Sportlern wird sie erhofft. Die Olympia-Zweiten Marcus Becker/Stefan Henze (Halle/Saale) haben sich nicht qualifiziert, doch auch ohne das erfahrene Duo und den zurückgetretenen Olympia-Dritten Stefan Pfannmöller kann der DKV mit seiner jungen Garde in allen vier Disziplinen vorn mitfahren. Weltmeisterin Jennifer Bongardt ist im Kajak-Einer wohl das heißeste Eisen im Feuer. Ärgerlich war für die Slalom-Sportler, dass wegen der Reduzierung der Olympia-Startplätze von bis zu zwei pro Nation auf nur noch einen, Weltklasse-Sportler zu Hause bleiben mussten.


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Kommentare 1 - 1 of 1
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