München (dpa) - Bernhard Langer sagt leise Servus. Deutschlands einziger Weltklasse-Golfprofi unternimmt vor seinem Wechsel auf die Champions Tour der Senioren letztmals den Versuch, zum ersten Mal die BMW Open in München-Nord Eichenried zu gewinnen.
«Ich fühle mich nach wie vor in der Lage, bei den Besten mitzuhalten. Ich liebe das Spiel über alles, warum sollte mir da nicht noch einmal eine Überraschung wie beim Gewinn des World Cups im Team mit Marcel Siem gelingen?», sagte Langer.
Der hoch motivierte Schwabe, der am 27. August seinen 50. Geburtstag feiert, nimmt bei der bayerischen Traditionsveranstaltung bereits seinen 17. Anlauf. Es ist das einzige deutsche Turnier, das Langer in seiner 30-jährigen Karriere noch nie gewinnen konnte. Der Anhausener scheut daher nicht die Herausforderung, den favorisierten südafrikanischen Weltranglistenspielern Ernie Els (5.) und Retief Goosen (11.) sowie Titelverteidiger Henrik Stenson (7./Schweden) den mit 330 330 Euro dotierten Siegerscheck streitig zu machen. Das hoch technisierte Schläger-Material kommt auch dem Kurzspiel-Spezialisten Langer bei der wachsenden Weitenjagd der Besten entgegen.
Die Form von Langer, der in dieser Saison schon 1,087 Millionen Dollar Preisgeld sammelte, stimmt. Rang zwei nach Stechen bei der Crown Plaza Ende Mai in Fort Worth/Florida hinter dem Südafrikaner Rory Sabbatini und weitere drei Top-Ten-Platzierungen auf der US-Tour sprechen für den nimmer müden Präzisionsarbeiter. Aber auch Ryder- Cup-Sieger Paul Casey (England), der bei der US Open hinter dem ebenfalls in Eichenried startenden US-Open-Vierten Niclas Fast 10. wurde, sowie die ehemaligen BMW-Open-Sieger Padraig Harrington (Irland) oder Robert Karlsson (Schweden) zählen zu den Mitfavoriten bei dem mit zwei Millionen Euro dotierten Wettbewerb.
Die Veranstalter haben wegen ihres wachsenden Golf-Engagements auf der US-Tour (BMW Championship dotiert mit 7 Millionen Dollar), bei der PGA Championship in Wentworth (4,3 Millionen Euro) und dem mit der Europa-Tour co-sanktionierten Wettbewerb in Schanghai den ursprünglichen Termin in den Juni vorgezogen. Bisher wurde Ende August gespielt, und alle zwei Jahre galt Eichenried als letzte Nominierungs-Frist für das Ryder-Cup-Team. Auf diesen prestigeträchtigen Status verzichten die Ausrichter auch, weil zu diesem Zeitpunkt die neue, millionenschwere Serie im FedExCup in den USA entschieden wird. Der Sieger kassiert 10 Millionen Dollar Preisgeld. In Europa können die Spieler dafür keine Punkte ergattern und ziehen deswegen eher einen Start in Nordamerika vor.


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