Eurosport - Mi 07.Mai. 14:21:00 2008
Ausgerechnet ein Bayer soll mithelfen, dass Tennis- Diva Serena Williams bei ihrem dritten Auftritt in Preußen erstmals den Thron bei den German Open besteigen kann. Der 23-jährige Münchner Sascha Bajin ist seit der Vorbereitung auf die French Open im vorigen Jahr Williams' Sparringspartner.
"Sie ist noch sehr jung geblieben, ein geiler Typ und super witzig drauf", charakterisierte er am Mittwoch seine Arbeitgeberin, die er auf alle Turniere weltweit begleitet. Der Tennistrainer, der Rang 900 der Weltrangliste belegt hat, ist nicht nur als Fitmacher auf dem Platz gefragt. In Berlin musste Bajin seine Chefin auch zum Shoppen auf den Kuhdamm begleiten, wo sie ihrer Handtaschensammlung ein weiteres Stück hinzufügte.
Nach der Absage von Maria Scharapowa ist Serena Williams bei den German Open auch für Glamour und Extravaganz zuständig. "Ich halte mich nicht für eine Diva, obwohl es schon irgendwie cool wäre, eine zu sein", sagte die 26-jährige Amerikanerin nach ihrem lockeren Auftaktsieg gegen die Italienerin Francesca Schiavone. "Diven haben unglaublich hohe Ansprüche, die habe ich nicht", fuhr die frühere Nummer eins der Welt fort. Wie viele Koffer sie zu ihrem dritten Auftritt in Berlin nach 1999 und 2002 mitgebracht hat, wollte die jüngere der beiden Williams-Schwestern nicht verraten. Gewöhnlich reist sie mit etwa 13. "Vielleicht bin ich tatsächlich eine Diva", gestand eine amüsierte Williams, der in Berlin auch die Hündchen Jacky und Laurelie auf Schritt und Tritt folgen.
Der Bayer Bajin liebt inzwischen all seine Aufgaben, gerade weil Serena Williams "nicht nur in Tennis vernarrt ist". So durfte Bajin sie auf die Aftershow-Party der Grammy-Musikpreisverleihung begleiten. "Serena ist voll in der ganzen HipHop-Szene drin". Die Zusammenarbeit gefällt auch Williams: "Sascha ist ein lustiger Kerl. Wir verstehen uns sehr gut, vielleicht weil wir beide vom Sternzeichen Waage sind."
Wenn sie einmal nicht auf Turnier-Reisen unterwegs sind, wohnt Bajin sogar mit in Williams' schmuckem Haus in Palm Beach Garden im US-Bundesstaat Florida. Beide verbinde eine Freundschaft, schilderte der Münchner, der in der Box neben Williams-Mutter Oracene Price die Spiele verfolgt. Als "Workaholic" beschreibt er seine Chefin und verweist auf deren Modelinie "Aneres" (Serena rückwärts) und ihre Schauspiel-Ambitionen. Immer wieder sorgt Serena Williams, die acht Grand-Slam-Titel gewonnen, 31 Turniersiege gefeiert und gut 19 Millionen Dollar allein an Preisgeld kassiert hat, mit ausgefallenen, selbst kreierten Tennis-Outfits für Aufsehen: Wie 2004 bei den US Open, als sie im schwarzen Domina-Look samt Stiefeln aufschlug.
dpa / Eurosport