Eurosport - Mi 07.Mai. 17:52:00 2008
Mit Olympia vor Augen testen die deutschen Volleyballer in sechs Länderspielen ihre Tauglichkeit für die Qualifikations-Runde vom 23. bis 25. Mai in Düsseldorf.
"Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir die Peking-Teilnahme schaffen. Das wäre wichtig für den deutschen Volleyball und die Krönung für diese Mannschaft. Die Jungs haben jahrelang hart auf dieses Ziel hingearbeitet", sagte Bundestrainer Stelian Moculescu. Gegen Taiwan, Kuba und Europameister Spanien muss der Turniersieg her, um seit 1972 in München endlich wieder bei Olympischen Spielen dabei sein zu dürfen.
Der Ernstfall wird bereits am Donnerstag in Dessau und am Freitag in Nordhausen gegen Olympia-Gastgeber China geprobt. Vom 11. bis 13. Mai schliesst sich ein Turnier in Leipzig mit China, Tschechien und die USA sowie als letzte Generalprobe am 15. Mai in Chemnitz ein weiteres Spiel gegen die USA an.
Moculescu: Nach Peking ist Schluss
Für den 58 Jahre alten Bundestrainer, der den VfB Friedrichshafen seit 1998 zu 19 von 22 nationalen Titeln und im Vorjahr zum Gewinn der europäischen Königsklasse Champions League geführt hat, hängt vom Ausgang der Olympia-Qualifikation die Länge seines Engagements als Honorar-Coach der Nationalmannschaft ab. Spätestens nach Peking soll Schluss sein. "Der Abschied von der Truppe wird nicht leicht, von den anderen schon", sagte Moculescu.
Seit neun Jahren arbeitet er mit dieser Mannschaft, die für seine Begriffe das Zeug dazu hat, Medaillen zu holen. Moculescu: "Diese Zeit hat sehr, sehr viel Kraft gekostet und war kein Zuckerschlecken. Dass es zur EM im Vorjahr nicht zur Medaille gereicht hat, hat mir mehr wehgetan als die missglückte erste Olympia-Qualifikation im Januar in Izmir. Da ist einiges nicht rund gelaufen."
Dehne zurück im Kader
Um es im zweiten Anlauf besser zu machen, hat der gebürtige Rumäne seinen langjährigen Kapitän und Zuspieler Frank Dehne und Norbert Walter zurückgeholt. "Ich habe sie nicht rausgeschmissen und bin als Älterer auf sie zugegangen. Damit habe ich kein Problem", meinte Moculescu. "Der Döner (Spitzname für Dehne) hat es verdient, er hat viel für die Mannschaft getan", fügte er hinzu. Der 276-fache Nationalspieler hatte sich im Namen der Mannschaft für den Trainer stark gemacht, als der nach der verpassten EM 2005 gehen sollte.
Von seinem Team fordert der Coach im Hinblick auf Düsseldorf eine Steigerung im Aufschlag. "Da waren wir schon mal besser und müssen wieder da hin. Wenn das gelingt, haben wir viel geschafft." Wie Moculescu sind auch die Spieler vom gelingen der Mission Olympia überzeugt. "Wir gehören zu den besten acht Teams der Welt und wollen gewinnen. Dazu müssen wir es hinbekommen, dass jeder seine maximale Leistung abruft", sagte Italien-Profi Stefan Hübner. "Wir schaffen das, macht Euch keinen Kopf", fügte Rückkehrer Dehne hinzu.
dpa / Eurosport