EM in Polen statt Peking

Eurosport - Mi 07.Mai. 18:03:00 2008

Sie wollten Edelmetall im August in Peking, nun paddeln sie lediglich um EM-Titel in Krakau. Nach dem Aus in der internen Olympia-Qualifikation tritt eine ganze Reihe enttäuschter deutscher Slalom-Kanuten bei der EM in Polen mit Frust an.

CANOEING Kanu Deutschland Kajak Vierer - 0

"Das Aus für Olympia schwingt noch gewaltig mit. Einige haben da noch ganz schön dran zu knabbern", sagte Bundestrainer Jürgen Köhler mit Blick auf Weltklasse-Sportler wie Vize-Weltmeister Fabian Dörfler oder die Olympia-Zweiten Marcus Becker/Stefan Henze, die erst wieder 2012 in London wieder bei Sommerspielen dabei sein können.

Wie sehr der Fokus auf Peking gerichtet war, zeigt auch schon die verspätete Anreise von Dörfler & Co. Einige Kanuten hatten sich so sehr auf Olympia-Kurs eingestellt, dass sie nicht einmal genügend Sachen für eine längere EM-Reise dabei hatten und vor den Europameisterschaften noch einmal nach Hause zum Packen mussten.

EM-Titel kein Trost

Für Dörfler, Becker/Henze, die Vorjahreszweite Mandy Planert oder den 2006er Gesamtweltcupsieger Erik Pfannmöller geht es 250 Kilometer südlich von Warschau um Frustbewältigung. "Sie wollten zu Olympia, da kann ein EM-Titel kein Trost sein", sagte Canadier-Coach Köhler, der ebenso wie Kajak-Chef Helmut Schröter zu Hause bleibt und mit den fünf Olympia-Startern Jennifer Bongardt, Alexander Grimm, Jan Benzien, Felix Michel und Sebastian Piersig in die Peking-Vorbereitung einsteigt.

Doch nicht alles ist negativ. Für Kanuten aus der zweiten Reihe, wie den 19-jährigen Sebastian Schubert oder den 23-jährigen Lukas Hoffmann ist es eine gute internationale Bewährungsprobe. Vor einem knappen Jahr, als der Deutsche Kanu-Verband (DKV) durch Liptovsky Mikulas/Slowake zweimal Gold und dreimal Silber holte, waren sie noch nicht im Top-Team dabei. Christian Bahmann kehrt nach fünf Jahren im Canadier-Zweier wieder im Einer auf die internationale Bühne zurück.

Während es für die DKV-Sportler darum geht, ihren Kaderstatus durch gute Platzierungen zu festigen, kämpfen andere Nationen noch um die Quotenplätze in Peking. Diese hatte sich die deutsche Flotte bereits bei der WM im vergangenen Jahr in Brasilien gesichert.

dpa / Eurosport