Bundesliga - Ribery macht´s wie Toni

Eurosport - Mi 07.Mai. 23:04:00 2008

Vor den Augen von Logen-Gast Jürgen Klinsmann feierte der neue deutsche Fußball-Meister FC Bayern vor 69.000 Zuschauern einen ungefährdeten 2:0 (1:0)-Heimsieg gegen Arminia Bielefeld. Die Tore in der Allianz Arena erzielten der herausragende Franzose Franck Ribery (26.) und Lukas Podolski (47.).

FOOTBALL 2007-2008 Bundesliga Bayern Bayern-Bielefeld - 0

Die Bayern lassen die Saison als Meister souverän ausklingen und sind nach dem 36. Sieg im 50. Spiel in der Allianz-Arena weiterhin unangefochten an der Spitze der Tabelle. Der Bielefelder Vorsprung auf einen Nichtabstiegsplatz ist nach der 16. Saison- Niederlage vor den letzten zwei Spieltagen auf einen Punkt geschrumpft.

"Bayern war uns haushoch überlegen, wir haben verdient verloren", meinte Bielefelds Mittelfeldspieler Rüdiger Kauf, der schon an den kommenden Samstag dachte: "Wir denken jetzt an das Heimspiel gegen Dortmund. Mit den Fans im Rücken packen wir das."

"Es war ein komisches Spiel, wir hatten nicht mehr die große Anspannung. Das 2:0 geht in Ordnung", kommentierte Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld, der für die letzten beiden Spiele auf Abwehrrecke Lucio verzichten muss. Der Brasilianer muss wegen einer Muskelverletzung im rechten Unterschenkel operiert werden.

1. Halbzeit:

Der Rekordmeister, der sich am letzten Spieltag in Wolfsburg die 21. Meisterschaft gesichert hatte, verzichtete vor der Partie gegen die Ost-Westfalen aus Bielefeld auf die angeschlagenen Bastian Schweinsteiger und Miroslav Klose. Zudem schonte Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld in seinem vorletzten Heimspiel den über die gesamte Saison überzeugenden Martin Demichelis. In der Abwehr durfte Daniel van Buyten von Beginn ran, auf der rechten Seite kam Jose Ernesto Sosa und im Sturm wieder einmal Lukas Podolski zu einem Einsatz in der Start-Elf.

Arminia-Coach Michael Frontzeck hatte seine Mannschaft sehr defensiv eingestellt, dennoch ließ er den zuletzt starken Jonas Kamper über die rechte Angriffseite von Beginn spielen. Robert Tesche kam für den durch eine Grippe geschwächten Thorben Marx in die Mannschaft. Im Sturm ersetzte Christian Eigler den verletzten Sibusiso Zuma.

Die Taktik der Bielefelder ging in der Anfangsphase der Partie auf. Die Räume waren zugestellt und die Bayern taten sich sichtlich schwer, ein Mittel zu finden, um das Abwehrbollwerk zu knacken. Einzig über die linke Seite zeigten die Münchner ihre Qualität. Nach einem feinen Doppelpass mit Philipp Lahm tauchte Franck Ribery (17.) zum ersten Mal gefährlich vor dem Tor von Bielefeld-Keeper Rouwen Fernandez auf, schaffte es aber nicht, den Schlussmann zu überwinden.

In der 21. Minute brachte Markus Bollmann Luca Toni im Strafraum nach einer Flanke von Ribery zwar elfmeterreif zu Fall, doch der ansonsten gut leitende Schiedsrichter Dr. Jochen Drees aus Mainz verweigerte dem Weltmeister den fälligen Strafstoß.

Auf der anderen Seite verzeichnete Arminia Bielefeld nach einem Eckstoß durch Kamper die erste große Möglichket: Tesche stieg nach der Hereingabe von außen am höchsten und setzte den Ball mit dem Kopf an den Pfosten. Oliver Kahn da in seinem 555. Bundesliga-Spiel das Nachsehen gehabt.

Die Bayern schalteten nach dieser Szene deutlich schneller um und konterten die Gäste aus Bielefeld müstergültig aus. Toni behauptete den Ball gegen zwei Gegenspieler und steckte ihn durch die Beine von Andre Mijatovic zu Ribery. Der Franzose (26.) machte es im zweiten Anlauf besser und markierte ebenfalls mit einen "Tunnel" seinen zehnten Saisontreffer.

Podolski (39.) hätte die Führung zwar noch ausbauen können, als er den Ball von der Strafraumgrenze mit seinem schwächeren rechten Fuß nicht im Tor unterbringen konnte. Dennoch verabschiedete sich der neue Deutsche Meister mit einer souverän herausgespielten 1:0-Führung in die Kabine.

2. Halbzeit:

Die zweite Halbzeit begann mit einem Paukenschlag der Münchner. Ribery eroberte den Ball im Mittelfeld, ließ gleich drei Gegner austeigen und passte zu Podolski (47.), der in seiner ihm eigenen Art den Abschluss suchte und die Führung mit einem trockenen Distanzschuss aus 20 Metern auf 2:0 erhöhte.

In der 60. Minute spielte Ribery einen sehenswerten langen Ball aus dem Halbfeld auf Toni in den Strafraum und ermöglichte dem Weltmeister seinen 22. Treffer zu erzielen, doch Fernandez kratzte den wuchtigen Kopfball im letzten Moment von der Linie.

Die Münchner hätten den Sieg am Ende noch deutlich höher gestalten können, aber ein unglücklicher Toni schaffte es mehrfach nicht, den Ball über die Linie zu bringen. Bezeichnend eine Szene aus der 74. Minute, als der sehr spielfreudige Lahm eine butterweiche Flanke in den Strafraum brachte und der Italiener den Ball aus fünf Metern völlig freistehend nicht im Tor unterbringen konnte.

Am Ende war die Mannschaft jedoch nicht auf die Tore von Toni angewiesen, denn Ausnahmespieler Ribery sprang für seinen Teamgefährten in die Bresche und machte den 19. Sieg der Bayern in dieser Saison perfekt.

Spieler des Spiels:

Franck Ribery war wieder einmal der Aktivposten beim Rekordmeister. Mit einem Tor und einer Vorlage untermauerte er seinen Stellenwert für die Mannschaft und wurde in der 82. Minute mit stehenden Ovationen ausgewechselt.

Andreas Lehmann / Eurosport