Bundesliga - Poldi will spielen, Toni will Verstärkung

Eurosport - Mi 07.Mai. 08:44:00 2008

Die Gefühlswelt der beiden Bayern-Stürmer Luca Toni und Lukas Podolski könnte nach dem Gewinn des Doubles aus deutscher Meisterschaft und DFB-Pokal nicht unterschiedlicher sein. Der Weltmeister träumt nach seinen ersten beiden Titeln auf Vereinsebene von Verstärkungen, "Poldi" von einem Stammplatz.

FOOTBALL 2007-2008 Bundesliga Bayern Toni Podolski - 0

Sollte sich für den 22-jährigen Podolski unter dem neuen Trainer Jürgen Klinsmann nicht grundsätzlich etwas verändern, will er den Verein verlassen. Der Jungstar sehnt deshalb ein Treffen mit Klinsmann herbei, der in dieser Woche zu Gesprächen mit dem Aufsichtsrat des Rekordmeisters in München weilt. "Ich möchte das nicht noch mal mitmachen, darauf habe ich keine Lust", sagte Podolski der "Süddeutschen Zeitung". "Die Reservistenrolle ist nicht mein Anspruch, ich möchte Stammspieler sein und nicht zwei Spiele machen, dann wieder zwei nicht und die nächsten zwei vielleicht wieder eingewechselt werden - das kann es nicht noch ein drittes Jahr sein für mich", stellte der frisch gebackene Vater von Sohn Louis weiter klar.

Vorfreude auf Klinsmann

Probleme, die "Sunnyboy" Toni in seinem ersten Jahr an der Isar mit 36 Pflichtspieltoren (21 Bundesliga, 10 UEFA-Cup, 5 DFB-Pokal) weit von sich geballert hat. Der Italiener sprühte auch nach dem Gewinn des 21. Meistertitels in Wolfsburg (0:0) vor guter Laune. "Oli, du bist fertig", scherzte Toni, der nach Spielende die Kapitänsbinde von Willi Sagnol geklaut hatte und den künftigen "Capitano" mimte. Mit zwei Titeln im Debütjahr und dem Griff zur Torjägerkanone hatte selbst der 30-Jährige bei seinem Amtsantritt an der Säbener Straße nicht gerechnet: "Als ich im vergangenen Sommer zu den Bayern kam, hatte ich auch nicht gedacht, dass ich so viele Tore machen werde. Aber die Quote zeigt mir, es war wirklich ein rundum gelungenes Jahr."

Voller Spannung und Freude erwartet Toni die Zusammenarbeit mit dem ehemaligen Topstürmer Klinsmann in rund zwei Monaten: "Mit Klinsmann kommt ein neuer Trainer mit anderen Methoden und einer anderen Vorbereitung. Das wird mit Sicherheit ein interessanter Wechsel." Bei seinem ersten Auftritt in der Champions League will Toni "so weit wie möglich kommen", dazu müsse der Klub "den Kader aber noch verstärken." Bayern-Berater und Scout Paul Breitner reiste kürzlich nach Mailand. Gerüchten zufolge habe sich der Weltmeister von 1974 mit Gennaro Gattuso vom AC Mailand getroffen. Mit Torhüter Jens Lehmann (FC Arsenal) und Deco vom FC Barcelona sind weitere namhafte Neuzugänge im Gespräch.

Breitner: "Wir haben das Geld nicht"

Doch Breitner bleibt seinem Stil treu und äußerte auch gegenüber dem "BR" nicht zur Personalpolitik der Roten: "Wie im Vorjahr werden wir auch diesmal konzentriert an der Mannschaft arbeiten und in der Öffentlichkeit nichts hinausposaunen. Die Leute erwarten immer, dass wir uns hinstellen und sagen: Wir holen einen Ronaldo nach München und bezahlen diesen mit 150 Millionen Euro aus der Portokasse. Wir haben das Geld nicht. Und wenn man keinen Abramowitsch oder Berlusconi in der Hinterhand hat, muss man eben anders vorgehen."

"Jeden Tag wird in den Medien ein anderer Spieler mit Bayern in Verbindung gebracht. Aber was wirklich hinter den Kulissen abläuft, weiß außer uns letztendlich niemand", erklärte Breitner. So bleibt der FC Bayern 2008/2009 eine Wundertüte. Ob mit "Prinz Poldi" oder ohne, Klinsmann wird sicher das eine oder andere Ass aus dem Ärmel zaubern.

Thomas Janz / Eurosport