Eurosport - Mi 07.Mai. 08:22:00 2008
Wenige Tage nach der Präsentation des neuen Schalke-Trainers Fred Rutten steht beim Hamburger SV mit Martin Jol ein weiterer Niederländer in den Startlöchern. Angeblich sind die Verhandlung der Hanseaten mit dem 52-jährigen ehemaligen Coach von Tottenham Hotspur schon sehr weit fortgeschritten.
Damit kommt nach 170 Tagen Licht ins Dunkel auf der Suche nach einem Nachfolger für Huub Stevens, der in der kommenden Saison zum niederländischen Meister PSV Eindhoven wechselt. Jol, der bei den "Spurs" im Oktober vergangenen Jahres beurlaubt wurde, war in seiner Heimat bisher bei Roda Kerkrade und RKC Waalwijk als Trainer tätig. In seiner Laufbahn als Spieler trug er in der Saison 1978/1979 in neun Bundesliga-Partien das Trikot von Rekordmeister Bayern München.
Die Verantwortlichen des HSV wollten sich bislang nicht äußern. Jol bestätigte unterdessen gegenüber der "dpa" Kontakte zum HSV und zu weiteren Klubs in Deutschland. Seinen größten Erfolg als Trainer feierte Jol im Jahr 1997, als er mit Roda Kerkrade im niederländischen Pokal triumphierte. In der Premier League erreichte er nach seinem Amtsantritt 2004 zwei Mal den fünften Platz.
Boateng: "Jol war wie ein Vater zu uns"
Der ehemalige Herthaner Kevin Prince Boateng, inzwischen in Diensten von Tottenham, äußerte sich gegenüber der "Hamburger Morgenpost" positiv über seinen Ex-Coach: "Disziplin ist ihm wichtig, aber in erster Linie war er wie ein Vater zu uns Profis. Das Menschliche steht bei ihm ganz weit vorn", sagte der 21-Jährige. "Wenn er will, kann er ein harter Hund sein", erklärte der Bruder von HSV-Abwehrspieler Jerome Boateng weiter.
Vor dem 88. Nordderby gegen Werder Bremen hat der HSV die Champions League noch nicht ganz aus den Augen verloren. Der 3:1-Erfolg bei Hansa Rostock hat die Lebensgeister der Hamburger nach einer kurzzeitigen Krise wieder erweckt. "Natürlich hoffen wir auf die Champions League", gab sich Kapitän Rafael van der Vaart zuversichtlich. Stevens wies jedoch darauf hin, man sei auf "die Hilfe von anderen angewiesen". Selbst im Falles eines Triumphes der Hamburger über den Tabellenzweiten, müssen Bremen und Schalke an den verbleibenden Spieltagen noch Punkte liegen lassen.
Auf dem sechsten Tabellenplatz sitzt Bayer Leverkusen dem HSV mit nur drei Punkten Rückstand im Nacken. "Wenn wir Werder schlagen, ist alles offen", erklärte Joris Mathijsen. Werder-Coach Thomas Schaaf ist vor dem brisanten Duell ebenfalls nicht Bange: "Unsere Ausgangslage ist gut. Wir wissen, dass der HSV uns nicht mehr einholen kann, wenn wir gewinnen sollten."
Hinweis:
eurosport.yahoo.de berichtet am Mittwoch ab 20:00 Uhr im Live-Ticker von der Partie Hamburger SV gegen Werder Bremen.
Thomas Janz / Eurosport