Eurosport - Mi 07.Mai. 23:16:00 2008
Bayer Leverkusen droht am Ende der Saison mit leeren Händen dazustehen. Nach der 1:2 (0:1)-Niederlage gegen Hertha BSC ist die UEFA-Pokal-Qualifkation in akuter Gefahr. Marko Pantelic (26.) und Sofian Chahed (68.) erzielten die Führung für die Hertha, für Bayer traf nur noch Lukas Sinkiewicz (90.).
Drei Punkte beträgt der Rückstand der Werkself nun auf Platz fünf. Ein Szenario, das Anfang März noch nahezu undenkbar schien. "Die Luft ist momentan irgendwie raus. Die Spieler spielen, als hätten sie eine Bleiweste an", kommentierte Sportchef Rudi Völler das vergebliche Bemühen seiner Mannschaft. Völlig zufrieden mit seinen Spielern war hingegen Gäste-Trainer Lucien Favre: "Ich denke, wir haben von Anfang an gut gespielt. Für mich war das 2:1 am Ende das korrekte Ergebnis." Die Hertha steht mit Platz elf im Niemandsland der Tabelle und kann den kommenden beiden Spielen gelassen entgegensehen.
1. Halbzeit
Gleich von Beginn an war der Werkself die Nervosität deutlich anzumerken. Die Hausherren mühten sich zwar das Heft in die Hand zu nehmen, wirkten aber über weite Strecken zu überhastet und einfallslos im Spielaufbau. Wenn es gefährlich wurde, dann zumeist nach Ecken. Aber Lukas Sinkiewicz (9.) und Manuel Friedrich (22.) vergaben jeweils kläglich per Kopf.
Die Gäste aus Berlin machten dagegen einen sichereren Eindruck. Die Hauptstädter, für die es in dieser Saison um nichts mehr geht, wurden von ihrem Gegner nicht wirklich gefordert, störten in der Defensive früh und lauerten in der Offensive geduldig auf ihre Chancen. Nach nicht ganz einer halben Stunde sollte diese Taktik belohnt werden.
Raffael drang unbedrängt von den Leverkusener Abwehrspielern von links in den gegnerischen Strafraum ein und legt auf Marko Pantelic zurück, der ohne Probleme zur Führung für die Gäste verwandelte (26.).
Nach dem Treffer wirkte Bayer erst recht verunsichert, nach vorne lief nicht mehr viel zusammen. Kurz vor der Pause hatte dann auf einmal Sergej Barbarez doch noch die große Chance zum Ausgleich. Doch sein Kopfball landete in den Händen von Hertha-Keeper Jaroslav Drobny (44.).
2.Halbzeit
Bayer-Coach Michael Skibbe war sichtlich bemüht, das Spiel noch einmal herumzureißen. Zur Pause brachte er gleich zwei neue Leute: Sascha Dum und Dmitri Bulykin sollten nun an Stelle von Barbarez und Pirmin Schwegler frischen Wind in die Partie bringen.
Tatsächlich mühte sich Bayer zu Beginn der zweiten Hälfte sichtlich, die Hertha-Abwehr stand unter Druck und wirkte nun nicht unüberwindbar. Die großen Chancen zum Ausgleich blieben allerdings aus.
In der 62. Minute kam dann die Szene, die der Werkself das Genick brechen sollte: Nach einem harmlosen Zweikampf mit Gojko Kacar verpasste Stefan Kießling seinem Kontrahenten genervt einen Ellbogencheck. Schiedsrichter Kinhöfer blieb gar keine andere Wahl, als dem Stürmer die berechtigte Rote Karte zu zeigen.
Bei Bayer lief fortan nach vorne nichts mehr. Und es kam noch schlimmer: Lukasz Piszczek spielte im gegnerischen Strafraum den sterbenden Schwan, zu Unrecht entschied Kinhöfer auf Elfmeter. Sofian Chahed war es egal, er verwandelte sicher zum 2:0 (68.) - Adler hatte keine Chance.
Danach war die Partie gelaufen, die Leverkusener hatten nicht die mentale Stärke, das Ruder doch noch einmal herumzureißen. In den Schlussminuten wurde es dann plötzlich doch noch einmal turbulent, als Sinkiewicz wie aus heiterem Himmel auf 1:2 verkürzte (90.). Die Leverkusener warfen noch einmal alles nach vorne, doch am Ende konnten die Berliner auf Grund der cleveren Spielweise einen letztlich nicht unverdienten Sieg einfahren.
Spieler des Spiels: Marko Pantelic
Der Serbe pokert derzeit um einen gut dotierten neuen Vertrag bei den Berlinern. Der Auftritt in der BayArena dürfte seine Position dabei gestärkt haben. Pantelic war der auffälligste Spieler in der der Hertha-Offensive und erzielte das wegweisende 1:0.
Stephan Soutschek / Eurosport