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Sicherheitslage bei der EM bleibt heikel

Mi 07 Mai, 08:51 Uhr


Wien/Bern (dpa) - Vor dem Anpfiff der Fußball-Europameisterschaft wachsen die Zweifel, ob es wirklich friedliche Spiele in Österreich und der Schweiz werden können.

Zwar ist die Warnung von Wiens rundlichem Bürgermeister Michael Häupl an die Adresse potenzieller Hooligans deutlich: «All jenen, die meinen, sie müssen dieses Fest nutzen, um Randale zu machen, sage ich: Nicht alle Dicken sind gemütlich!» Doch kam es in in Basel Anfang Mai beim Spiel des FC Basel gegen den FC Zürich zu wüsten Szenen. Über 40 Personen wurden verletzt. Dennoch geben sich die Verantwortlichen der Euro 2008 in Sachen Sicherheit zuversichtlich.

Von den vier EM-Städten in Österreich gelten vor allem die beiden «östlichen», nämlich Wien und Klagenfurt, als gefährdet. Denn hier spielen - neben dem Gastgeber - mit Deutschland, Polen und Kroatien, drei Mannschaften, bei deren Aufeinandertreffen sich die Gemüter sehr schnell erhitzen könnten. «Für alle drei Gastmannschaften ist dies praktisch ein Heimspiel», meinte sogar Innenminister Günther Platter. Besonders die Spiele der Deutschen gelten als gefährdet. Die Spiele der Gruppe D mit Griechenland, Schweden, Spanien und Russland in Salzburg und Innsbruck bereiteten den Organisatoren dagegen kaum Kopfzerbrechen.

Für den Zeitraum der Meisterschaft wurde für alle 27 000 Polizisten Österreichs eine Urlaubssperre verhängt. Möglich ist, dass für den Zeitraum der EM auch die Grenzkontrollen zwischen Deutschland und den beiden Austragungsländern wieder eingeführt werden, um bekannte Hooligans abzuschrecken und abzufangen. 2200 österreichische Polizisten wurden speziell für den aktiven Einsatz gegen gewalttätige Fans ausgebildet.

Dazu kommen allein aus Deutschland über 850 Beamte (darunter 475 aus Bayern), die den örtlichen Kollegen vor allem durch die Kenntnis der eigenen Hooligan-Szene beistehen und den insgesamt bis zu zwei Millionen deutschen Touristen während des Meisterschaft in Fanzonen und anderswo beistehen sollen. Dazu wurden natürlich auch kroatische und polnische Beamten eingeladen. Selbst für einen möglichen Terroranschlag gibt man sich vorbereitet.

Die Schweizer Gewaltszene hat zwar nach den Ereignissen von Basel Auftrieb erhalten, doch wird darauf verwiesen, dass bei der Europameisterschaft die UEFA das Regime - auch für die Sicherheit - in den vier Schweizer Stadien Basel, Bern, Zürich und Genf führt. «Wir haben die Sicherheit im Griff», sagt Benedikt Weibel, der für die Spiele zuständige Delegierte der Schweizer Regierung, zuversichtlich. Als Problemspiel gilt unter anderem die Begegnung Schweiz-Türkei am 11. Juni in Basel.

Über 30 000 Personen sind in der Schweiz für die Sicherheit einsatzbereit, darunter 16 000 Schweizer und zusätzlich 600 deutsche und 250 französische Polizisten sowie 300 sogenannte Szenekenner. Weiter können die Organisatoren auf bis zu 15 000 Armeeangehörige zurückgreifen. Und die Stadt Zürich etwa setzt sogar Überwachungs-Drohnen ein, fünf Meter lange unbemannte militärische Flugkörper, die als fliegenden Kameras Bewegungen aus der Luft orten.

Risikoanalysen hätten gezeigt, dass die Stadien der sicherste Bereich seien, hieß es. Bei den EM-Spielen werden die Spielstätten schon drei Stunden vor Spielbeginn geöffnet, «damit genug Zeit für die Kontrollen bleibt». Heikel sei es hingegen an Orten mit vielen Menschen und Kameras, etwa in den Fanzonen, von denen es in jeder Stadt zum Teil mehrere gibt.

 

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