Düsseldorf (dpa) - Klein, aber fein: Die Gastgeber Schweiz und Österreich präsentieren bei der Fußball-Europameisterschaft zwar relativ kleine Stadien, dafür aber können sich die Fans auf acht «Schmuckkästchen» mit modernster Technik und viel Komfort freuen.
Die acht Arenen in Basel, Bern, Genf und Zürich sowie Wien, Innsbruck, Klagenfurt und Salzburg sind mit einem Gesamtaufwand von rund 350 Millionen Euro renoviert, ausgebaut oder neu errichtet worden. Insgesamt bieten sie Plätze für 274 700 Zuschauer. «Die Stadien sind nicht groß, aber sie versprechen eine besondere Atmosphäre. Es sind moderne Stadien, aber auch Arenen mit großer Tradition», lobte Michel Platini, Präsident der Europäischen Fußball-Union (UEFA).
Die größte und älteste EM-Arena steht in der österreichischen Hauptstadt. Im Wiener Ernst-Happel-Stadion wird am 29. Juni der neue Titelträger gekürt. Bereits 1931 wurde das Stadion eröffnet, aber in den vergangenen Jahren schrittweise für 36,5 Millionen Euro zu einer «Fünf-Sterne-Arena» ausgebaut. Österreich bestreitet all seine Gruppenspiele in dem 50 000 Fans fassenden Oval, das im Erholungspark «Prater» und in unmittelbarer Nähe zur Donau liegt. Dort empfängt der Gastgeber am 16. Juni auch die deutsche Nationalmannschaft. In Wien finden sieben von 33 Partien und damit die meisten EM-Spiele statt.
Das Startschuss zur EURO fällt am 7. Juni (18.00 Uhr) im größten eidgenössischen Stadion, dem St. Jakob-Park in Basel, mit dem Eröffnungsspiel Schweiz - Tschechien. Am UEFA-Gründungsort, wo fünf weitere Spiele - darunter ein Halbfinale - ausgetragen werden, ist im Laufe der Jahre für 22 Millionen Euro die erste Multifunktions-Arena der Schweiz entstanden. Die Heimstätte des FC Basel wurde im März 2001 eröffnet und verfügt über 42 500 Plätze sowie eine Solaranlage.
Die übrigen drei Stadien in der Schweiz sind komplette Neubauten. Mit dem alten Wankdorfstadion verbinden vor allem die Deutschen schönste Erinnerungen. Hier fand 1954 das «Wunder von Bern» statt - die Herberger-Elf wurde mit dem legendären 3:2 gegen Ungarn zum ersten Mal Fußball-Weltmeister. 2001 allerdings wurde das legendäre Stadion abgerissen, es entstand bis 2005 das neue «Stade de Suisse Wankdorf», eine Multifunktionsarena mit 32 000 Plätzen sowie einem integrierten Shopping-Center und einer Schule. Erst nach einer Volksabstimmung gab es grünes Licht für EM-Spiele in der Hauptstadt. Je drei Partien finden zudem im «Stade de Geneve» in Genf und im neuen Züricher Letzigrund-Stadion statt, das vor allem durch seine Leichtathletik-Sportfeste berühmt wurde. Beide Arenen fassen jeweils 30 000 Fans und kosteten zusammen 124,6 Millionen Euro.
Auch die drei weiteren Stadien in Österreich liegen mitten in Ferienparadiesen. Das Tivoli-Stadion (30 000 Plätze) in Innsbruck wurde für 30,3 Millionen Euro renoviert. In der Metropole in Tirol mit dem Karwendelgebirge im Norden fanden 1964 die Olympischen Winterspiele statt. Auch die Mozartstadt Salzburg ist nicht nur bei der EM eine Reise wert. In das Stadion Wals-Siezenheim (30 000) wurden 21,9 Millionen Euro investiert. Der Ausflug ins Wörthersee- Stadion in Klagenfurt soll sich vor allem für die Elf von Joachim Löw lohnen. Im mit 92 000 Einwohnern kleinsten EM-Spielort am wärmsten Alpensee Europas startet die DFB-Elf am 8. Juni gegen Polen ins Turnier, auch das zweite Gruppenspiel gegen Kroatien (12. Juni) trägt das deutsche Team dort aus.


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