Karlsruhe (dpa) - Manager Steffen Heidrich auf die Tribüne verwiesen, drei Spieler mit einer Gelbsperre belegt und Trainer Bojan Prasnikar verärgert über umstrittene Schiedsrichter-Entscheidungen: Energie Cottbus geht der Abstiegskampf mächtig an die Nerven.
Beim 1:1 (0:0) in Karlsruhe sahen Daniel Ziebig und Mario Cvitanovic sowie Stanislaw Angelow die fünfte beziehungsweise zehnte Verwarnung und müssen im vorletzten Spiel gegen den Hamburger SV zuschauen. Der slowenische Coach bewies trotz der angespannten Situation Humor: «Wir brauchen noch zwei Punkte zum Klassenerhalt. Die holen wir am besten am Samstag gegen Hamburg. Es ist nur die Frage, wie das geht.»
Vor 28 000 Zuschauern im Wildpark-Stadion hatte Stiven Rivic die Lausitzer in der 60. Minute in Führung gebracht. Der Ausgleich fünf Minuten später für den schon lange geretteten Aufsteiger durch Stefan Buck erhitzte dann die Gemüter der Gäste. Schiedsrichter Günter Perl (München) hatte ein Foul von Ziebig an Andreas Görlitz gesehen, das keines war. Ziebig sah Gelb - und den Freistoß von Tamas Haijnal verlängerte Buck ins Tor. Darüber regte sich Heidrich so auf, dass ihn Perl auf die Tribüne schickte. Prasnikar konnte es ebenfalls nicht fassen. Nach seiner Ansicht war zudem die Verwarnung für Angelow unberechtigt. «Wir haben drei Leute verloren, drei sehr wichtige. Deshalb bin ich sehr unzufrieden», meinte er.
Nach dem Abpfiff wollte Heidrich jedoch nicht mehr lange lamentieren. «Es ist ganz schwer», kommentierte er die Lage. «Aber wir müssen jetzt alle Kräfte bündeln und schauen, dass wir am Samstag erfolgreich sind.» Die Spieler trauerten dem vergebenen Sieg jedoch noch länger nach. «Wir hätten heute einen ganz, ganz großen Schritt machen können», sagte Erwin Skela. Und auch Kapitän Timo Rost meinte nach dem zerfahrenen Spiel: «Für uns zählt jeder Punkt, aber heute war definitiv mehr drin.»
Dem Stress im Abstiegskampf war Karlsruhes Trainer Edmund Becker angesichts der furiosen Hinrunde seiner Mannschaft in dieser Saison nie ausgesetzt. Gelassen in ein Spiel gehen, so verriet er, könne er dennoch nicht. «Ich möchte partout nicht, dass es heißt, wir schenken Spiele her. Heute waren wieder 28 000 da, die erwarten alle einen Sieg. Da steht man als Trainer in der Pflicht.» Für ihr «Schaulaufen» verdienen sich die KSC-Profis jedoch keine Spitzennoten: In den letzten zehn Spielen gab's für die Badener nur einen Sieg.


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