Willy Bogners Durchbruch kam spät, aber gewaltig

Fr 06.Nov. 14:13:27 2009

München (dpa) - Einst Skifahrer, heute Modedesigner - und zwischendurch immer wieder Produzent spektakulärer Filme: Willy Bogner ist ein wahres Allroundtalent, auch wenn der 67-Jährige recht lange auf seinen Durchbruch warten musste.

Erst nach zwei erfolglosen Teilnahmen bei den Olympischen Winterspielen von 1960 und 1964 als Athlet kam er zu internationalem Ruhm, als Bogner 1977 vom Vater die Leitung der familieneigenen Bekleidungsfirma übernahm. Der Münchner machte die «Willy Bogner GmbH & Co. KGaA» endgültig zur weltbekannten Modemarke im Sport - und rüstet seither regelmäßig die deutschen alpinen Ski-Nationalmannschaften und Olympia-Teams aus.

«Die olympische Idee hat mich nie losgelassen», sagt Bogner, der nun zum Gesicht der Münchner Bewerbung um 2018 werden soll. «Dass mich meine Heimatstadt in diesen Wettbewerb schickt, ist ein großer Vertrauensbeweis.» Die neue Aufgabe geht er mit kleinem Gehalt, aber einem gewaltigen Batzen Elan an: Für den symbolischen Betrag von einem Euro soll Bogner die Bewerbung als Repräsentant anführen - und möglichst den Zuschlag erhalten. «Olympia hat in meinem Leben immer eine Riesenrolle gespielt.»

Mit seiner Ehefrau, dem brasilianischen Ex-Model Sonia, führt er sein Unternehmen. Er fühlt sich in der ganzen Welt zu Hause. Bogner sieht seinen Lebensstil auch als Bestandteil der hauseigenen Firmenkultur. «Wie wir leben, wohin wir reisen, was wir anziehen - das alles prägt die Marke Bogner.» Ein Jungspund ist Bogner nicht mehr, er hat viel erlebt - beileibe nicht nur Positives. 1964 wurde Bogners damalige Lebensgefährtin Barbi Henneberger durch eine Lawine getötet, 2005 nahm sich sein 17 Jahre alter Adoptivsohn Bernhard das Leben. Schicksalsschläge, mit denen er gelernt hat zu leben.

Schon während seiner aktiven Sportzeit entdeckte Bogner seine Leidenschaft fürs Filmen. Er hatte das schon immer machen wollen, erkannte früh Lust und Talent. Die Eltern aber drängten ihn, sich um die Firma zu kümmern. Nur um die Firma. «Für den Junior immer eine schwierige Situation», erkennt Bogner. Er fand einen Weg, beides zu kombinieren.

1969 wirkte er erstmals in einem James-Bond-Film mit: Durch seine spektakulären Bilder für «Im Geheimdienst Ihrer Majestät» verdiente sich Bogner erste Lorbeeren als Kameramann spektakulärer Verfolgungsjagden im Schnee. Später war er bei drei weiteren Bond- Produktionen vertreten, brachte aber auch mehr als 30 eigene Filme heraus. 1985 erhielt Bogner den Bambi, 1986 den Bayerischen Filmpreis für seinen selbst produzierten Film «Feuer und Eis». Darüber hinaus ist Bogner Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande.

 

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