Abschied im Stadion: Trauerfeier für Achim Stocker

Fr 06.Nov. 15:59:02 2009

Freiburg (dpa) - Mit einer bewegenden Trauerfeier haben tausende Fans sowie Prominente aus dem Profifußball und der Politik Abschied von Achim Stocker genommen. Insgesamt erwiesen rund 4000 Menschen dem langjährigen Präsidenten des SC Freiburg im Badenova-Stadion die letzte Ehre.

Stocker war am 1. November im Alter von 74 Jahren an den Folgen eines Herzinfarkts gestorben. «Er war schon zu Lebzeiten eine Legende. Wir trauern nicht nur um einen Präsidenten, der seinen Verein 37 Jahre lang geführt hat, wir trauern auch um eine Integrationsfigur; im besten Sinne des Wortes», würdigte Baden- Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger den bei seinem Tod dienstältesten Vereinschef im deutsche Profifußball. Am Nachmittag des 6. November wurde Stocker im engsten Kreis beigesetzt.

«Wir sind noch immer fassungslos, dass Achim Stocker nicht mehr unter uns lebt», erklärte Reinhard Rauball. Wie Oettinger sprach der Liga-Präsident als einer von vier Rednern seine Trauerworte sichtlich bewegt. «Achim Stocker war Fan-nah, Fan-freundlich, sympathisch und bodenständig. Der imponierende Weg des SC war sein Lebenswerk. Ich verneige mich vor einer großen Persönlichkeit und ich versichere, dass die Bundesliga Achim Stocker ein ehrendes Andenken bewahren wird», sagte Rauball.

Unter den Gästen waren auch Bundestrainer Joachim Löw, den Stocker einst als Spieler zum Sportclub geholt hatte, Ex-DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder und frühere Weggefährten wie die ehemaligen SC-Manager Andreas Bornemann und Andreas Rettig. Auch der Präsident des FSV Mainz, Harald Strutz sowie Bayern Münchens Sportdirektor Christian Nerlinger dokumentierten mit ihrem Erscheinen das große Ansehen der Freiburger Symbolfigur in der Fußball-Szene.

Stockers Sarg war am Mittelkreis aufgebahrt und mit einer rot- weißen SC-Fahne bedeckt worden. Die Werbebanden im Stadion waren schwarz abgedeckt. In mehreren Adaptionen wurde das Badner-Lied gespielt, eine Sängerin trug das «Ave Maria» vor. Beendet wurde die eineinhalbstündige Zeremonie mit «My Way» von Frank Sinatra. «Einer, der immer da war, ist nicht mehr», gedachte Dom-Pfarrer Claudius Stoffel des Verstorbenen. Stocker, der den SC seit 1972 anführte, habe Werte vorgelebt: «Sei fair, auch zu deinem Gegner. Und mach dir auch mal die Finger schmutzig und setze dich zwischen die Stühle - das ist Stockers Erbe», betonte Stoffel.

Auch Oettinger hob neben der großen Fachkompetenz besonders die menschlichen Qualitäten des zuletzt dienstältesten Präsidenten im deutschen Profifußball hervor. «Ich glaube, es gibt keinen Verein, der so sympathisch rüberkommt wie der SC Freiburg - das ist ein Verdienst des Verstorbenen», sagte der CDU-Politiker.

Freiburgs Oberbürgermeister Dieter Salomon erinnerte vor allem an Stockers Selbstlosigkeit. Salomon habe Stocker dreimal zum Bundesverdienstkreuz vorschlagen wollen. Doch der habe jedes Mal abgewunken: «Als ich den dritten Versuch gestartet habe, wurde er massiv: 'Du weißt, dass ich das nicht will. Lass das jetzt'», habe Stocker gesagt: «Das charakterisiert ihn. Es ging ihm immer um den Verein, nicht um Personen.»

 

Kein Yahoo!-Nutzer? Kostenlos .