Vuelta - Urlaub in Spanien? Mitnichten!

Eurosport - So 06.Sep. 12:10:00 2009

Das niederländische Vacansoleil-Team wird von einem Reiseanbieter gesponsert. Bei der Vuelta machen die Fahrer allerdings alles andere als Spanien-Urlaub. Borut Bozic, Johnny Hoogerland, Matheé Pronk, Lieuwe Westra und Co. agieren bislang absolut zügellos und absolvieren die Rundfahrt ihres Lebens.

CYCLING 2009 Vuelta a Espana Borut Bozic celebrates winning stage six - 0

Noch am Freitag vor dem Start der Vuelta herrschte große Trauer in der Mannschaft von Sportdirektor Hilaire van der Schueren. Lieuwe Westra hatte seinen Vater verloren. Trotzdem ging der Niederländer, der mit der Nummer 209 in die Startliste eingetragen worden war, nur einen Tag nach der Beerdigung an den Start des Prologs in Assen. Es sei der Wunsch seines Vaters gewesen, dass Westra seine erste große Landesrundfahrt in Angriff nimmt, hieß es später.

Wir wissen nicht, ob es sich dabei um eine Legende handelt. Sicher ist jedoch, dass Lieuwe fortan kämpfte wie ein Löwe und seine Mannschaftskameraden es ihm gleich taten. Auf jeder der fünf Massenstart-Etappen in der ersten Rennwoche befand sich ein Vacansoleil-Fahrer in der Ausreißer-Gruppe des Tages.

Den Anfang machte Westra am Sonntag in seiner niederländischen Heimat selbst, es folgten Johnny Hoogerland, Sergey Lagutin und Matheé Pronk. Keiner von ihnen war jedoch vom Glück verfolgt: Weil die Teams der Top-Sprinter ihre Arbeit einwandfrei verrichteten, konnte sich bislang kein einziger Ausreißer vor dem jagenden Feld bis ins Ziel retten.

Taktisch geschickt zum ersten Sieg

Aber die Mannschaft mit den Sonnenstrahlen auf dem Trikot steckte nicht auf und wurde letztlich doch belohnt. Bereits am Montag in Venlo überlistete der slowenische Sprinter Borut Bozic mit zwei seiner Teamkollegen die Konkurrenz, als das Feld in die letzte Kurve raste und die Straße plötzlich enger wurde. Die Vacansoleil-Truppe hatte die beste Linie erwischt und vor den Top-Sprintern ein Loch gerissen, das um ein Haar groß genug gewesen wäre, um Bozic den Sieg zu bescheren. Aber auf den letzten Metern übersprintete der Neuseeländer Greg Henderson (Columbia) den Slowenen.

Was am Montag noch schief ging, klappte dann am Freitag besser. "Vor dem Start der Etappe habe ich meinen Fahrern zu einer großartigen Vuelta gratuliert. Nur das Sahnehäubchen hatte bisher gefehlt", erklärte van der Schueren später. Das Sahnehäubchen besorgte Bozic in Xativa dann in ähnlicher Manier wie in Venlo: Wieder wartete rund 400 Meter vor dem Ziel eine enge Kurve auf die Fahrer und wieder kam Bozic am besten hindurch. Der Slowene beschleunigte früh, hängte Tyler Farrar (Garmin), Daniele Bennati (Liquigas) und Tom Boonen (Quick Step) problemlos ab und holte schließlich den größten Erfolg in der Geschichte des Continental-Teams.

Wechselt Bozic?

Trotzdem droht van der Schueren jetzt eine neue Gefahr. Es könnte sein, dass sein Sprint-Star bald bei einem anderen Rennstall fährt. "Ich bin immer für kleinere Teams bei kleineren Rennen gefahren. Da musst du härter kämpfen, denn du brauchst viele Siege, um auf dich aufmerksam zu machen", erklärte der Slowene nach seinem Sieg und ergänzte: "Das heutige Ergebnis sollte einige Leute aufhorchen lassen." Hat es, Borut, hat es. Wenn man in Spanien hart arbeitet anstatt Urlaub zu machen, dann zahlt sich das eben doch irgendwann aus.

TV-Tipp:

Verfolgen Sie die Vuelta a España ab dem 29. August hautnah mit allen 21 Etappen von Assen in den Niederlanden nach Madrid in unseren ausführlichen TV-Übertragungen, mit dem Eurosport Player oder im Live-Ticker bei eurosport.yahoo.de.

Felix Mattis / Eurosport

Kommentare 1 - 5 of 5

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  1. aus einem traurigen @#$% kommt kein fröhlicher­ furz.............................

    Von Robert, am Mo 7.Sep. 18:34
  2. In jedem meiner Fürze liegt echte Würze

    Von Drüber reden!!!, am Mo 7.Sep. 15:22
  3. die fahren echt gut!bringen spannung und aktion ins­ rennen.
    besser als manches team das durch wildcard in­ die tour de france kam.
    die haben oft das problem,dass­ ihr "topfahrer" schon mal an de weltspitze­ fuhr und durch eine sperre in der "2.liga"­ wieder anfangen musste.die teams fahren im prinzip nur­ ,um ihren "rueckkehrer wieder bei groesseren teams­ ins gespraech zubringen(soll heissen:alles fuer den­ einen,der dann das team verlaesst und woanders als­ rehabilitiert wieder in grossen rennen starten­ kann)
    ich jedenfalls geniesse die fahrweise dieses­ continentalteams!hoffentlich klappt noch ein weiterer­ etappensieg,und eine nicht zu schlechte plazierung in­ der gesamtwertung.bringt diesem sport doch abwechslung­ und mehr konkurrenz fuer die einzelnen teams(gerade die­ continental um eine wildcard zu ergattern)

    Von ichsagauchwas, am Mo 7.Sep. 11:17
  4. Kommentar nicht angezeigt durch zu niedrige Bewertung. Zeigen

    Genau deshalb hat die Teamleitung ja diesen­ Eurosport-Bericht gekauft...

    Von Livestrong, am So 6.Sep. 17:32
  5. Sehr schön das ihr auch mal über die guten leistungen­ kleinerer teams berichtet die vllt. nicht grade vielen­ auffallen .

    Von malko.klijn, am So 6.Sep. 11:35
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