Eurosport - Do 06.Sep. 16:25:00 2007
Elf Einzelweltmeister von Osaka und die siegreiche US-Sprintstaffel der Männer stehen beim Meeting "Weltklasse Zürich" im Fokus und sollen bei der Premiere im neuen Letzigrund-Stadion für Highlights sorgen.
Unter dem neuen Motto "Duelle statt Rekordjagden" stellen sich die Champions nur fünf Tage nach Ende der WM von Osaka zur Revanche.
"Wir hoffen auf schöne Wettkämpfe", sagte der neue Meeting-Direktor Patrick Magyar, der mit einem Gesamtetat von 5,5 Millionen Euro wuchern konnte. Dadurch wurde das Preisgeld auf rund 1 Million Euro verdoppelt. Acht neue Sponsoren konnten für das Meeting auf der "Piste magique" gewonnen werden.
"Ich habe gehört, dass die Bahn unheimlich schnell sein soll", sagte der neue Sprintkönig Tyson Gay (USA), wiegelte aber zugleich ab: "Mit einer Zeit unter zehn Sekunden wäre ich nach dem harten Programm in Osaka zufrieden. Ich muss mich sehr konzentrieren, nachdem ich bei der WM alle meine Ziele erreicht habe", erklärte der Triple-Weltmeister. Er sei im linken Oberschenkel leicht verletzt und auch etwas müde.
In Zukunft will Gay seinem Entdecker und Trainer Lance Brauman, der seine Gefängnisstrafe abgesessen und nur noch Hausarrest hat, von Arkansas nach Florida folgen. "Ich weiß, dass ich zum Weltrekord fähig bin. Aber ich kann nicht sagen, wann das passiert. Ich denke nicht immer nur an den Weltrekord, das wäre kontraproduktiv."
Aus Deutschland sind die drei Stabhochsprung-Asse von Osaka und das auf Platz sechs eingelaufene Sprintquartett im Hauptprogramm dabei. Danny Ecker (Leverkusen) hatte als Dritter für die erste deutsche WM-Medaille gesorgt, Björn Otto (Uerdingen/Dormagen) als Fünfter und Tim Lobinger (Köln) als Achter überquerten wie Ecker 5,81 Meter. Weltmeister und Zürich-Vorjahressieger Brad Walker (USA) stellt sich auf einen harten Kampf ein, "weil nach Osaka einige Athleten hungrig sind."
Ein Trio, dass noch im Jackpot-Rennen um eine Million Dollar der Golden-League-Serie ist, muss seine saubere Weste behaupten. "Zürich ist mein Meeting, da kann nichts passieren", sagte Hürden- Weltmeisterin Michelle Perry (USA). Auch ihre Landsfrau Sanya Richards, die schon im Vorjahr zu den drei Jackpot-Knackern zählte und sich bei den Trials als Vierte nicht für einen WM-Einzelstart qualifizierten konnte, ist für ihr Duell mit Weltmeisterin Christine Ohuruogu (Großbritannien) zuversichtlich: "Zürich ist für mich meine persönliche Weltmeisterschaft."
Und Stabhochsprung-Überfliegerin Jelena Isinbajewa (Russland), die schon 20 Weltrekorde aufgestellt hat, springt in einer eigenen Liga. Sie hält sich selbst im Moment für unschlagbar und will ihr Vorbild Sergej Bubka (Ukraine/36 Weltrekorde) übertreffen. "Dass wir parallel zu den Männern springen, ist einfach großartig. Da werden die Fans voll auf ihre Kosten kommen", zeigt sie sich motiviert. Allerdings muss dieses Trio bis zur Jackpot-Million noch drei Mal in zehn Tagen ran, denn Brüssel und Berlin folgen schon kommendes Wochenende.
DPA