Eurosport - Mi 06.Aug. 17:45:00 2008
Dirk Nowitzki wurde zum deutschen Fahnenträger bei den Olympischen Spielen in Peking auserwählt. Der Superstar aus der NBA spricht im Interview über diese Ehre, verrät wie er sich mit der olympischen Idee identifiziert und wieso er einen Boykott der Eröffnungsfeier für sinnlos hält.
Sind Sie überrascht, zum deutschen Fahnenträger der deutschen Olympia-Mannschaft ernannt worden zu sein?
Dirk Nowitzki: Seit elf, zwölf Jahren versuche ich, zu den Olympischen Spielen zu kommen, da ist ein Traum in Erfüllung gegangen. Ich fühle mich wahnsinnig geehrt, möchte aber auch klarstellen, dass ich niemanden auf den Schlips treten möchte. Es ist klar, dass andere Athleten, die viel geleistet haben, es auch verdient hätten.
Wen hätten Sie denn ausgewählt?
Nowitzki: Ich hätte mich schon selber genommen. Es wäre schön, wenn jeder eine Viertel-Runde laufen könnte, doch leider darf es nur einer machen. Ich habe viel Arbeit in die Nationalmannschaft reingesteckt. Ich bin trotz der zwei verpassten Qualifikationen am Ball geblieben. Die Arbeit hat sich im Nachhinein gelohnt.
Fühlen Sie sich als ein Botschafter für den deutschen Sport?
Nowitzki: Es ist schön, dass sich viele mit meiner Karriere identifizieren. Nicht nur mit dem, was ich in Dallas gemacht habe, sondern auch in der Nationalmannschaft. Ich möchte mir aber nicht so großen Druck auf meine Schulter legen, sondern ich möchte Spaß am Sport haben, Spaß im Training und mit meinen Kollegen.
Es heißt, Sie identifizieren sich mit der olympischen Idee. Wann hat Sie Olympia gepackt?
Nowitzki: Die ersten Olympischen Spiele für mich waren die von Seoul 1988, da war ich ungefähr zehn Jahre alt. Da hat mich das Sprint-Duell zwischen Ben Johnson und Carl Lewis begeistert, auch wenn es etwas illegal war.
Manche deutsche Sportler wie die Fechterin Imke Duplitzer haben angekündigt, der Eröffnungsfeier in Peking aus Protest gegen die Tibet-Politik und die Menschrechtssituation in China fernbleiben zu wollen. Wie stehen Sie dazu?
Nowitzki: Ich habe von Anfang an gesagt, dass ich in sportlicher Funktion hier bin. Ich habe zur Politik nie so einen richtigen Draht gehabt. Deshalb war es nie ein Thema für mich. Wenn ein paar Sportler die Eröffnungsfeier boykottieren, wird sich nichts ändern. Dazu ist das Druckmittel nicht groß genug. Mein Traum war, als Sportler hier zu sein.
Wollen Sie bei Olympia auch andere Sportarten ansehen?
Nowitzki: Ich hoffe, dass ich andere Sport-Wettkämpfe sehen und deutsche Athleten unterstützen kann. Das gehört mit dazu. Ich würde gern in die tolle Schwimmhalle gehen. Außerdem bin ich ein Tennis-Fan und möchte gern mal Roger Federer oder Nicolas Kiefer live sehen. Tischtennis ist auch ein Riesensport. Ich habe auch eine Tischtennis-Platte in meinem Haus.
Zweimal haben Sie mit der deutschen Nationalmannschaft Olympia verpasst...
Nowitzki: Während Sydney 2000 und Athen 2004 zuschauen zu müssen, hat schon wehgetan. Vielleicht hat dies mich noch mehr motiviert, 2008 dabei zu sein und sich mit der Nationalmannschaft heranzuarbeiten. In Athen haben wir super Basketball gespielt. In Peking wäre eine Medaille mein Traum.
Kommentare 1 - 4 of 4
Ich finde es nicht richtig,
die Menschenrechtslage in China zu ignorieren.
Nicht nur ernsthafte Christen und Buddhisten,
sondern auch die mohammedanischen Uyghuren haben sehr
unter dem totalitären atheistischen Unrechtsregime zu leiden.
Das kann und muss auch ein Leistungssportler verstehen.
freut mich für ´´BIG D``, er hats verdient !
Ich freue mich für dirk, da er schon mal bei einer Olympiade dabei war.
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