Eurosport - So 06.Jul. 13:00:00 2008
Er ist einer der Geheimfavoriten dieser Tour: Roman Kreuziger, der Tscheche vom Team Liquigas. Denn nach seiner bislang erfolgreichsten Profi-Saison ist der 22-Jährige in absoluter Topform nach Frankreich gereist.
Einem zweiten Platz bei der Tour de Romandie und dem Gesamtsieg bei der Tour de Suisse will der talentierte Allrounder nun Erfolge bei seiner ersten Tour de France folgen lassen.
Vorbild Indurain
"Roman ist ein sehr ehrgeiziger Fahrer, der nach ganz oben möchte," schildert Teammanager Mario Chiesa den Junioren-Weltmeister, der langfristig ein Mann fürs Gesamtklassement sein könnte und den er trotz aller jugendlichen Energie behutsam aufbauen will: "Im Moment versuchen wir ihn noch zurückzuhalten, da wir wissen, dass jetzt eine lange Strecke vor ihm liegt. Wir möchten, dass er sich Schritt für Schritt weiterentwickelt. Miguel Indurain fuhr seine erste Tour beispielsweise nur, um Erfahrung zu sammeln und in den folgenden Jahren gewann er sie fünfmal."
Auch nach Ansicht des 1,81 langen Schlacks ist die Rollenverteilung im Team ganz klar: Mit Kapitän Filippo Pozzato steht ein Fahrer im Aufgebot, der bereits auf einen Etappensieg im vergangenen Jahr zurückblicken kann und dem sich Kreuziger unterordnen muss: "Wir haben ein gutes Team, dass stark von Pozzato beeinflusst wird. Ich bin dazu da, Fluchtversuche zu unterstützen und bei schweren Etappen zu helfen," erklärte der Spross einer Radsport-Familie zurückhaltend. Zumal er sich mit seinem neuen Dasein als Shootingstar noch nicht richtig anfreunden konnte: "An die mediale Aufmerksamkeit muss ich mich erst noch gewöhnen. Wenn man von den Junioren ins Profilager wechselt, ist das erstmal ein Schock."
Respekt vor Andy Schleck
Was seine Ambitionen auf das weiße Trikot betrifft, übt sich Kreuziger ebenfalls in Understatement: "Bei Rivalen wie Andy Schleck, der mehr Erfahrung hat als ich, wird es sehr schwierig das Trikot des besten Jungprofis anzugreifen." Doch spätestens seit seinen überraschend starken Auftritten in diesem Jahr zählt der Tscheche automatisch zu den ersten Anwärtern auf das weiße Leibchen - ob er will oder nicht.
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