Eurosport - Mi 06.Mai. 12:14:00 2009
Trainer Felix Magath hat in Wolfsburg mit viel Geld in zwei Jahren aus einen Abstiegskandidaten eine Spitzenmannschaft in der Bundesliga geformt, die sogar kurz vor dem Gewinn des ersten deutschen Meistertitels der Vereinsgeschichte steht.
In der Saison 2007/08 qualifizierte sich die Niedersachsen am letzten Spieltag für den UEFA-Cup und schafften zudem den Einzug in das DFB-Pokal-Halbfinale. In der laufenden Spielzeit sind die Wolfsburger vier Spieltage vor Schluss als Tabellenführer heißester Anwärter auf die deutsche Meisterschaft. Damit erreichte Magath die Zielvorgabe des Volkswagen-Konzerns, der inzwischen alleiniger Gesellschafter des VfL ist.
Der Erfolg hatte seinen Preis: Magath krempelte den VfL in seiner Dreifachfunktion als Trainer, Manager und Geschäftsführer komplett um. Er verpflichtete in zwei Jahren mehr als 30 neue Spieler für geschätzte 55,5 Millionen Euro. Er kaufte in Deutschland weitestgehend unbekannte Spieler wie Grafite, Edin Dzeko oder Diego Benaglio, formte sie zu Stars. Er holte zudem Profis aus der 2. Liga und den Ersatzbänken der 1. Liga.
Verbesserte Trainingsmöglichkeiten
Marcel Schäfer gelang unter Magath der Sprung in die deutsche Nationalmannschaft. Daneben gab es aber auch Flops, darunter den rund sieben Millionen Euro teuren Cristian Zaccardo.
Magath verbesserte in Wolfsburg auch die Trainingsmöglichkeiten. Nach gut siebenmonatiger Bauzeit hat der VfL im März sein neues rund 27.000 Quadratmeter großes Trainingsgelände in Betrieb genommen. Zum Terrain gehören unter anderem zwei Trainingsplätze, eine Rasenfläche für Torwarttraining, ein Beachfeld sowie ein Fitnesshügel mit zwei Rampen und drei Treppenaufgängen mit unterschiedlicher Stufenanzahl.
Aus der Verbandsliga in die Champions League
Magathas Trainerkarriere: Der frühere Nationalspieler begann seine Trainerkarriere 1992 bei Verbandsligisten FC Bremerhaven. Beim Hamburger SV stieg er 1995 vom Amateur- und Co- zum Cheftrainer auf. Es folgten Engagements beim 1. FC Nürnberg, Werder Bremen, Eintracht Frankfurt und VfB Stuttgart, den Magath 2003 als Trainer und Manager zur Vize-Meisterschaft und in die Champions League führte.
Die größten Erfolge als Trainer feierte er mit dem FC Bayern München. 2005 und 2006 holte Magath mit den Bayern das Double aus Meisterschaft und Pokal. Ein knappes halbes Jahr nach seiner Entlassung beim FC Bayern wechselte er zur Saison 2007/08 als Trainer, Sportdirektor und Geschäftsführer nach Wolfsburg. Als Manager arbeitet Magath zuvor auch beim Hamburger SV (1986-89), 1. FC Saarbrücken (1989-90) und Bayer Uerdingen (1990-92).
Kommentare 1 - 3 of 3
Was Felix Magath in Wolfsburg wirklich geleistet hat, wird man nicht nur in diesem Jahr bei Erreichen der CL (ob als Meister oder nicht, aber schlechter als 2. wird Wolfsburg kaum werden) sondern viel mehr im nächsten Jahr zu schätzen wissen. Er übergibt nicht nur eine 100 % intakte Mannschaft, sondern sichert Wolfsburg ebenfalls grosse Einnahmen durch die Teilnahme an der CL. Wenn Magath sein Gehalt verdoppelt haben wollte - ist das in meinen Augen nicht überzogen, denn wenn man sieht, was er aus der Mannschaft gemacht hat und welche Gelder nun durch das internationale Geschäft auf den Verein zukommen, denke ich, dass dies gerechtfertigt ist. Der Markt bestimmt den Preis und wenn Magath dieses Geld bei Schalke bekommt, ist er es wohl wert. Natürlich erhofft sich Schalke mit diesem Deal ebenfalls spätestens nach 2 Jahren ganz oben zu stehen, einmal Meister zu werden und auf jeden Fall die direkte Qualifikation für die CL und damit den Zugang zum internationalen Geschäft und dem damit verbundenen Geld zu sichern. Man kann nur hoffen, dass dieser Plan aufgeht, Magath ist fraglos ein Spitzenmann, hatte aber in Wolfsburg die besten Bedingungen, die man sich vorstellen kann - ob das in Schalke dann genauso aufgeht, werden wir sehen. Persönlich drücke ich ihm die Daumen, dass er das schafft. Schönen Tag noch.
@Andreas S.
Ich kann Dir nur Recht geben. Respekt vor der Leistung von Felix Magath. Das A und O ist die Fitness, die er in die Mannschaften bringt. Beim VFB und auch bei den Bayern hat sich das jeweils sogar noch positiv auf die Folgesaison ausgewirkt.
Ich denke, hier sieht man die eigentliche Erfolgsformel: die wesentlichen Aufgaben in Personalunion und das nötige Kleingeld.
Es muss aufreibend sein, 2 oder 3 Posten zugleich ausfüllen zu müssen. Aber dann gibt es wenigstens kein Gezänk untereinander.
Und einen Flop? Ja, du lieber Himmel: stünden die Wölfe jetzt im Abstiegskampf, wäre das eventuell kritikwürdig. So ist Zaccardo kaum mehr als eine Fußnote.
Es zählt unterm Strich das Ergebnis. Und das kann sich sehen lassen! Respekt, Felix Magath!
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