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WADA will neues Verfahren gegen Busch

Di 06 Mai, 17:43 Uhr


Berlin (dpa) - Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) hat den Eishockey-Weltverband IIHF aufgefordert, das Doping-Verfahren gegen den deutschen Nationalstürmer Florian Busch neu zu eröffnen und ihn vorläufig von allen Wettbewerben zu suspendieren.

Dies teilte die WADA mit. Offen ist, ob der Stürmer der Eisbären Berlin bereits von weiteren Spielen der Weltmeisterschaft in Halifax/Kanada ausgeschlossen werden kann. Die Nationale Anti-Doping-Agentur (NADA) hatte nach der milden Ahndung des verweigerten Doping-Tests von Busch durch den Deutschen Eishockey-Bund (DEB) die WADA informiert. Nach den Regeln des WADA-Codes hätte er gesperrt werden müssen. Der DEB hatte nur eine öffentliche Verwarnung und eine Geldstrafe verhängt.

Der Vorsitzende des Sportausschusses des Deutschen Bundestages, Peter Danckert, will im Zuge des Doping-Falls um Busch die staatliche Förderung an den Deutschen Eishockey-Bund (DEB) überprüfen lassen. «Wir werden versuchen, auf das Bundesinnenministerium einzuwirken, die Fördermittel an den DEB zu überprüfen», sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur dpa in Berlin. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) ist dagegen weiterhin um Vermittlung in dem Konflikt bemüht.

«Dies zeigt die Entschlossenheit der NADA», sagte Thomas Bach, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), «aber es darf nicht passieren, dass das Tor für ein Dialog geschlossen wird.» NADA und DEB müssten auf eine «gemeinsame Erkenntnis» kommen, wie es zu einer Unterwerfung unter das national Doping-Kontrollsystem kommen könne. Bereits für den 16. Mai ist ein Treffen zwischen NADA- und DEB-Vertretern vereinbart. «Es kommt darauf an, dass der DEB auf das Eis zurückkehrt. Das war ein Warnschuss durch die NADA», meinte DOSB- Generaldirektor Michael Vesper. Der DEB müsse die Regeln einhalten. «Und die NADA ist das Kompetenzzentrum im Anti-Doping-Kampf.»

Nach Angaben von DEB-Vizepräsident Uwe Harnos erhält der Eishockey-Verband jährlich 600 000 Euro. «Das ist natürlich ein Wort», sagte Harnos der dpa am Dienstag am Rande der WM in Halifax. Eine Streichung «würde dem Verband ernsthaft weh tun», da viele Planungen und Verpflichtungen auf diese Summe abgestellt seien. Allerdings bleibe der DEB überzeugt, richtig gehandelt zu haben. «Wir haben keinen Grund gesetzt, dass man uns etwas entziehen könnte. Im Notfall gilt es, das gerichtlich zu klären», fügte der Rechtsanwalt hinzu. Mit dem Bundesinnenministerium und dem Bundesverwaltungsamt sei man bereits in Kontakt, eine abschließende Stellungnahme solle es geben, sobald sich die NADA abschließend geäußert habe. Der Zuwendungsbescheid wird jeweils für vier Jahre nach den Olympischen Spielen vergeben.