München (dpa) - Ballzauberer Franck Ribéry will den Party-Marathon mit den heimischen Fans starten, doch zuvor muss der frisch gekürte deutsche Meister um Bestmarken und gegen Wettbewerbsverzerrung kämpfen.
«Wir werden mit der besten Mannschaft spielen», versprach Trainer Ottmar Hitzfeld einen Tag vor der Partie gegen Arminia Bielefeld. Oliver Kahn, Franck Ribéry, Zé Roberto und Philipp Lahm meldeten sich fit für das Heimspiel, in dem Hitzfeld nichts verschenken will. «Wenn man schon Meister ist, heißt das nicht, dass man die Flügel hängen lässt. Wir wollen keine Wettbewerbsverfälschung leisten», stellte Hitzfeld klar. «Es wäre schön, wenn man nebenbei noch einen Rekord schaffen könnte.»
«Wir werden die Saison mit Freude zu Ende spielen und am Mittwoch wollen wir mit den eigenen Anhängern in der Allianz Arena feiern», erkor Mittelfeldmann Ribéry die Partie gegen die Ostwestfalen zur Generalprobe für die traditionelle Meisterfeier auf dem Marienplatz in eineinhalb Wochen. Dann will sich der 21-fache Saisontorschütze Luca Toni auf dem Rathaus-Balkon vor den Fans nicht nur als Meister, sondern auch als Torschützenkönig feiern lassen. Auch die Bayern-Defensive jagt noch eine Bestmarke, denn bei derzeit 18 Gegentoren könnte der 20 Jahre alte Liga-Rekord von Werder Bremen (22 Gegentreffer) fallen. Ihren größten Vorsprung am Saisonende, nämlich 16 Punkte wie 2003, dürften die Münchner wohl nicht mehr erreichen.
Viel wichtiger für die Liga ist aber ein unverzerrter Wettbewerb, auf den vor allem der fränkische Rivale 1. FC Nürnberg und dessen Gegner MSV Duisburg hoffen. Nach der Gratulations-SMS von Thomas von Heesen an Titelgewinner Hitzfeld sicherte der Bayern-Coach einen fairen Saison-Ausklang zu - und auch Uli Hoeneß wird wohl noch einmal an das Team appellieren. «Wenn Nürnberg absteigen sollte, wäre ich einer der traurigsten Menschen», gestand der Manager schon vor Wochen.
Hinter den Kulissen hat dagegen das Projekt von Jürgen Klinsmann höchsten Stellenwert. Der künftige Coach soll zu Gesprächen in München sein und dürfte sich auch mit seinen WM-Kickern Philipp Lahm und Lukas Podolski unterhalten. Den Verteidiger zieht es ins Ausland, der Stürmer will keine weitere Saison als Edelreservist erleben. «Darauf habe ich keine Lust mehr», sagte der Ex-Kölner der «Süddeutschen Zeitung».
Zudem dürften die Gespräche über neue Spieler für die kommende Saison intensiviert werden. Seit dem feststehenden Wechsel des französischen Nationalspielers Mathieu Flamini zum AC Mailand wird dort der Abgang von Weltmeister Gennaro Gattuso nach München heiß gehandelt. Viele Namen, auch der von Jens Lehmann oder Deco, geistern immer wieder in München herum. Sicher dürfen die Fans dagegen wohl nur bei einem sein: Klinsmann wird sie bestimmt wieder überraschen.


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