Eurosport - Mo 06.Apr. 11:51:00 2009
John Higgins hat im Klassiker gegen Ronnie O'Sullivan mit 5:4 einen Zittersieg gelandet und steht damit im Halbfinale der China Open in Peking. Dort erwartet ihn allerdings mit Ryan Day ein Gegner in Top-Form; der Waliser hat im Viertelfinale Shaun Murphy mit 5:0 abgefertigt.
In der zweiten Begegnung der Vorschlussrunde trifft Peter Ebdon auf Stuart Pettman. Ebdon zeigte eine Glanzleistung beim 5:1 über Stephen Hendry, während Pettman mit 5:2 über Graeme Dott das erste Halbfinale seiner Karriere erreichte.
John Higgins und Ronnie O"Sullivan zeigten beide Qualitäts-Snooker, offenbarten mit nervösen Fehlern aber auch ihren Respekt vor dem Gegner. Den besseren Start hatte O"Sullivan mit einer 97 erwischt, aber die nächsten drei Frames bis zur Pause gingen dank Breaks von 55, 73 und 75 Punkten an Higgins. Nach Wiederbeginn hatte der Schotte die große Chance, auf 4:1 davonzuziehen, doch zuerst verschoss er nach 62 Punkten schwarz als Frameball und setzte danach auch noch einmal gelb neben die Mitteltasche; Ronnie O"Sullivan räumte die Farben ab und verkürzte damit auf 2:3.
Entscheidender Fehler von O'Sullivan
Die vergebene Chance verunsicherte John Higgins sichtlich. So kam Ronnie O'Sullivan mit einer 63 zum 3:3. Zwar eroberte sich Higgins die Führung zurück, doch zwei Fehler des Schotten mit dem Spider in Frame acht nutzte O'Sullivan, um den Entscheidungsframe zu erzwingen. Da war es dann aber der Weltmeister, der die entscheidenden Fehler machte. Zweimal verschoss er schwarz, wobei er beim ersten Mal auch von einem fotographierenden Zuschauer irritiert wurde. John Higgins nutzte dies zu den entscheidenden Breaks von 39 und 32 Punkten.
Peter Ebdon zeigte seine beste Leistung seit seinem Triumph bei der UK Championship im Dezember 2006. Selbst ein gut spielender Stephen Hendry hatte nicht den Hauch einer Chance gegen ihn. Schon in Frame eins hatte Ebdon die Chance zu einem Maximum Break, doch der Split klappte nicht richtig und als Folge davon lief ihm nach 64 Punkten beim Versuch, den Spielball im roten Pulk zu stoppen, die Weiße in den Baulkbereich. Aus seiner nächsten Chance machte er aber weitere 35 Punkte zum klaren 1:0. Auch im zweiten Frame führte Ebdon nach einem 76er-Break schon mit 77:0, ehe Hendry etwas Zeit am Tisch verbringen konnte und mit 45 Punkten sich noch ein bisschen warmspielte. Das half ihm jedoch nicht im umkämpfteren Frame drei, als er seine Chance mit einem Fehler auf die Mitteltasche vergab und ihn dann später eine schwache Safety auf braun den Frame kostete. Mit einer 88 erhöhte Ebdon danach schnell auf 4:0.
Ebdon unbeeindruckt
Nach Wiederbeginn ließ Hendry mit einem Century von 129 Punkten, der einzigen Hunderter-Serie des Tages, sein Können noch einmal aufblitzen und vermied so die Höchststrafe. Peter Ebdon aber war davon unbeeindruckt und sammelte in Frame sechs in drei kleineren Serien die nötigen Punkte zum Sieg. Der in Dubai lebende Ebdon steht damit zum ersten Mal seit dem Malta Cup 2007 wieder in einem Halbfinale.
Sein Gegner dort wird Stuart Pettman sein. Der setzte im ersten Viertelfinale seiner Karriere überhaupt seinen überraschenden Siegeszug fort. Dabei ließ Pettman dem früheren China Open Champion keine Chance. Nach zwei umkämpfteren ersten Frames erhöhte Pettman mit einer 93 auf 3:0. Dott hatte seine Chance in Frame vier, doch am Ende räumte Pettman von braun bis schwarz ab zum 4:0. Eine Comeback lag in der Luft, als Dott nach der Pause auf 2:4 verkürzte. doch Pettman lauerte auf seine Chance und nutzte sie in Frame sieben. Nachdem er zuvor erst zwei Mal in einem Achtelfinale gestanden hatte erreichte er damit zum ersten Mal die Runde der letzten vier.
Ryan Day punktete gegen Shaun Murphy. Zwar spielte der Waliser keine ganz hohen Breaks, aber viele Serien von etwa 50 Punkten. Das reichte, um sicher mit 4:0 in Führung zu gehen. Nach der Pause legte Murphy zwar zunächst eine 49 vor, doch Day konterte mit 89, dem höchsten Break in diesem Match, zum 5:0. Mit diesem klaren Sieg erhielten die Hoffnungen von Ryan Day, in China endlich seinen ersten Turniersieg landen zu können, erheblichen Auftrieb.
Kommentare 1 - 3 of 3
Super John!
Ich habe vor dem TV mitgezittert, Nerven zerreißend sag ich nur... :)
Nachdem Higgins die Schwarze zum 4:1 verschossen hatte und O'Sullivan zum 3:3 ausglich, hätte ich keinen Cent mehr auf John gewettet.
Großartig, dass er sich trotzdem wieder in den Griff bekommen hat und (wenn auch knapp - der angesprochene Knipser...) gewonnen hat.
Gerade diese psychische Stärke macht ihn für mich zum absoluten Topfavoriten unter den letzten 4.
Aber warten wir mal ab, gerade die China Open haben ja schon so mache Überraschung parat gehabt. Vielleicht gewinnt ja am ende sogar Pettman?!
super peter ebdon das freut mich das er endlich wieder zurück ist, wird aber auch zeit nachdem er vor den china open nur einmal das achtelfinale erreicht hat, wenn er jetzt noch stuart pettman ausschaltet dann sollte sein verbleib in den top 16 wieder etwas sicherer sein
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