Eurosport - Do 06.Mrz. 15:33:00 2008
Norwegischer Doppelsieg in Russland: Ole Einar Björndalen hat den Weltcup-Sprint in Khanty Mansiysk vor seinem Landsmann Emil Hegle Svendsen gewonnen. Dritter über die 10 Kilometer wurde der Russe Andrei Makoveev. Keiner der deutschen Starter kam unter die Top Ten, Carsten Pump belegte Rang 13.
Das norwegische Duo Björndalen-Svendsen machte bereits bei der Zwischenzeit nach dem ersten Schießen klar, dass der Sieg nur über sie zu erringen sein würde: Björndalen legte ein fehlerfreies Schießen vor, Svendsen tat es ihm nach. Läuferisch konnte der Jüngere dem Alt-Meister des Biathlons sogar ein paar Sekunden abknöpfen und führte lange das Rennen an.
Nach dem zweiten Schießen, bei dem sich wieder beide schadlos hielten, hatte der Routinier Björndalen aber dann doch noch mehr Körner: Auf dem letzten Streckenabschnitt verlor Svendsen viel Zeit und kam mit 10 Sekunden Rückstand ins Ziel. Makoveev verfehlte im Stehend-Schießen einmal und folgte daraufhin der norwegischen Trainingsgemeinschaft mit gebührendem Abstand (+32,5 Sekunden auf Björndalen) ins Ziel.
Der Russe war in der Loipe sogar schneller unterwegs als die beiden Norweger, ebenso wie Dimitri Jaroschenko und Nikolai Kruglow. Doch zu viele Fehlschüsse verhinderten einen Heimsieg. Dem Erfolg der russischen Mannschaft tat dies keinen Abbruch: Gemeinsam mit den Norwegern teilten sich die Gastgeber acht der Top-Ten-Plätze.
Fruchtbare Gemeinschaft
Nach dem Rennen zeigte sich der Sieger froh über seine Entscheidung, die vorangegangenen Rennen in Korea nicht bestritten zu haben: "Es war gut, dass ich geduldig war. Ich musste Antibiotika nehmen und habe dann lieber gewartet, bis ich wieder fit war", erklärte der fünffache Olympiasieger. Angesprochen, ob das Rennen in Khanty-Mansiysk der Auftakt zu einem Dauerduell zwischen ihm und seinem Freund Svendsen gewesen sei, entgegnete der 34-Jährige: "Ich weiß nicht. Wir pushen uns im Training gegenseitig sehr - und ich denke das ist wichtig: Ich brauche diese Konkurrenz, um immer meine beste Leistung abrufen zu können!"
Sein Partner gönnte ihm den Erfolg: "Ole war in der letzten Runde einfach zu stark für mich. Da konnte ich nicht mehr mithalten." Auch der viermalige Junioren-Weltmeister weiß um die Vorteile seiner Trainingsgemeinschaft: "Ich lerne viel von Ole!"
Greis steigt aus
Von den sieben gestarteten Deutschen beendeten lediglich sechs das Rennen in Sibirien: Der bereits vor dem Lauf angeschlagene Michael Greis gab nach dem zweiten Schießen (insgesamt drei Fehlschüsse) abgeschlagen auf. "Michael wollte sich nach dem Stehend-Schießen nicht mehr weiter quälen. Nach seinem grippalen Infekt, der ihn in den letzten Tagen gequält hat, wollte er sich den Strapazen einfach nicht mehr aussetzen", sagte der Mannschaftsarzt des DSV.
Von den übrigen sechs Deutschen schaffte es keiner unter die Top-Ten des Feldes: Bester war der 31-jährige Carsten Pump, der mit nur einem Fehler im Stehend-Schießen auf Rang 13 ins Ziel kam. Ansonsten schafften es Michael Rösch (15.), Stephan Christoph (20.) und Alexander Wolf (30.), sich noch Weltcuppunkte zu sichern. Wolf blieb zwar als einziger DSV-Athlet fehlerlos beim Schießen: Seine angeschlagene Gesundheit verhinderte jedoch eine gute Laufleistung. Für Andreas Birnbacher reichte es mit Rang 31 knapp nicht mehr. Dafür ist auch er für das Verfolgungsrennen am Wochenende qualifiziert. Mit dem enttäuschenden 70. Rang gelang dies Daniel Graf leider nicht.
Uli Römer / Eurosport