Bundesliga - Schönrednerei auf höchstem Niveau
Mo 06.Feb. 14:56:00 2012
Drei Spiele, drei Niederlagen: Mit dieser ernüchternden Bilanz startete Neu-Trainer Michael Skibbe in Berlin. Schlagen die Hertha-Bosse nun Alarm? Zumindest nicht öffentlich. "Das ist deutlich besser gewesen als zuletzt", sagte Manager Michael Preetz nach dem 0:1 gegen Hannover bei "Sky".
Von Anja Häberle
Hertha steckt in der Krise. Seit 100 Tagen gab es keinen Bundesliga-Sieg mehr, aus den letzten neun Spielen resultierten nur vier Punkte. Für den Moment heißt das Tabellenplatz 15.
An Abstieg denken die Hertha-Verantwortlichen jedoch nicht. Stattdessen gibt es Schönrednerei auf höchstem Niveau. "Ich sehe keine Parallelen zur Abstiegssaison. Die Situation lässt sich nicht vergleichen. Die Mannschaft hat durch die Hinrunde das Bewusstsein im Kopf, wie es geht", wird Preetz in der "Berliner Zeitung" zitiert.
"Werden die Ruhe bewahren"
Als der Manager Skibbe Ende Dezember nach Berlin lotste, versprach er sich, den leichten Abwärtstrend unter Ex-Trainer Markus Babbel zu stoppen. Doch nicht nur im Ranking ging es von Platz 11 bergab.
Für Preetz steht Skibbe jedoch nicht zur Debatte. Noch nicht. "Diese Frage stellt sich für mich nicht. Sein Start ist sicher unglücklich gelaufen. Aber wir werden jetzt zusammenstehen, uns gegen Einflüsse von außen immunisieren und die Ruhe bewahren", formulierte der Manager Durchhalteparolen.
"Man darf nicht zweifeln"
Auch Skibbe bleibt nach außen hin gelassen. "Man darf nicht zweifeln und nicht zu viel negativ interpretieren. Man muss in der Situation Überblick und Ruhe bewahren."
In der Pressekonferenz nach dem Hannover-Spiel gab es vom Hertha-Coach auch nach der fünften Heimpleite der Berliner keine kritischen Worte: "Es ist sehr schade, dass der Aufwand nicht wenigstens mit einem Unentschieden belohnt wurde". "Schönreden" wolle er jedoch nichts.
Raffael kehrt zurück
Fakt ist: Spielmacher Raffael war in den ersten drei Partien unter Skibbe gesperrt. Hinzu kommen die Verletzungsausfälle von Kapitän Andre Mijatovic, Christian Lell und Christoph Janker. Der Hertha-Coach hätte einen leichteren Einstand haben können.
Das bisher letzte Erfolgserlebnis feierte die "Alte Dame" im DFB-Pokal gegen Kaiserslautern mit Interims-Trainer Rainer Widmayer. Im Pokal-Viertelfinale gegen Borussia Mönchengladbach am Mittwoch (ab 19:00 Uhr im Liveticker bei eurosport.yahoo.de) bietet sich Mannschaft, Trainer und Sportdirektor nun die Chance, sich vorübergehend zu rehabilitieren.
"Mit einem Erfolg gegen Gladbach können wir beim Selbstbewusstsein eine große Portion drauflegen", sagte der Hertha-Coach vor der Partie. Sollte das Team jedoch auch mit Rückkehrer Raffael verlieren, haben Skibbe, Preetz und Co. eine Ausrede weniger.
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