Eurosport - Di 06.Jan. 08:28:00 2009
Gernot Bauer ist bei der Dakar 2009 in Argentinien und Chile als Reporter unterwegs und wirft für eurosport.yahoo.de regelmäßig einen Blick hinter die Kulissen ins Fahrerlager. Heute: Sand im Getriebe
Afrika in Argentinien zu finden, ist gar nicht so schwer. Man geht einfach in Jacobacci, einem kleinen verstaubten Nest (sorry Anwohner) - also, politisch korrekt, einem verträumten idyllischen Ort am Nabel der Welt, um die Ecke und trifft auf einen kleinen Imbiss, der von einem Senegalesen betrieben wird. Ob das servierte Hühnchen allerdings nun "a la Africa" oder "Pollo al salsa" ist, spielt keine Rolle.
Ansonsten war das Biwak wie sonst in Tichit. Dort bläst der Wind Staubwolken über das Biwak, dass die Schwarte kracht. Oder es war immer staubtrocken und heiss, ohne ein Lüftchen Wind. Also, das Tichit Südamerikas ist für mich jedenfalls Jacobacci. Dort haben wir alle Staub gefressen - und zwar dicke.
Der Husten geht um
Aus dem Zelt konnte man nur mit Skibrille, selbst enganliegende Sonnenbrillen boten keinen Schutz. Ich habe auch zugenommen, weniger wegen des Hühnchens, sondern weil in jedem Schuh gefühlte zwei Kilo Sand stecken. Die Laptop-Tastatur ist eine Epilier-Maschine für meine Fingerspitzen und der Staub sitzt nicht nur in jeder Körperöffnung, sondern auch in der Lunge. Der Husten geht um im Biwak.
Sand in Getriebe auch in der Organisation. Die Verbindungsetappe war wohl etwas optimistisch geplant. Die LKWs und Busse kamen erst kurz vor Mittag an, sodass sich die TV-Produktion ordentlich sputen musste, um das Abendprogramm zusammen zu bekommen. Auch die Helikopter-Piloten hatten einen schweren Tag, da das Landen und Starten sehr gefährlich wurde. Windböen bis zu 50 Stundenkilometern fegten über unsere Köpfe.
Trockener Humor war also angesagt. So gab es eine Flasche Whiskey auf den besten Kalauer, der die afrikanischen Verhältnisse mit den hiesigen verglich. Ich erspare Euch an dieser Stelle den Siegesspruch, den der war so angestaubt, dass er das Licht des 21. Jahrhundert wohl besser nicht gesehen hätte.
Aber das ist angesichts unseres Wetters auch kein Wunder.
TV-Hinweis:
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Kommentare 1 - 6 of 6
Gernot Bauer ein herzliches Danke-schön, und weiter so. Und ich würde soooo gerne tauschen ... ;-)
Schlesser fährt zeitgleich bei einer anderen Veranstaltung, die hier offensichtlich nicht genannt werden darf.
Erst die Krabben, dann der Staub! Schöner Bericht, sowas kann man vor dem Bildschirm nicht "fühlen". Weiter so!
ja, prima diese Randgeschichten. mehr davon, das ist ein großer teil der dakar. und ztu schlesser: nein, der ist nicht dabei, hat wohl finanzielle gründe.
wo sind eigentlich die buggys von schlesser und der patron selbst? gefällt ihm südamerika nicht so? ich finde es schade, dass er nicht dabei ist.
gretz.
Vielen Dank für die Notizen am Rande. Gerade das Abenteuer am Rande unterscheidet imho die Dakar von anderen Rennsportveranstaltungen. Weiter so - immer vollgas.
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