Hamburg (dpa) Der America's Cup steht weiter vor einer ungewissen Zukunft. Trotz der Gerichtsentscheidung zugunsten des US-Segelteams BMW Oracle Racing steht immer noch die Einigung mit dem Schweizer Cup-Verteidiger Alinghi über das Format für die nächste Renn-Auflage aus.
Derzeit ist weder Team Germany noch eine der anderen sechs gemeldeten Mannschaften offizieller Herausforderer. Das ursprünglich zwischen Alinghi und dem mittlerweile für illegal erklärten spanischen Challenger of Record (Verhandlungspartner des Cup-Verteidigers) vereinbarte Protokoll für den 33. America's Cup ist laut Gerichtsentscheidung ungültig. «Formell mögen wir kein Herausforderer mehr sein», sagte Team Germanys Sportdirektor Jochen Schümann der Deutschen Presse-Agentur dpa, «doch wir fühlen uns wie einer und arbeiten auch so.»
Einzig legitimer Herausforderer ist derzeit das amerikanische Team von Software-Milliardär Larry Ellison. Der vom neuseeländischen Starsegler Russell Coutts angeführte US-Rennstall BMW Oracle Racing hätte durch das Gerichtsurteil sogar die Möglichkeit zum Exklusiv-Duell gegen Alinghi im kommenden Jahr. Coutts jedoch strebt weiterhin einen Kompromiss mit Ernesto Bertarellis Schweizer Team an, um einen konventionellen America's Cup mit allen gemeldeten Herausforderern austragen zu können.
Die Eidgenossen allerdings schweigen beharrlich und prüfen nach dem verlorenen Prozess vor dem Obersten Gerichtshof in New York ihre Möglichkeiten. Einige Beobachter erwarten, dass Alinghi das Duell mit BMW Oracle Racing bevorzugen wird, andere rechnen damit, dass Milliardär Bertarelli sich möglicherweise ohne jede weitere sportliche Auseinandersetzung aus dem America's Cup zurückzieht.
«Alinghi ist jetzt gefragt», sagte Schümann. «Die Amerikaner verhalten sich sehr geschickt, wollen den Cup weiter 2009 vor Valencia austragen, servieren also perfekte Nachrichten für alle Herausforderer. Bertarelli ist zur Zeit der Verlierer und kann die Niederlage nur vergessen machen, indem er ganz schnell wieder in den ordentlichen Wettbewerb eintritt. Das ist ein gangbarer Weg, auf den wir alle warten.» Schümann hofft auf eine Entscheidung noch vor Weihnachten.


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